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Bischof im Knast

Bischof Ivo Muser hat am Montag im Bozner Gefängnis mit Mitarbeitern, Freiwilligen und Häftlingen einen vorweihnachtlichen Wortgottesdienst gefeiert.

Der Bischof dankte dabei allen, „die im Gefängnis jeden Tag daran arbeiten, das Licht der Hoffnung am Brennen zu halten“ und wünschte den Gefangenen, dass „das Weihnachtsfest auch für sie ein Neuanfang sein möge“.

Nachdem die traditionelle vorweihnachtliche Feier mit dem Bischof im vergangenen Jahr wegen der Pandemie-Maßnahmen abgesagt werden musste, konnte sie heuer wieder – mit allen notwendigen Einschränkungen – stattfinden. Das Personal der Haftanstalt, Vertreter des Gerichts, Freiwillige und ein Teil der 110 Häftlinge nahmen heute am Wortgottesdienst in der Gefängniskapelle teil.

An die Gefangenen gewandt, sagte der Bischof: „Niemand redet das, was ihr getan habt, klein und trotzdem darf niemand von euch seiner Würde und seines Wertes beraubt werden. Niemand hat es verdient, im Stich gelassen zu werden, sich ausgeschlossen zu fühlen“. Aus diesem Grund, so der Bischof, sei die Hoffnung entscheidend: „In der Hoffnung liegt die Kraft zum Weitermachen. Selbst in der tiefsten Finsternis, in den Momenten, in denen der Schmerz am größten ist, gibt uns die Hoffnung Mut.“

In seiner Predigt erinnerte der Bischof die Gefangenen an den Neuanfang, den Weihnachten darstellt: „Jesus ist für uns geboren und will mit uns ein neues Kapitel in unserem Leben schreiben. Selbst diejenigen, die Fehler gemacht haben, können die Kraft finden, um den rechten Weg zu suchen und ihn Tag für Tag erfolgreich zu gehen. Möge dieses Weihnachtsfest auch für euch ein Neuanfang sein: Jesus ist gekommen, um uns zu sagen, dass ein anderes Leben möglich ist und dass wir alle und trotz allem Kinder Gottes sind.“

Der Bischof richtete während der Feier auch einen Dank an Direktorin Annarita Nuzzaci, an die Mitarbeiter und an all diejenigen, „die jeden Tag daran arbeiten, das Licht der Hoffnung brennen zu lassen. Ich weiß, dass euer Dienst nicht einfach ist, aber ich bitte euch selbst in den kompliziertesten und angespanntesten Augenblicken immer mit Menschlichkeit, Nähe und Mitgefühl zu handeln. Ich danke euch allen für euer Bemühen, dieses Umfeld menschlicher zu gestalten. Das ist eine echte Weihnachtsmission!“ Der Bischof bedankte sich auch bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die „immer bereit sind, zuzuhören, zu reden, sich mit anderen Lebensgeschichten auseinanderzusetzen und ein Stück des Weges mit den Gefangenen mitzugehen. Dieser Dienst ist unbezahlbar“.

Direktorin Nuzzaci erinnerte daran, dass trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie die Verpflichtung bestehen bleibt, „das Gefängnis zu einem Ort zu machen, der den Menschen in Schwierigkeiten wieder Hoffnung gibt“.

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