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„Würde noch abwarten“

Mediziner Franz Rottensteiner

Was der Bozner Kinderarzt Franz Rottensteiner von der Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche hält. Und warum er insgeheim auf eine Impfpflicht für Erwachsene hofft.

TAGESZEITUNG Online: Herr Dr. Rottensteiner, sollten Kinder zwischen fünf und elf Jahren gegen Corona geimpft werden?

Franz Rottensteiner: Sie können bald geimpft werden, da die Europäische Arzneimittelbehörden EMA grünes Licht erteilt hat.

Die Frage war, ob sie geimpft werden sollten …

Ich habe schon bei der Altersgruppe der zwölf- bis 18-Jährigen lange gezweifelt, ob man sie impfen soll. Mittlerweise bin ich der Meinung: Ja, diese Altersgruppe sollte geimpft werden, weil man ihr Bedürfnis nach Freiheit fördern sollte. Gerade in dieser Altersgruppe sind die sozialen Kontakte eminent wichtig. Die Jugendlichen sollten die Möglichkeit haben, Sport zu betreiben und sich zu unterhalten. Sie sollten sich in dieser sensiblen Phase des Lebens möglichst frei bewegen, ihren Aktivitäten nachgehen können und nicht ständig in Sorge leben und sich testen müssen.

Bei der Altersgruppe der zwölf- bis 18-Jährigen haben Sie also keine Bedenken?

Nein, die Impfung wird gut vertragen. Jugendliche vertragen die Impfung sogar besser als Erwachsene, deswegen sehe ich da keinen Grund zur Sorge.

Und bei den fünf- bis elf-Jährigen?

Da bin ich ehrlich gesagt nicht so glücklich, dass es gemacht wird. Es ist leider so, dass sich zu wenige Erwachsene haben impfen lassen. Wenn die Erwachsenen sich hätten impfen lassen, müsste man die Kinder jetzt nicht schützen. Es ist leider so, dass wir eine weitere Verbreitung des Corona-Virus nur erreichen werden, wenn wir die Kategorien der Kinder und der Jugendlichen, die derzeit am meisten von den Neuinfektionen betroffen sind, impfen. Gescheiter wäre natürlich gewesen, wenn sich die Erwachsenen hätten impfen lassen. Denn bei Kindern sind schwere Krankheitsverläufe sehr selten.

Sie haben also Bauchschmerzen bei den Impfungen für fünf- bis elf-Jährige?

An und für sich ist die Impfung für Kinder von 5 bis 11 nicht ideal, aber wir werden vermutlich aus den genannten Gründen nicht umhinkommen, die Kinder zu impfen. Die Impfung der Erwachsenen geht leider sehr schleppend voran.

Zusammenfassend: Wir müssen die Kinder impfen, weil die Erwachsenen sich nicht impfen lassen?

Ja, es ist leider so. Wobei man sagen muss, dass Kinder mit chronischen oder schwerwiegenden Erkrankungen schon geimpft werden sollten.

Das wären?

Ich denke an Kinder mich chronischen Nierenleiden, an Kinder mit einem schweren Herzfehler oder an Kinder, die sich mehreren Operationen unterziehen müssen und ständig im Krankenhaus sind. Auch bei Kindern, die Diabetes haben kann man einer Impfung zustimmen. Kinder mit chronischen oder schwerwiegenden Erkrankungen wären wohl auch die ersten in dieser Altersgruppe, die geimpft werden. Bei den anderen Kindern bin ich nicht gegen eine Impfung, aber ich finde es nicht korrekt, dass diese jetzt geimpft werden müssen. Man sollte mehr Druck auf die Erwachsenen ausüben …

Sie sind für eine Impfpflicht?

Es kann sein, dass man um eine Impfpflicht – so wie sie jetzt beispielsweise Österreich eingeführt hat – nicht umhinkommt.

Was raten Sie jetzt Eltern von fünf- bis elf-Jährigen?

Es gibt Kinder, die sich impfen lassen wollen, weil sie es satt haben, ständig getestet zu werden, damit sie ihren sportlichen Aktivitäten nachgehen können. Wenn Kinder das selbst wollen, dann kann dies mit ein Grund sein, sich dafür zu entscheiden.

Was sagen Sie den Eltern?

Ich bin noch zurückhaltend und empfehle, nicht sofort zu entscheiden. Vielleicht geht die Entwicklung ja weiter in Richtung Zwangsimpfung für Erwachsene. Durch die 2G-Regelung geraten immer mehr Erwachsene und No-Vax-Personen unter Druck.

Sie hoffen also insgeheim, dass man bei den Erwachsenen noch höhere Impfquoten erreicht, damit man nicht die Kinder impfen muss?

Richtig! Wobei ich nochmals sagen möchte: Ich habe mich bei den 12- bis 18-Jährigen überzeugen lassen, dass es besser ist, sie zu impfen. Bei den Kleineren bin ich noch zurückhaltend. Ich würde mich nicht sofort entscheiden, weil ja noch die Hoffnung besteht, dass die Impfrate steigt. Es ist einfach so, dass Kinder keinen so großen Vorteil durch die Corona-Impfung haben. Ja, sie sind schon die Altersgruppe, die das Virus über die Schule weiterträgt, aber die Gefahren, die im Falle einer Infektion mit Corona für die Kinder ausgehen, sind vernachlässigbar.

Sie haben bei Ihren kleinen Patienten noch keine schweren Krankheitsverläufe beobachtet?

Nein, bis jetzt keinen.

Auch in Südtirol ist die Gesellschaft in Sachen Corona & Impfung gespalten. Erleben Sie das auch in Ihrer Praxis?

Ja, das sehe ichauch in meiner Patientengruppe. Es gibt die Eltern, die ihre Kinder sofort impfen würden. Und es gibt die, die sich sehr zurückhalten. Ich verstehe beide Seiten.

Interview: Artur Oberhofer

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (45)

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  • alsobi

    Messner und Rottensteiner mögen keine schlechten Ärzte sein aber in punkto Covid 19 sind sie eben doch nur Lajen und sie müssen sich auf Empfehlungen verlassen. Der eine prescht mehr vor und der andere weniger.
    Sämtliche Fakten die auch hier in der TZ von einigen fanatischen Impfschwurblern hinein interpretiert werden sind nicht mal den Dreck unter Fingernagel wert. Es gibt keine Wahrheit sondern nur eine Hysterie und Panik.
    Warten wir ab und sprechen in 5 Jahren nochmal darüber ob: der Nutzen die Risiken überwiegen werden!

    • baludergrosse

      Menn Ärzte Laien sind (ob der Rottensteiner aus Lajen kommt wage ich zu bezweifeln…), was sind dann „alsobis“???
      Sollten wir uns an NoVax’ler halten, welche die anderen als Impfschwurbler bezeichnen.
      Der Rat mal 5 Jahre abzuwarten kann wohl nur von einem geistig Minderbemitteltem kommen!

      • alsobi

        @baluderschwätzer.

        In einem freigegebenen DokumentPfizer selbst hatte zum Zeitpunkt des Zulassungsantrags am 26. Oktober gewarnt: „Die Zahl der Teilnehmer am aktuellen klinischen Entwicklungsprogramm [ca. 3.000 Kinder, Anm . Die Langzeitsicherheit des COVID-19-Impfstoffs bei Teilnehmern im Alter von 5 bis 12 Jahren wird in 5 Sicherheitsstudien nach der Zulassung untersucht, einschließlich einer 5-Jahres-Follow-up-Studie zur Bewertung der Langzeitfolgen einer Myokarditis -Impfung Perikarditis“. Kurz gesagt , innerhalb von fünf Jahren wird man mehr über die damit verbundenen Risiken wissen, aber die Zulassung wurde auf jeden Fall mit der üblichen Formel erteilt:

        Der Nutzen überwiegt die Risiken!

    • diplomat

      alsobi du bist natürlich kein leihe, das stimmt. Du beist eine Ober ar*******

    • esmeralda

      @alsobi, ja ja, warten wir mal 5 besser noch 10 oder 20 Jahre ab, Abwarten und Kräutertee trinken, dann können wir schauen, ob wir die Kinder, die dann aber bereits 30 Jahre alt sind, impfen sollen, eventuell magari …

    • george

      ‚alsobi‘ als totaler Laie will über Fachärzte wie Messner u. Rottensteiner urteilen? Scheint total bescheuert zu sein und macht sich tagtäglich hier lächerlich.

    • devils_son

      wo du recht hast.. absolut, schon spassig wie kompetent die da so alle sind, gross und intelligent – haben gewiss no so 50 punkte von IQ mitreingejunbelt bekommen, wie sonst könnten die so mega fachkompetent sein. Es muss nur ein Impfapostel sein Prdigt halten, und die Herde hier huldigt ihm unermesslich. ja mei… wer alleweil nur die IQ Blüten der anderen verbreitet, so als wär es der eigene.. – muss ich da noch was sagen? 🙂 🙂

  • verwundert

    Sehr geehrter Dr. Rottensteiner, jetzt hab ich jeglichen Respekt vor Ihnen als Arzt verloren. Eine Impfung mit dem Argument „12 bis 18 jährige soll man impfen, da man ihr Bedürfnis nach Freiheit fördern sollte“ zu empfehlen, ist für mich unverständlich. Genauso die Äußerung, dass es in der Altersgruppe zwischen 5 und 11 Jahren Kinder gibt, „die sich impfen lassen wollen“. Wie bitte kann ein Kind von 10 Jahren eine provisorisch zugelassene Impfung einschätzen?? Sie als Arzt argumentieren nur mit sozialen Freiheiten und keinen Moment mit medizinischen Gründen.

  • alsobi

    @verwundert, eigentlich hätte ich wie sie noch deutlicher werden sollen. BRAVO.

  • kritiker

    Wahrscheinlich wieder einmal alles schludrig geschrieben „Es ist leider so, dass wir eine weitere Verbreitung des Corona-Virus nur erreichen werden, wenn wir die Kategorien der Kinder und der Jugendlichen, die derzeit am meisten von den Neuinfektionen betroffen sind, impfen.“ Wahrscheinlich wollte er sagen „verhindern“. Von einer Zwangsimpfung redet kein Mensch, wenn schon von einer Impfpflicht. Wäre gut wenn man in der Redaktion mal jemanden hätte, der die Artikel korrigiert.

  • sigo70

    „Ja, diese Altersgruppe sollte geimpft werden, weil man ihr Bedürfnis nach Freiheit fördern sollte.“
    Also wenn die Politik auch die Freiheit der 5-11 jährigen einschränkt, wird er vermutlich auch für die Impfung in dieser Altersgruppe sein.
    Wie verrückt muss man sein, um eine Impfung an Freiheitseinschränkungen zu knüpfen, gegen jede medizinische Notwendigkeit, um dann zu behaupten es ist sinnvoll zu impfen, damit sie frei sein können.

  • dulcinea

    Endlich jemand, der vor- und umsichtig mit dieser Thematik umgeht! Danke dafür.

  • vinsch

    Herr Rottensteiner, haben Sie Ihre Enkelkinder geimpft??? Sind Sie geimpft? Oder gehören Sie zu den vielen Ärzten, die sich ein Befreiungsattest haben schreiben lassen??? Keine Sorge, das Fußvolk wird auch die Kinder letztendlich impfen lassen „müssen“. Wäre interessant noch zu wissen, wie viele Politiker so ein Befreiungsattest besitzen.

  • diplomat

    @verwundert Rottensteiner sagt, dass er für Impfung der 2-18 jährigen nur deshalb dafür sit. weil sich zu vile Novax-idioten nicht impfen lassen und die Pandemie endlich bekämpft werden muss. Ist das so schwierig zu verstehen?

  • alsobi

    Ich kriege einen Lachkrampf bei dem CovitSchwurbelFanatismus.

  • andreas

    Kinder unter 12 Jahren zu impfen, halte ich für falsch, ich würde den Druck auf die Impfgegner massiv erhöhen, damit keine Notwendigkeit mehr besteht, die Kleinen zu impfen.

    Vor allem Pensionisten, für welche wir den Zauber primär veranstalten, würde ich so in die Mangel nehmen, dass sie zum Impfzentrum hinlaufen und schon von weitem nach dem Imparzt rufen. 🙂 🙂

  • yannis

    Ah, ein Zauber ist es also doch, schön das Du es endlich einsiehst.

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