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„Sozial ungerecht“

Myriam Atz-Tammerle und Sven Knoll

Sozial ungerecht und ein Hindernis für viele Menschen in Südtirol: Die EEVE. Die Süd-Tiroler Freiheit bringt diese Woche einen Antrag im Landtag zur Abstimmung, damit die EEVE umgehend überarbeitet und situationsgerecht angepasst wird.

Die Landtagsabgeordneten der Bewegung, Myriam Atz-Tammerle und Sven Knoll, hoffen auf eine breite Unterstützung im Landtag.

Um in Südtirol einen öffentlichen Beitrag, eine Sozialwohnung, eine Tarifreduzierung oder andere finanzielle Unterstützungen zu erhalten, ist es notwendig, dem Gesuch die EEVE, die „Einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung“, beizulegen.

Die EEVE zeigt die wirtschaftliche Situation eines Bürgers in Süd-Tirol auf und ob er überhaupt die „ausreichend schlechten“ sozialen bzw. wirtschaftlichen Voraussetzungen besitzt, eine Förderung oder Unterstützung zu erhalten.

Klagen über Mängel und Ungerechtigkeiten bei der EEVE kommen immer wieder von Seiten der Bürger sowie von Gewerkschaften und Sozialpartnern, schreibt die Süd-Tiroler Freiheit am Dienstag in einer Aussendung.

Ein Beispiel: Ein junger Mensch hat lange gespart oder erhält eine finanzielle Unterstützung von seinen Eltern, um für einen Wohnungskauf ein Darlehen von der Bank zu erhalten. Doch genau dieses Ersparte bzw. die finanzielle Unterstützung der Eltern wird ihm beim Ansuchen um einen Landesbeitrag für seinen Wohnungskauf bei der Berechnung der EEVE zum Verhängnis.

Genauso gehe es Personen, die über ein Eigenheim verfügen, für das sie ihr Leben lang gearbeitet, gespart und Darlehensraten abgezahlt haben, so Sven Knoll und Myriam Atz-Tammerle.

Es gebe in Südtirol sogar derartige Härtefälle, bei denen Personen arbeitsunfähig sind, über keinerlei Einkommen verfügen und obendrein noch keine finanzielle Unterstützung erhalten, weil ihre Krankheit oder Situation nicht anerkannt oder „schlimm genug“ ist.

Verfügen diese Personen über ein Eigenheim oder besitzen sie eine Zweitwohnung, dessen Miete ihnen nicht als Rendite, sondern als Lebensunterhalt dient, dann stündenn die Chancen schlecht, eine finanzielle Unterstützung vom Land zu bekommen. Der Grund: das starre Berechnungssystem der EEVE!

„Das derzeitige Berechnungssystem der EEVE löst soziale Härtefälle oder soziale Ungerechtigkeiten nicht, sondern schafft sie!“, betonen die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Myriam Atz-Tammerle und Sven Knoll.

Die Abgeordneten weiter: „Die aktuelle EEVE-Berechnung zwingt die Gesuchsteller ja regelrecht dazu, ihr Eigenkapital zu veräußern und dann selbst ein Sozialfall zu werden. Und genau deshalb müssen die Gesetzgeber schnellstmöglich eine Korrektur bei der bisherigen Berechnung der EEVE vornehmen.“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • waldemar

    Ich finde es ja positiv wenn die Tageszeitung ein so großes Herz für Minderheiten und Kleinstparteien hat. Aber muss wirklich jeder Mist von diesen beiden Politikern veröffentlicht werden?

    • iceman

      im Grunde hat dieses Trachtenpärchen ja recht, aber nur die Arme verschränken und keine konstruktiven Lösungsvorschläge zu bringen ist halt auch nicht mehr als ein bisschen Pressepräsenz in einem Medium, das sich über jede Pressemitteilung freut.

  • artimar

    Vollkommen richtig. Ein Beispiel. Wieso soll jemand, der einen Kredit aufnimmt bzw. muss, plötzlich „reich“ sein? Genau: Der Betrag wird auf dem eigenen Konto gutgeschrieben. Für Schulden ist ja auf EVEE keine Spalte vorgesehen.

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