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Antholz ausgebucht

Ungeduldig warten viele Biathlonfans auf den Weltcup – und sogar für die Olympischen Bewerbe 2026 ist in Antholz jetzt schon kein Zimmer mehr zu finden. Warum das so ist.

von Silke Hinterwaldner

Eines solches Szenario scheint in diesen Tagen undenkbar: Seit gestern ist die Gemeinde Rasen Antholz rote Zone, die Coronazahlen steigen, die Menschen dürfen nachts ihre Häuser nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

Dabei ist man in der Biathlon-Arena in Antholz nun schon seit Monaten mit der Organisation des Weltcups Ende Jänner befasst. In diesem Winter möchte man auf die Zuschauer bei diesem Großereignis eigentlich nicht schon wieder verzichten müssen. Aber wer weiß schon, was die Pandemie aus diesem Winter macht. Und trotzdem: Bis zum sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen – vor allem auch in Deutschland, wo sehr viele Biathlonfans herkommen – war man voller Vorfreude auf diesen Weltcup. Zimmer und Tickets waren praktisch ausverkauft.

Noch erstaunlicher ist allerdings, welch enorme Nachfrage es für die olympischen Biathlon-Bewerbe im fernen Winter 2026 zu geben scheint. Wer heute ein Zimmer für Februar in vier Jahren sucht, wird kaum fündig werden. Alles ausgebucht – auch wenn viele Menschen mitten in der Pandemie sehr kritisch auf die Abhaltung von Großveranstaltungen blicken.

Aber Georg Zingerle, Präsident im Tourismusverein Antholzertal, relativiert diese Zahlen. Er sagt: „Es wird wohl so sein, dass viele Hotels noch abwarten. Sie hoffen vielleicht, im Winter 2026 einen noch besseren Preis erzielen zu können, wenn sie die Zimmer nicht heute schon vergeben. Oder sie warten auf Gäste, die länger als nur einige wenige Tage bleiben.“ Und: Bereits bei der Bewerbung für die Winterspiele 2026 musste ein Komitee für Mailand-Cortina ein gewisses Bettenkontingent zur Verfügung stellen, um sich an der Bewerbung für die Spiele überhaupt beteiligen zu können. Damals haben die Organisatoren hunderte von Gästebetten im oberen Pustertal reserviert – auch wenn viele Hoteliers eher widerwillig mitmachten. Aber: So möchte man sicherstellen, dass genügend Aufnahmekapazitäten vorhanden sind und verhindern, dass für die olympischen Bewerbe neue Hotels gebaut werden müssen.

In Rasen Antholz weiß man heute freilich noch nicht, wer diese Bettenkontingente 2026 nutzen kann: Sind diese Betten für Sponsoren reserviert? Oder doch für die Teams? „Hier ist noch ziemlich viel in der Luft“, sagt Georg Zingerle.

Er wundert sich deshalb ganz und gar nicht darüber, dass man heute für den Zeitraum der olympischen Bewerbe 2026 in Antholz kein freies Zimmer findet. Dabei darf man nicht vergessen: Mittlerweile hat man im Tal viel Jahre Erfahrung mit der Anhaltung des Weltcups, aber Olympische Spiele sind dann doch wieder ein ganz anderes Kaliber. So dürfen bei olympischen Bewerben normalerweise weniger Leute ins Stadion als bei Weltcuprennen. Für die Bewerbe in vier Jahren könnten 15.000 bis 17.000 Menschen (anstatt 20.000) zugelassen werden – ganz unabhängig von Corona.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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