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Der besetzte Platz

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der am Donnerstag, begangen wird, erinnert der Südtiroler Landtag an die Frauen, die durch Gewalt zu Tode gekommen sind, indem er sich an der Sensibilisierungskampagne „Besetzter Platz“ beteiligt: bis zum 10. Dezemberwird ein leerer Stuhl, der mit roten weiblichen Accessoires geschmückt ist, zu sehen sein.

Ein Stuhl mit rotem Tuch und Frauenaccessoirs wird am Eingang des Landtags aufgestellt: Es ist der „besetzte Platz“ einer der viel zu vielen Frauen, die Opfer von Femizid wurden, ein Zeichen, mit dem sich der Landtag an den Sensibilisierungsinitiativen anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen beteiligen will, der morgen, am 25. November, begangen wird. Der leere Stuhl wird zwei Wochen lang dort stehen, bis zum 10. Dezember, dem Welttag der Menschenrechte.

„Mit der Kampagne ‚Besetzter Platz‘ wollen wir auf die leeren Sitze – in der Schule, am Arbeitsplatz, im Bus, im Theater – aufmerksam machen, auf denen eine Frau saß, die von einem Partner, einem Ehemann, einem Familienmitglied getötet wurde, das ihre freien Entscheidungen nicht akzeptieren konnte“, sagt Landtagspräsidentin Rita Mattei. Die Frage der Gewalt gegen Frauen, so die Präsidentin, wird im Mittelpunkt der Landtagssitzung in der kommenden Woche stehen: „Auf der Tagesordnung steht die Diskussion über das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und zur Unterstützung von Frauen und ihren Kindern: Bei der Behandlung dieses Gesetzes werden wir über dieses dramatische Problem diskutieren, und ich hoffe, dass seine Verabschiedung den Frauen in Gewaltsituationen konkrete Unterstützung bringen wird“.

In Italien wurden seit Jahresbeginn 109 Frauen getötet, 93 von ihnen im Familienkreis und 63 durch ihre Partner oder Ex-Partner (Daten des Innenministeriums): das sind etwa 7 % mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2020. Dies ist nur die Spitze des Eisbergs, denn jeden Tag werden 9 Frauen Opfer von geschlechtsspezifischen Straftaten (Daten der Quästuren). Auch Südtirol ist von diesem Phänomen nicht ausgenommen: 2020 wurden laut ASTAT 579 Frauen von den fünf Frauenhäusern und den vier Kontaktstellen für Gewaltopfer betreut. „Es ist wichtig, dass Frauen in Gewaltsituationen wissen, wohin sie sich wenden können“, erklärt Mattei.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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