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Der Aufschrei der Frauen

Julia Unterberger

Internationaler Tag der Gewalt gegen Frauen: SVP-Senatorin Julia Unterberger begrüßt das Engagement der italienischen Ministerinnen.

Die Ministerinnen der Regierung Draghi haben gemeinsam ein Maßnahmenpaket vorgelegt, um den Schutz der Frauen zu verbessern und die Strafen gegen die Gewalttäter zu verschärfen.

„Diese Initiative ist der richtige Ansatz, den Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November zu begehen.“ 

Dies betonte die Vorsitzende der Autonomiegruppe Julia Unterberger anlässlich der Veranstaltung „Nein zur Gewalt, der Aufschrei der Frauen“ im Senat. „Leider leben wir in einer patriarchalen Gesellschaft; es wird sehr viel Zeit und Mühe kosten, eine grundlegende Veränderung herbeizuführen.“ 

Julia Unterberger weiter:

„Das ist auch kein Wunder, wenn wir bedenken, dass das Kassationsgericht erst 1956 das ‚ius corrigendi‘ des Ehemannes und 1968 die differenzierte Behandlung des Ehebruchs für verfassungswidrig erklärt hat.

Die mildernden Umstände für den Ehrenmord sind erst 1981 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen worden. 

Wir haben zwar in den 90er Jahren die formale Gleichberechtigung erreicht, von der substantiellen Gleichstellung sind wir jedoch noch weit entfernt. 

Oft passiert die Gewalt genau dort wo Männer auf ihre Vollmachtstellung pochen. Wenn die Frau das nicht akzeptiert, greifen sie zur einzigen Reaktion die sie kennen: zur Gewalt. 

Daher gilt es, die noch überall vorhandenen Mechanismen in unserer Gesellschaft, die das Weibliche gegenüber dem Männlichen abwerten, zu erkennen und zu bekämpfen. 

Auch müssen wir die offenen Gesetzeslücken schließen: Der ,codice rosso‘ hat zwar neue Straftatbestände eingeführt, z.B ,revenge porn‘ und mit der Reform des Zivilprozesses werden endlich wirksame Maßnahmen gegen ökonomische Gewalt ergriffen. Der Straftatbestand der Anstiftung zum Hass gegen Frauen wartet jedoch immer noch auf seine Einführung.

Die gemeinsame Initiative der Ministerinnen, ein rechtliches Maßnahmenpaket gegen Gewalt an Frauen vorzulegen, ist daher auf jeden Fall zu begrüßen. Ihr Engagement zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass Frauen in Führungspositionen sind, welche die anderen Frauen nicht vergessen.“ 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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