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Die neuen Risiken

Digitalisierung und Innovation sind die Basis für neue Strategien beim Risikomanagement in der Landwirtschaft, hieß es auf einer Tagung des Hagelschutzkonsortiums.

Klimawandel und Nachhaltigkeit sind nur zwei der vielen Herausforderungen, die die Landwirtschaft in Zukunft meistern muss.

Beim Kongress „Agri Risk Future Day“ am Freitag wurde deutlich:  

Das Risikomanagement in der Landwirtschaft kann nur durch Digitalisierung, Innovation und neue Wege im Bereich der Absicherung des Einkommens der Landwirte bewältigt werden. Die Politik auf nationaler und europäischer Ebene sei sich dessen bewusst.

Die Tagung, zu der das Hagelschutzkonsortium Südtirol und das Schutzkonsortium Trient in Zusammenarbeit mit dem Nationalverband der Schutzkonsortien „Asnacodi Italia“ geladen hatten, fand im Rahmen der Landwirtschaftsmesse AgriAlp 2021 statt.

Im direkten Dialog mit den Schutzkonsortien werde an neuen Lösungen gearbeitet. Südtirol und das Trentino seien Vorreiter, wenn es um Innovation und neue Maßnahmen zur Einkommensabsicherung in der Landwirtschaft gehe, wurde bei dem Treffen mehrfach betont.

„Die Art und Weise, wie wir unsere Produktion absichern werden, vor allem die passive Absicherung, wird sich in Zukunft ändern“, unterstreicht Stefan Klotzner, Obmann des Hagelschutzkonsortiums.

Die Digitalisierung der vielfältigen Informationen der bewirtschafteten Flächen werde in Zukunft einen zentralen Stellenwert haben.

Eine wesentliche Basis dafür sei von der Südtiroler Landesverwaltung bereits geschaffen worden. Heute schon seien im Land- und Forstwirtschaftlichem Informationssystem des Landes die bewirtschafteten Flächen der Landwirte bis ins Detail erhoben und grafisch abgegrenzt.

Mit dem vor zwei Jahren eingeführten Obstbaukataster der Provinz Bozen wurden nun auch die angebauten Sorten, der aktive Schutz, wie Hagelschutznetze und Frostberegung, aber auch die Art der Bewässerung erhoben und kartographiert.

Hagel in Nals (Foto: Florians Wetterseite)

„Diese Daten sind nicht nur als Grundlage für die Berechnung der Fördergelder wesentlich, sondern auch für ein gezieltes Risikomanagement zugunsten unserer Landwirte“, erklärt Martin Pazeller, Direktor der Abteilung Landwirtschaft.

Das gemeinsam mit den Obstgenossenschaften geführte Obstbaukataster bildet die Basis für die Ernteversicherung, Mutualitätsfonds zur Einkommensstabilisierung, und somit auch für die Planung und Ausrichtung der Produktion unserer Obstbauern und Obstbäuerinnen.

Wandel des Klimas stellt Landwirte vor Herausforderungen

Der stetige Wandel des Klimas stellt die Landwirte vor neue Herausforderungen.

„Die Unwetterereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Risikovorsorge von immer größerer Bedeutung wird, um Ernteausfälle und folgende Einkommensverluste auszugleichen“, erklärt der Landesrat für Landwirtschaft, Arnold Schuler.

„Das Riskmanagement, welches das Hagelschutzkonsortium anbietet, ist wichtig und sollte bestmöglich in Anspruch genommen werden. Außerdem unterstütze ich neue Modelle, wie der Mutualitätsfonds zur Stabilisierung des Einkommens für die Südtiroler Landwirte, als zusätzliche Absicherung sehr“, so Schuler weiter.

Auch Giulia Zanotelli, Landesrätin für Landwirtschaft in Trient, bekräftigt dies und lobt die Arbeit der Schutzkonsortien. Neben den großen Punkten Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, Nachverfolgbarkeit der Lebensmittel und biologische Wirtschaftsweise, unterstützt die europäische Union in der kommenden Agrarperiode auch das Risikomanagementsystem in der gewohnten Weise.

In seiner Rede an die Kongressteilnehmer bekräftigt EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann die Wichtigkeit des Risikomanagements in der Landwirtschaft und erklärt, dass die Weichen dafür gestellt worden seien. Die europäische Gemeinschaft ermöglicht, zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen, den Mitgliedsstaaten 3% aus der ersten Säule der PAC zugunsten des Risikomanagements einzusetzen.  Dadurch ist eine Querfinanzierung der katastrophalen Schäden (Frost und Trockenheit) zugunsten der Landwirte möglich. Auch EU-Parlamentarier Paolo de Castro unterstreicht dies in seiner Videobotschaft.

Mutualitätsfonds zur Stabilisierung des Einkommens:

Mutualitätsfonds sind innovative Möglichkeiten, welche Landwirte nutzen können, um Ihre Produktion alternativ oder ergänzend zur klassischen Ernteausfallversicherung absichern zu können. Mauro Serra Bellini – Zuständig für das Riskmanagement im Landwirtschaftsministerium – zeigt Mutualitätsfonds als interessante Möglichkeit auf. Besonders territoriale Gegebenheiten in Produktion und Einkommen ließen sich in solchen Systemen besser berücksichtigen. Schließlich sichern sich Landwirte und Produzenten mit Hilfe der öffentlichen Fördermittel gegenseitig ab.

Auch Angelo Frascarelli, Präsident von ISMEA, Silvia Lorenzini (AGEA), sowie die Vertreter der Erzeugerorganisationen VOG, Vi.P. und Melinda, haben in der Diskussionsrunde am Ende der Tagung bekräftigt, dass Innovation in der Landwirtschaft und neue Instrumente zur Absicherung des Einkommens in der Landwirtschaft fundamental seien. Innovative Technologien in der Schadenserhebung, die von AGRIN und ENOGIS vorgestellt wurden, seien somit sehr willkommen. Sie würden nämlich zu einer Kostenreduzierung des Risikomanagements beitragen.

„Das Vorantreiben neuer Technologien, die Digitalisierung und Nutzung der Daten, um das Einkommen unserer Landwirte zu sichern, ist die Kernaufgabe der Schutzkonsortien“, zeigt sich Stefano Francia, Vize-Präsident des Nationalverbandes der Schutzkonsortien „Asnacodi Italia“ in seiner Abschlussrede überzeugt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • sougeatsnet

    Thema Berglandwirtschaft: „Das Vorantreiben neuer Technologien, die Digitalisierung und Nutzung der Daten, um das Einkommen unserer Landwirte zu sichern, ist die Kernaufgabe der Schutzkonsortien“. Bin ich zu blöd, um zu verstehen wo da Verbesserungen für die einzelnen Bauern sind? Bio und Nachhaltigkeit sind da Fremdwörter! Das kann es wohl nicht sein.

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