Du befindest dich hier: Home » News » „Vor dem Kollaps“

„Vor dem Kollaps“

Tony Tschenett

Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), befürchtet im Hinblick auf die Betreuung der Heimbewohner in vielen Strukturen das Schlimmste. Er fordert eine signifikante Aufwertung der Pflegeberufe.

„Martina Ladurner, Präsidentin des Verbandes der Altersheime, hat mit ihrer Forderung an die Politik nach Sofortmaßnahmen vollkommen recht. Viele Altersheime stehen aufgrund der äußerst prekären Personalsituation bereits vor dem Kollaps. Das heißt einerseits, dass jene Pflegekräfte, die aktuell noch ihren Dienst versehen, die Schwelle des Leistbaren bereits überschritten haben, andererseits sind unzählige Betten unbesetzt, weil Personal für die Betreuung der Heimbewohner fehlt. Wir bewegen uns auf eine Situation zu, die immer prekärer wird“, so Tony Tschenett.

Vor allem die Kündigungswelle in den Strukturen gibt dem ASGB-Chef zu denken.

„Zahlen lügen bekanntlich nicht. Und die Summe der Kündigungen von Pflegekräften in den Altersheimen hat äußerst bedenkliche Zahlen angenommen, die eigentlich auch den politisch Verantwortlichen Anlass zur Sorge geben sollten. Vogel-Strauß-Politik und die Situation aussitzen, das funktioniert nicht mehr. Es braucht eine spürbare Aufwertung der Pflegeberufe, schlicht um eine Katastrophe abzuwenden. Mir ist bewusst, dass die Forderung nach höheren Löhnen gerade in Zeiten klammer Landeskassen ein Anliegen ist, welches die Entscheidungsträger in die Bredouille bringt und nicht gerne gehört wird. Aber Untätigkeit wäre auf lange Sicht noch viel gravierender, als jetzt eine Umschichtung der Finanzmittel zu beschließen, um die aktuellen Pflegekräfte zu halten und möglichst neue dazuzugewinnen. Zudem möchte ich bekräftigen, dass die Forderung nach einer Aufwertung des Pflegeberufes von uns bereits lange vor dieser Krise deponiert wurde und somit für die Politik keine Neuigkeit ist“, so Tschenett.

Dasselbe, so der ASGB-Vorsitzende, würde auch für den Sanitätsbetrieb gelten. Auch dort sei die Situation besorgniserregend und man müsse dringend handeln.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (7)

Lesen Sie die Netiquette und die Nutzerbedingungen

  • drago

    „Aufwertung des Pflegeberufes“
    Mit anderen Worten: mehr Geld, weniger Arbeiten, mehr Ferien
    Welcher Berufsstand ist denn nicht der Meinung, dass er aufgewertet werden muss?

    • baludergrosse

      Du solltest mal einen Tag, nur einen einzigen Tag, in einem Seniorenwohnheim in der Pflege arbeiten – dann würdest du dir solcherart Kommentar mehr als zweimal überlegen!
      Man muss den Hut vor allen in der Pflege Beschäftigten ziehen!
      Irgendwann einmal wirst auch du (ja, auch ich) vermutlich Pflege benötigen. Wir können alle nur hoffen, dass es dann noch ausreichend Pfleger/innen gibt!
      Ansonsten kannst du dir sicher gut ausmalen, wie unser Lebensabend aussehen wird… ich versuche das jetzt zu verdrängen, aber es geht nicht ganz so leicht!

      • drago

        Abgesehen davon, dass ich bereits in einem Altenheim gearbeitet habe, ist das mit der Aufwertung in der letzten Zeit z.B. von den Lehrkräften gekommen (wobei bei diesen die Aufwertung/Anerkennung nur das Geld betroffen hat, da selbst die Lehrer nicht so unverfroren waren, von mehr Urlaub zu reden). Die Krankenpfleger möchten sowieso wie die Ärzte bezahlt werden.
        Man muss den Hut ziehen vor allen, die ihre Arbeit mit Einsatz erledigen.
        Die gleiche Gewerkschaft, die hier für die Aufwertung der Pflegekräfte plädiert, schreit auf, wen auch nur angedacht wird, die Beamtenschaft des Landes zu reduzieren, so dass nicht die Fixkosten der Gehälter den halben Landeshaushalt auffressen. Und dies wiederum herangezogen wird, um Steuererhöhungen iins Spiel zu bringen. Allen wäre mit einer Steuersenkung, die mehr im Gehaltssäcklein ließe, mehr gedient, als mit diesem Geplärre nach Sparte um mehr Geld.

  • kirke

    Dass die Situation so dramatisch ist hat auch mit der Gewerkschaft zu tun, die Händchenhaltend und A…..kriechend mit der Politik einhergeht.

  • vinsch

    Gleichbehandlung wäre schon viel. In keinem anderen Beruf ist die Impfung Pflicht, bei den Politikern gilt sogar die nicht einmal die 3GRegel, die bekommen ihren Gehalt so oder so. Und Sie haben dazu nichts zu sagen???? Ich würde sagen Herr Tschenett, Sie haben Ihren Beruf verfehlt.

  • wurm

    Ach, wie wäre es alle Maßnahmen zu lassen auch die Impfpflicht – – aber dafür xy Betten in Krankenhäuser für COVID-19 reservieren- falls voll dann halt Wartelisten- wie auch bei anderen Erkrankungen- man muss ja auch in der Onkologie warten obwohl die Zeit läuft!!!!

  • tirolersepp

    Nur das Geld allein wird’s nicht richten, jedoch wesentlich beruhigen !

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2021 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Privacy Policy | Netiquette & Nutzerbedingungen | AGB | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen