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Der Radl-Streit

Der AVS hat entschieden, den „alten Mendelsteig“ aufzulassen – weil trotz Verbot zu viele Mountainbiker unterwegs sind. In der Gemeinde kann man das nicht nachvollziehen. 

von Lisi Lang

Für den AVS in Kaltern steht fest: So kann es einfach nicht mehr weitergehen und so will man auch nicht mehr weitermachen bzw. dafür kann man die Verantwortung nicht übernehmen. „Seit über zehn Jahren will man Kaltern als Bike-Destination etablieren, gleichzeitig wurden aber keine eigenen Angebote geschaffen“, kritisiert der erste Vorsitzende der AVS-Sektion Kaltern, Christian Mayr. Auf einigen Strecken habe sich deswegen der Konflikt zwischen Wanderern und der ständig zunehmenden Anzahl an Mountainbikern zugespitzt – beispielsweise auf dem „alten Mendelsteig“.

Der „alte Mendelsteig“ ist die historische Verbindung von Kaltern auf die Mendel und ein beliebter Wanderweg. Durch die Nähe zur Standseilbahn und fehlenden Alternativen wurde der „alte Mendelsteig“ aber auch von Mountainbikern für die Abfahrt benutzt. Weil das aber mit der Nutzung als Wanderweg nicht kompatibel ist, und es immer wieder Diskussionen und Probleme gab, wurde der Weg von der Gemeinde für Mountainbiker gesperrt. „Eine Doppelnutzung dieses Weges durch Wanderer und Mountainbiker ist einfach gefährlich“, erklärt Christian Mayr.

An dieses Fahrverbot halten sich aber nicht alle – und der AVS zieht deswegen nun endgültig die Reißleine. „Das kürzlich stattgefundene E-Mountainbike-Trailcamp in Kaltern und die Veröffentlichung der Abfahrtsvideos über den Mendelsteig haben die Sektionsleitung des AVS Kaltern dazu bewogen, diesen Wanderweg aufzulassen und aus dem Register der AVS-Wanderwege zu streichen“, erklärt der Vorsitzende der AVS-Sektion. Dieses rund 15-minutige Video zeige nämlich nur die „coole Abfahrt“, aber weder die Schwierigkeit dieser Strecke, noch die Tatsache, dass es für Mountainbiker eigentlich verboten wäre, diesen Weg zu benutzen. Und der AVS befürchtet, dass so ein Video – welches laut Mayr in rund einer Woche 5.000 Mal geklickt wurde – noch viele weitere Mountainbiker anziehen könnte, die trotz Verbot eine Abfahrt wagen. „Wir wollten mit dieser Entscheidung deswegen ein Zeichen setzen und noch einmal unterstreichen, dass es endlich konkrete Lösungen braucht – weil seit zehn Jahren reden wir nur darüber“, unterstreicht Christian Mayr.

Konkret bedeutet diese Entscheidung des AVS, dass der „alte Mendelsteig“ ohne Wegehalter bleibt – der Steig wird also nicht mehr vom AVS gepflegt. Auch wurde er aus dem Register der AVS-Wanderwege gestrichen.

In Kaltern können diese Entscheidung aber nicht alle nachvollziehen. Werner Maier, der in der Gemeinde für Sport zuständige Gemeinderat, hält diese Entscheidung für übertrieben. Man begegne zwar trotz Fahrverbot Mountainbikes auf diesem Weg, allerdings nicht so übermäßig häufig wie vom AVS kritisiert.

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Kommentare (6)

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  • anderle

    Recht hom sie! Dor AVS muas amo a Zeichen setzen. Die Gemeinden ziegen sich aus der Verontwortung , werben mit mtb Trails, und hom koane. genauso Lafts in gonzen lond. Der Tourismusverein Eppan mocht veronstoltungen mit dor Eva Lechner… montiggler Trails zu befahren, und die Gemeinde losst sie in gleichen Tog mit Erdhügel zuaschütten. Jo geats no? I bin af koaner Seite, Ober a Regelung muas her! Saalbach und co. mochns vor!!!

  • george

    Sehr gut AVS! Hier gilt es ein klares Zeichen zu setzen. Wieso sollten die Steige-Pfleger im AVS immer wieder daran arbeiten, wenn sie dann doch wieder diese „noraten“ Bergradler nutzen und alles kaputtfahren.

  • giuseppebordello

    Es nützt nichts Verbote anzubringen und dann den Kopf in den Sand zu stecken.

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