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Auf nach Radstadt 

„Der schönste Kinosaal in Mitteleuropa“ (1556) (Foto: Kurt Hörbst)

Nach dem totalen Ausfall im letzten Jahr gibt es in Radstadt ein zweifaches Jubiläum. „Das Zentrum“ des Kulturkreises Radstadt feiert seinen 40er, das Filmfestival dort feiert seinen 20er. 

von Renate Mumelter

Elisabeth Schneider spricht vom schönsten Kinosaal in Mitteleuropa, wenn sie das Kino im Turm in Radstadt meint. Der Saal im historischen Stadtturm von 1556 hat großen Charme. 

Radstadt liegt im Pongau 858 Meter hoch und ist das Zentrum des Ennspongaus. Die Stadt hat 4878 Einwohnerînnen und bietet neben Natur und Wintersport auch beachtliche Kultur. Dreh- und Angelpunkt dafür ist „Das Zentrum“, das seit 1991 von Elisabeth Schneider gemeinsam mit den Leuten vom Kulturverein geleitet wird. Im Angebot ist Literatur, Musik, bildende Kunst  undundund, alles mit Namen, die aufhorchen lassen. Seit 20 Jahren gibt es auch ein Filmfestival, und da kommt Südtirol ins Spiel, dieses Jahr stärker als zuvor, obwohl das Südtirol-Interesse schon immer groß war und die Zusammenarbeit sehr gut.

Heimat, das Festival-Motto 2021

25 Filme gibt es zwischen 3. und 7. November in Radstadt zu sehen, sie kommen aus 13 Ländern und trotzdem ist Südtirol stark vertreten. 

Eine der Welt-Uraufführungen aus dem 21er-Programm ist „Symphonic Alps. Herbert Pixner Projekt & das Tonkünstler-Orchester NÖ“, ein Konzertfilm, den Christoph Franceschini im Frühjahr 2021 drehte. Er ist ein Folgeprojekt von „Herbert Pixner & The Italo Connection“ (2019). Damit waren Pixner und Franceschini auch schon in Radstadt, diesmal begleitet Christoph Franceschini den Film und steht dazu Rede und Antwort. 

Evi Romen ist dabei, Trenker auch

Rede und Antwort wird auch Evi Romen stehen, wenn – endlich – „Hochwald“ in Radstadt gezeigt werden kann. Ursprünglich wäre dort einer der ersten Aufführungsorte gewesen, aber dann kam Corona dazwischen, wie das bei „Hochwald“ immer wieder der Fall war.

Besonders ist heuer ein unbekannter Dokumentarfilm von Luis Trenker aus dem fernen 1956. „Gold aus Gletschern“ erzählt in bestechendem Schwarzweiß vom Bau des Wasserkraftwerks Kaprun. Dazu liefert er auch eine Spielhandlung mit Marianne Hold, dem Star der damaligen Zeit und mit Trenkersohn Florian. Eine Zeitreise in Bildern, die sogar ohne Ton funktioniert.

Wolfram Paulus (1957-2020)

Nicht unterschlagen werden soll hier die Wolfram-Paulus-Reihe werden. Der Regisseur war aus der Gegend, hatte bei seinem Studium an der HFF in München Südtirolerînnen kennen gelernt und war Südtirol immer eng verbunden. Seinen ersten großen Spielfilm „Heidenlöcher“ drehte er 1986 auch im Pongau. Es war eine der Vorzeigeproduktionen des neuen, österreichischen Films. Zu sehen sind diesmal alle Paulus-Filme, angefangen bei „Wochenend“ (1981) bis „Die Ministranten (1990). Paulus‘ „Nachsaison“ (1988) gilt meine besondere Empfehlung. Zum Paket gehört auch „Das Glück beim Händewaschen“ (1981) von Werner Masten (nach Joseph Zoderer). Hier war Paulus für das Bühnenbild zuständig.

Weil das Festival grad in die Sharm-Ferienwoche fällt, empfehle ich einen Abstecher dorthin, denn im Programm gibt es noch viel mehr als Südtirol, wohlgemerkt. 

Übrigens: Für die Zukunft wünscht sich Elisabeth Schneider, „Leute zu finden, die unsere Arbeit fortsetzen. Irgendwann werden wir an Jüngere übergeben“. Diese Hofübergaben sollten wir Ältere nicht aus den Augen verlieren, auch in Südtirol werden sie dringend nötig, und das geht nicht von heute auf morgen. 

Alle Infos unter 

www.daszentrum.at

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