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„Sehnsucht nach Natur“

Nach rund 150 corona-bedingten Schließungstagen in den Jahren 2020 und 2021 blicken die Privatvermieter zufrieden auf die vergangene Sommersaison zurück.

Die Gäste suchten vor allem Ruhe und Entschleunigung. Nachhaltigkeit und Regionalität rücken immer stärker in den Mittelpunkt. Die Privatvermieter sehen darin große Chancen für die Zukunft.

Der Start in das Jahr 2021 war auch für Südtirols Privatvermieter von den Corona-Maßnahmen geprägt. Seit Beginn der Pandemie und den einhergehenden Hygienemaßnahmen gab es in Südtirol rund 150 Schließungstage. Im Juni 2021 erfolgte schließlich der Start in die Sommersaison 2021, auf die die Privatvermieter bei der diesjährigen Messe Hotel in Bozen zufrieden zurückblicken.

„Die Privatvermieter bauen seit jeher auf viele Stammgäste. Diese sind auch heuer wieder nach Südtirol gekommen. Dazu durften wir aber auch viele neue Gäste empfangen, von denen nicht wenige Südtirol zum ersten Mal oder neu entdeckt haben“, erklärt Esther Mutschlechner-Seeber, Präsidentin des Verbandes der Südtiroler Privatvermieter.

„Gesucht haben die Gäste bei unseren Betrieben vor allem Ruhe und Zurückgezogenheit. Besonders groß ist das Interesse an Regionalität und Nachhaltigkeit. Beide Themen werden gerade von den Privatvermietern intensiv gelebt.“ Unter diesen Gesichtspunkten ist der Blick auf die anstehende Wintersaison beim VPS von vorsichtigem Optimismus geprägt.

Sicherheit, Ruhe und Zurückgezogenheit

„Südtirols Privatvermieter haben es geschafft, den Gästen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit während einer Pandemie zu vermitteln“, analysiert Mutschlechner-Seeber. Referentin Greti Ladurner, Expertin für strategisches Marketing, verweist ebenso auf die besondere Position der Privatvermieter:

„Die wachsende Sehnsucht nach Natur und das Meiden von größeren Menschenmassen sind Trends, die die Attraktivität von Südtirols Privatvermietern untermauern. Sie können es ihren Gästen ermöglichen, im Urlaub wirklich zur Ruhe zu kommen.“ Der zweite Referent Hannes Gasser, Geschäftsführer von Brandnamic, sieht es ähnlich: „Oasen der Entschleunigung“ seien zunehmend gefragt: „Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und Urbanisierung suchen Menschen im Urlaub mehr und mehr nach Naturerlebnissen, nach Zurückgezogenheit und Ruhe.“

Regionalität und Nachhaltigkeit

„Bei den Privatvermietern handelt es sich um kleine und kleinste Betriebe, die sehr stark auf regionale Kreisläufe bauen und auch fest in diese integriert sind“, unterstreicht Mutschlechner-Seeber. „Tatsächlich“, so Greti Ladurner, „haben regionale Kreisläufe auch während der schwierigsten Coronaphasen, als etwa globale Kreisläufe unterbrochen waren, sehr gut funktioniert.“ Zum anderen haben Südtirols Privatvermieter im Sommer eine verstärkte Nachfrage der Gäste nach Regionalität registriert, insbesondere im Einkauf von Lebensmitteln.

„Regionale Kreisläufe sind von großer Bedeutung für die Versorgung der Gäste“, untermauert Ladurner. „Qualität ist der Weg in die Zukunft, der sich auch im Preis widerspiegeln darf.“

Darüber sind sich die Experten einig. So empfiehlt auch Hannes Gasser: „Wir sollten weiterhin auf die Vorteile der Regionalität und der Nachhaltigkeit setzen. Dabei ist es wichtig, dass sich die Südtiroler Tourismusbetriebe nicht als Konkurrenten sehen, sondern gemeinsam an dieser Zukunft arbeiten.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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