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Die Schule im Jahr 2040

Kindergarten- und Schulführungskräfte haben sich in Brixen zwei Tage lang mit der Frage befasst, wie Lernen in der Zukunft aussehen wird und muss.

Mit der Frage „Wie soll Schule im Jahr 2040 aussehen?“ haben sich diese Woche (19. und 20. Oktober) die Führungskräfte der deutschsprachigen Kindergärten und Schulen beschäftigt. Die Deutsche Bildungsdirektion hatte dazu eine Tagung an der Cusanus-Akademie in Brixen mit einer Reihe von Referenten organisiert.

„Die künftige Lebens- und Arbeitswelt wird neue Anforderungen an die nachfolgenden Generationen stellen“, betonte Landesrat Philipp Achammer, der am ersten Tagungstag die Kindergarten- und Schulführungskräfte begrüßte. „Damit die Schule Kinder und Jugendliche auf diese Anforderungen gut vorbereitet sind, muss sie ein Ort sein, an dem nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch angewandt wird, wo Kompetenzen erweitert und individuelle Fähigkeiten im Fokus stehen.“ Dazu gelte es die Rahmenbedingungen im Schulbereich anzupassen: die Lehrerausbildung weiter zu forcieren, familienfreundliche Zeitmodelle in Kindergarten und Schule zu schaffen oder das Kern- sowie Wahlangebot für Schülerinnen und Schüler zu erweitern sowie die Mehrsprachigkeit an die aktuellen Notwendigkeiten auszurichten, indem Konzepte an Schulen erarbeitet werden und die Fremdsprachendidaktik in die Lehrerausbildung aufgenommen wird.

Zukunftsforscher David Borst ging in seinem Vortrag darauf ein, wie Schülerinnen und Schüler angemessen auf die gewandelten gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Anforderungen vorbereitet werden können. Mit digitaler Kommunikation und Kooperation im schulischen Kontext beschäftigte sich hingegen der Lehrer Sebastian Schmidt in seinem Online-Referat.

Am zweiten Tagungstag gaben Pädagogische Fachkräfte und Lehrpersonen Einblicke in ihren Bildungsalltag und zeigten – ganz nach dem Motto „Und Schule bewegt sich doch“ – neue pädagogische Wege auf, die Kindergärten und Schulen in Südtirol beschreiten.

Die Lehrpersonen Cornelia Oberrauch, Helene Kerschbaumer, Patrick Jageregger und Joachim Zössmayr von der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ in Brixen berichteten darüber, wie hybrides Lernen, also die Verknüpfung von Online-Lernen und Präsenzunterricht, als Teil eines neuen Schulmodells an ihrer Schule umgesetzt wurde: „Wir haben den Blick von Einschränkungen zu den neuen Möglichkeiten gelenkt“, betonten die Lehrpersonen.

Der Praxisunterricht als Fernunterricht sei dabei eine besonders große Herausforderung gewesen. Dafür habe man sich verschiedene Lösungen überlegt und unter anderem viel Zeit in die Vorbereitung von Lernvideos gesteckt. Viele Lehrpersonen mussten sich diese neuen technischen Fertigkeiten erst aneignen – einige der neuen Errungenschaften werde man aber sicherlich auch nach der Pandemie-Zeit beibehalten und weiterentwickeln.

Über das Thema Blog-Kommunikation zwischen Eltern und Pädagogischen Fachkräften sprach Ruth Kuntner vom Kindergarten Laas: „Es ist uns wichtig, dass Kommunikation mit den Eltern auch unter erschwerten Umständen aufrechterhalten wird“, sagte Kuntner. Der Blog habe sich als geeignetes Instrument dafür etabliert. Außerdem sei er für Kinder, die in Quarantäne sind, eine gute Möglichkeit, weiterhin am Geschehen im Kindergarten teilzuhaben.

Weitere Initiativen, die in Brixen vorgestellt wurden, waren die digitale Zusammenarbeit zwischen den Pädagogischen Fachkräften – vorgestellt von Zudabeh Kalantari (Kindergarten St. Leonhard in Passeier) –, die multimediale und interaktive Beschäftigung mit dem italienischen Maler und Architekten Raffael bei einem Vortrag der Italienischlehrperson Nadia Bellone und die Erstellung von Podcasts im Unterricht an der Mittelschule.

Dazu führten die Lehrpersonen Claudia Rieder und Hannah Waldthaler als Beispiele Podcasts zu Buchbesprechungen, Berichten über fremde Länder und Gespräche mit Zeitzeugen an. Die Lehrerin Angelika Engl schließlich zeigte in ihrem Beitrag auf, wie die Arbeit mit digitalen Medien in der Grundschule aussehen kann.

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