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Die Übernahme

Die Brennerautobahn AG steigt zum zweitgrößten Player Italiens auf. Der Verwaltungsrat genehmigt Kapitalerhöhung zur Übernahme der InRail AG.

Mit ihrem Eintritt in die InRail AG zusätzlich zur RTC AG und der Lokomotion GmbH gründet die Brennerautobahn AG die zweitgrößte italienische Unternehmensgruppe im Schienengüterverkehr.

In seiner letzten Sitzung hat der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Präsident Hartmann Reichhalter und auf Vorschlag von Geschäftsführer Diego Cattoni die notwendige Kapitalerhöhung in der Tochtergesellschaft STR Brennero Trasporto Rotaia AG beschlossen, damit diese 75 Prozent der InRail AG erwerben kann.
Die InRail ist eine Eisenbahngesellschaft, die im Bereich des Güterverkehrs in Italien sowie in die Nachbarländer tätig ist.
Mit der Übernahme der Aktienmehrheit an der InRail, die der Verwaltungsrat der STR bereits am vergangenen 11. Oktober beschlossen hat, ist die Unternehmensgruppe der Brennerautobahngesellschaft der zweitgrößte italienische Bahnbetreiber im Güterverkehr nach Mercitalia Logistics, die zu den Ferrovie dello Stato gehört.
Die Erweiterung der Unternehmensgruppe, die bereits 95,5 Prozent der Anteile an der RTC Rail Traction Company AG und 50Prozent an der deutschen Lokomotion GmbH hält, erfolgt auf den Tag genauzwanzig Jahre nach dem Start des ersten Güterzuges der Brennerautobahn AG. Diese Übernahme hat eine historische Tragweite“, kommentiert Diego Cattoni.
Eine enge Verzahnung zwischen Straße und Schiene ist die Zukunft der Mobilität“, so der Geschäftsführer, „eine Zukunft, die wir vorwegnehmen wollen, um das Wachstum unserer Unternehmensgruppe zu gewährleisten und damit eine nachhaltige Entwicklung unserer Regionen zu ermöglichen sowie die erste Verbindung Italiens zum restlichen Europa zu stärken: den Brennerkorridor.“

Die Brennerautobahngesellschaft ist in erster Linie für den Bau und die Bewirtschaftung der Brennerautobahn bekannt. Weniger bekannt ist, dass es sich bei der Gesellschaft um den ersten Autobahnkonzessionär handelt, der seit Jahren auch im Schienengüterverkehr tätig ist.

Die Verwalter der Gesellschafterkannten bereits Ende der 1990er Jahre, dass die Brennerautobahn ihre maximale Auslastung erreichen wird und daher eine schrittweise Verlagerung des Güterfernverkehrs auf die Schiene notwendig ist.

Diese Erkenntnis führte zunächst zur Gründung der STR AG, später im Jahr 2000 folgten die RTC Rail Traction Company AG und die Lokomotion GmbH, die auf beiden Seiten des Brennerpasses und des Grenzüberganges von Tarvis tätig sind.

Am 15. Oktober 2001 verließ der erste Güterzug der Unternehmensgruppe den Bahnhof München-Riem in Richtung Verona und leitete damit eine mehrjährige Wachstumsphase ein.

Heute wickeln die beiden Bahnbetreiber mit ihren insgesamt 550 Mitarbeitern mehr als 12.000 Züge jährlich ab. Durch die Verlagerung von täglich etwa 800 LKWs von der Straße auf die Schiene tragen sie dazu bei, den CO2-Ausstoß entlang der Brennerachse um etwa 160.000 Tonnen jährlich zu reduzieren.

Am 15. Oktober – auf den Tag genau zwanzig Jahre nach der Abfahrt des ersten Güterzuges der RTC – hat der Verwaltungsrat der Brennerautobahngesellschaft eine beträchtliche Kapitalspritze an die STR für den Ankauf von 75 Prozent der Anteile an der InRail von den aktuellen Gesellschaftern (Tenor und Inter-Rail) beschlossen.

Die InRail ist ein Unternehmen mit mehr als 120 Mitarbeitern und wickelt etwa 150 Güterzüge pro Woche ab. „Dass dieser Beschluss an diesem besonderen Tag erfolgen konnte, ist ein schöner Zufall“, bemerkt Cattoni.

„Für unsere Unternehmensgruppe beginnt damit eine neue Ära, in der wir den Bereich des Schienengüterverkehrs schrittweise durch eine Konsolidierung bereits angebotener Ziele und die Entwicklung neuer Bahnstrecken steigern werden“, so Cattoni, „dank einer industriellen Akquisition, die das Know-how und das Management der InRail miteinschließt. Der Brennerkorridor verbindet die beiden wichtigsten Industrienationen Europas: Deutschland und Italien. Die Prognosen zur Entwicklung des Schienengüterverkehrs im Allgemeinen und entlang des Brennerkorridors im Besonderen deuten auf einen Markt hin, der bereits vor der Eröffnung des Brennerbasistunnels konstant steigen wird. Der Ausbau der italienischen Häfen, die Entwicklung der Hochgeschwindigkeitsbahnen, der Anstieg des BIP, die Stärkung der Skandinavien-Mittelmeer-Achse: all dies führt zu einem höheren Verkehrsaufkommen, das wir gestalten und nicht erdulden wollen“, erklärt Cattoni.

„Darin gründet die Idee, schrittweise eine Unternehmensgruppe von transnationaler Bedeutung aufzubauen, auch dank einer Stärkung der operativen und unternehmerischen Zusammenarbeit mit unseren deutschen Partnern. Wir verfolgen das Ziel, die Mobilität entlang der Brennerachse nachhaltig zu gestalten. Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist einer der Grundpfeiler unseres ehrgeizigen Projektes, einen Grünen Korridor zu schaffen. Dafür wollen wir der Logik des Marktes folgen, denn diese kann als einzige eine langfristige Perspektive für diese historische Herausforderung gewährleisten.

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