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Der neue Diakon

Matthias Kuppelwieser ist am Sonntag von Bischof Ivo Muser im Brixner Dom zum Diakon geweiht worden.

Der 37jährige Wipptaler bereitet sich seit 2011 darauf vor, Priester zu werden. Die heutige Diakonweihe war ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin. In seiner Predigt hat Bischof Muser die mit der Weihe verbundene Ehelosigkeit thematisiert. In Richtung Kuppelwieser sagte er:

„Im Zölibat zu leben, ist nicht als Abwertung von Ehe und Familie zu verstehen. Es wird eine deiner Aufgaben sein, die Größe und Schönheit der christlichen Ehe zu verkünden. Mit deiner Entscheidung gibst du etwas Großes auf, um dich mit all deiner Kraft in den Dienst der Familie Gottes zu stellen.“

Als einer der letzten großen Schritte vor der Priesterweihe im kommenden Jahr ist Matthias Kuppelwieser aus Gossensaß heute im Brixner Dom von Bischof Ivo Muser durch die Handauflegung und das Weihegebet zum Diakon geweiht worden.

In seiner Predigt sagte der Bischof zum Weihekandidaten:

„Lieber Matthias, bevor ich dich zum Diakon weihe, werde ich dich fragen, ob du bereit bist, dieses Amt zu übernehmen, mit allem was dazugehört: Treue zum Glauben der Kirche, Gebet, Verkündigung des Wortes, Sorge für die Armen, kirchlicher Gehorsam. Ich werde dich auch fragen, ob du entschlossen bist, um des Himmelreiches willen ein eheloses Leben zu führen. Gerade diese Verpflichtung stößt heute bei vielen Menschen auf Verständnislosigkeit, oft sogar auf Ablehnung und Polemik.

Oft wird mir die Frage gestellt, ob es denn heute noch zumutbar sei, von einem jungen Mann ein eheloses Leben zu verlangen, ja ob es unter den heutigen Gegebenheiten überhaupt noch möglich sei, so zu leben. Ich kenne aus dem Evangelium nur eine Begründung für die Entscheidung zur Ehelosigkeit: Seinetwillen. Dein Versprechen, im Zölibat zu leben, ist nicht als mangelnde Wertschätzung oder gar als Abwertung von Ehe und Familie zu verstehen. Es wird eine deiner Aufgaben sein, die Größe und Schönheit der christlichen Ehe zu verkünden. Mit deiner Entscheidung gibst du etwas Großes auf, um dich mit all deiner Kraft in den Dienst der Familie Gottes zu stellen.“

Der 3. Oktober ist auch der liturgische Gedenktag des Seligen Josef Mayr-Nusser.

In der Predigt erinnerte der Bischof an Mayr-Nussers Bekenntnis zu Ehe und Familie: „In einem Vortrag für die Katholische Jugend sagte Mayr-Nusser: ‚Gott hat die Familie zur Quelle neuen Lebens gemacht. Nicht bloß natürliches Leben, sondern auch geistiges, kulturelles Leben fließt aus der Familie … Die Familie ist in Gefahr. Die verschiedenen politischen Strömungen versuchen ein Weltbild aufzubauen unter Missachtung der Familie. Es sind Kräfte am Werk, die Bande der Familie zu lockern und zu zerstören … Der Abfall von der Familie wäre der Weg zum Tode.‘“

Die Predigt des Bischofs mündete in ein Plädoyer für die Treue: „Bitten wir für uns alle um das Geschenk der Treue, jeder und jede von uns auf dem Hintergrund der eigenen Berufung. Stehen wir all jenen bei, deren Lebensentscheidungen – auch in der Ehe oder in einem geistlichen Beruf – in Brüche gegangen sind. Stellen wir uns als Einzelne und als kirchliche Gemeinschaft unter das Wort Gottes und lassen wir uns dieses Wort auch in unserer Zeit zusagen, weil es auch heute gilt: Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“

Matthias Kuppelwieser sammelt derzeit in Toblach Erfahrungen in der Seelsorge und absolviert parallel dazu einen Lehrgang an der Universität Innsbruck. 2022 wird er zum Priester geweiht. Vorher hat er als Elektriker bzw. Elektrotechniker gearbeitet und ist 2011 ins Priesterseminar eingetreten. Nachdem Kuppelwieser an der Universität Innsbruck die Studienberechtigung erworben hatte, studierte er in Brixen sowie am Priesterseminar in Trient und schloss das Theologiestudium im Oktober 2020 ab.

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