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Sicher unterwegs?

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Eine neue Astat-Studie zeigt, dass sich fast jede dritte Frau bei Dunkelheit auf den Straßen nicht sicher fühlt. Das Gefühl der Unsicherheit ist in den letzten zehn Jahren gewachsen.

von Lisi Lang

Rund drei Viertel der Südtiroler fühlen sich in ihrem Lebensumfeld sicher. Das zeigen die neusten Ergebnisse einer Astat-Erhebung zur Sicherheit der Bürger im Jahr 2020. Auf die Frage „Inwieweit fühlen Sie sich sicher, wenn Sie bei Dunkelheit allein durch die Straßen Ihres Wohnviertels gehen?“ antworten 28 Prozent der Personen mit „Sehr sicher“ und 46 Prozent mit „Ziemlich sicher“. Insgesamt geht aber der Anteil jener Personen, die sich „Sehr sicher“ fühlen, zurück. Gleichzeitig ist das Gefühl der Unsicherheit in den letzten zehn Jahren  um fünf Punkte gestiegen (von 14 Prozent im Jahr 2010 auf 19 Prozent im Jahr 2020). „Die Werte des Jahres 2020 sind denen von 2019 aber sehr ähnlich, der Lockdown scheint das Phänomen also nicht beeinflusst zu haben“, erklärt das Astat.

Das Sicherheitsempfinden von Männern und Frauen ist allerdings ziemlich unterschiedlich: Während sich 86 Prozent der Männer „Sehr sicher“ bzw. „Ziemlich sicher“ fühlen, wenn sie bei Dunkelheit durch die Straßen ihres Wohnviertels gehen ist dieser Anteil bei Frauen mit 61 Prozent deutlich niedriger. 28 Prozent der Frauen fühlen sich sogar etwas oder sehr unsicher. Bemerkenswert ist laut Landesstatistikinstitut Astat aber auch, dass fünf Prozent der Frauen mit „Ich gehe nie allein aus“ antworten, während dies nur ein Prozent der Männer angeben.

Hervorzuheben ist auch das unterschiedliche Sicherheitsempfinden in städtischen und ländlichen Gemeinden: „Sehr oder ziemlich sicher“ fühlen sich 67 Prozent der Stadtbewohner und 78 Prozent der Bewohner kleinerer Gemeinden.

Und auch beim Alter gibt es einen Unterschied: Die über 65-Jährigen haben mehr Angst, abends auszugehen – weniger als zwei von drei Personen fühlen sich sicher.

Im Rahmen der Erhebung hat das Landesstatistikinstitut Astat auch danach gefragt, ob die Südtiroler in ihrem Wohnviertel Obdachlose, Vandalismus, Rauschgiftsüchtige, Drogenhändler und Prostituierte beobachten. Und die Ergebnisse zeigen, dass Landstreicherei und Vandalismus zu jenen Verfallserscheinungen zählen, die von der Südtiroler Bevölkerung am häufigsten in ihrem Umfeld wahrgenommen werden.

15 Prozent (im Jahr 2010 waren es noch 11 Prozent) sehen in ihrem Wohnviertel oft oder manchmal Obdachlose, neun Prozent (2010 waren es 13 Prozent) beobachten immer wieder Vandalismus, sechs Prozent Rauschgiftsüchtige, vier Prozent Drogenhändler und ein Prozent Prostituierte. „Man kann feststellen, dass der Vandalismus zurückgeht während Obdachlose als zunehmendes Problem angesehen werden. Auch Phänomene wie Drogenkonsum und Drogenhandel werden zunehmend wahrgenommen“, schreiben die Mitarbeiter des Astat mit Blick auf den Vergleich zwischen 2010 und 2020.

Auffallend ist auch: Die Südtiroler haben ähnlich wie die Trentiner oder die Sarden ein stärkeres Sicherheitsempfinden als im gesamtstaatlichen Durchschnitt. Im Jahr 2020 fühlen sich 62 Prozent der Einwohner Italiens sicher, wenn sie abends ausgehen. In der Region Latium wird dieses Problem am meisten wahrgenommen, nur 53 Prozent der Personen fühlen sich dort sicher.

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Kommentare (1)

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    Schon interressant, wenn von „sicher unterwegs“ gesprochen wird, dann fast immer von der Angst zu Fuss in der Dunkelheit. Fragt doch mal die Leute die selbst tagsüber zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs sind? Hat keiner von denen Angst beim überqueren der Straße übernhaufen gefahren zu werden? Oder in den Gassen es nicht rechtzeitig zu schaffen sich nahe genug an die Wand zu pressen? Oder selbst im Auto von anderen gnadenlos abgeschossen zu werden?

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