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Mutter Ancilla geht

In den letzten 25 Jahren hat Mutter Ancilla Hohenegger das Benediktinerinnenkloster auf Säben geleitet. Jetzt gehen die Lichter aus.

Wie viele Menschen sind wohl in den vergangenen 3 Jahrhunderten auf Säben gepilgert, eine unüberschaubare Zahl.

Neben der größten Bittprozession, der Wallfahrt aus den 12 Pfarreien des Gadertales, die seit über 700 Jahren alle drei Jahre stattfindet und neben der schon seit fast 20 Jahren stattfindenden Säbenwallfahrt der Katholischen Frauenbewegung sind unzählige Gruppen und viele Gläubige auch einzeln nach Säben gekommen und haben dort sich selbst in Gottes besonderer Nähe gesucht und gefunden, Gastfreundschaft erfahren und sind gestärkt in den Alltag zurückgekehrt.

Vor fünfzig Jahren, beim Amtsantritt von der Äbtissin von Mutter Marcellina im Jahre 1970 lebten, arbeiteten und beteten hier 40 Benediktinnerinnen. Sie haben die Pilger und Pilgerinnen empfangen und für sie die Klostertore geöffnet und ihre Gastfreundschaft und ihre Spiritualität spüren lassen.

In den letzten 25 Jahren hat Mutter Ancilla Hohenegger das Benediktinerinnenkloster auf Säben geleitet.

1996 bei ihrem Amtsantritt haben 18 Schwestern der Gemeinschaft angehört. Die Anzahl der Schwestern ist im Laufe des letzten Viertel-Jahrhunderts zurückgegangen, bis auf 3 Schwestern im heurigen Jahr.

„Wir können alle nachempfinden, wie schwer es Mutter Ancilla und ihren Mitschwestern fällt, wegzugehen und die Zukunft des Klosters vertrauensvoll in andere Hände zu legen, damit sie diesen Ort weiterhin als spirituelles Zentrum gestalten und dafür sorgen, dass das Licht von Kloster Säben weiterstrahlt, hinaus in unsere Diözese, in unser Land und vor allem in unsere Herzen und unser Alltagsleben“, so formulierte es Irene Vieider, die Vorsitzende der kfb, in ihren einführenden Gedanken und weiter:

Wir sind heute da, um zu danken: den vielen Schwestern von Kloster Säben für ihr Glaubenszeugnis, für ihr Gebet, für ihr segensreiches Wirken auch für ihre Beharrlichkeit in Schwierigkeiten und ihre Offenheit den Zeichen der Zeit gegenüber. Wir sind heute aber auch da, um Abschied zu nehmen, von der Klostergemeinschaft der Säbener Benediktinerinnen, hier vertreten durch Mutter Ancilla, der 11. Äbtissin auf Säben und Sr. Elisabeth.

Mutter Ancilla sagte in ihrer Auslegung des Tagesevangeliums, dass „es am Ende des benediktinischen Lebens  auf Säben schwer zu ermessen ist, welches die Früchte sind. Aber es gibt sie: das Gebet, die Arbeit, auch die Trauer und das Scheitern. Zuletzt bleibt immer nur das tiefe Vertrauen auf Jesus Christus.“

Mutter Ancilla hat auf das Bild in der Kreuzkirche hingewiesen: es waren die drei Osterfrauen, die aktiv wurden: Sie haben Salben zubereitet, haben etwas Sinnvolles getan und sich durch Nichts aufhalten lassen. Sie haben des Todesduft mit den Salbenduft bezeugt und dadurch reiche Frucht durch die Jahrhunderte getragen.

Viele Menschen sind aus allen Landesteilen zur Dankesfeier gekommen, um zu danken und zu bezeugen, wie wichtig dieses spirituelle Zentrum Tirols ist und die Bereitschaft zu bekunden, dazu beizutragen, dass Säben weiterhin ein geistlicher Ort bleibt. Als Symbol dafür wurden 40 Kerzen von Teilnehmenden in das ganze Land hinausgetragen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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