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Der Autonomie-Parcours

Die Dauerausstellung auf dem Silvius-Magnago-Platz in Bozen baut auf den neun Buchstaben des Wortes Autonomie (deutsch) und Autonomia (italienisch) auf. (Foto: LPA/Ivo Corrà)

Eine neue Ausstellung am Magnago-Platz macht die Entstehung, Gegenwart und Zukunft der Autonomie für alle jederzeit zugänglich.

Neun knallrote Stelen ziehen seit Kurzem auf dem Silvius-Magnago-Platz in Bozen die Blicke der Passanten auf sich, dazu eine ebenso rote kreisförmige Installation im benachbarten Alcide-Berloffa-Park: Gemeinsam bilden sie den neuen, multimedialen Ausstellungsparcours zu Südtirols Autonomie, der am Tag der Autonomie, dem 5. September offiziell seiner Bestimmung übergeben wird. Schon am Freitag haben Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landtagspräsidentin Rita Mattei, Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi und die Mitglieder der für die Installation verantwortlichen Arbeitsgruppe die Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Parcours erklärt anschaulich und kompakt, wie es zur Südtirol-Autonomie gekommen ist, worin sie im Wesentlichen besteht und auf welchen Grundlagen sie aufbaut. Er berichtet über erreichte Ziele, zugestandene Kompetenzen, aber auch von den Grenzen der Autonomie, gibt Einblick in das Leben von Silvius Magnago und informiert über die tragenden Autonomiebestimmungen wie Proporz, autonomes Schulsystem oder Finanzregelung. Die neun, in vier Sprachen konzipierten Stationen in Stelenform laden zur Auseinandersetzung mit Gemeinschaft und Identität, Gegenwart und Zukunft ein.

Kompatscher und Mattei erinnerten daran, dass das Land Südtirol damit einen Beschlussantrag des Südtiroler Landtags vom 8. Juni 2018 umgesetzt habe: Es sei darum gegangen, den „Vater der Autonomie“ Silvius Magnago und sein Lebenswerk – die Autonomie – sichtbar zu machen. „Diese Autonomie“, sagte Landeshauptmann Komptascher, „ist heute nicht allein das Instrument, die Identität der sprachlichen Minderheiten zu schützen, sondern auch ein Instrument des friedlichen Zusammenlebens. Es erlaubt uns, unser Land selbst zu gestalten: Das bedeutet auch große Verantwortung.“

Bürgermeister Caramaschi, Landtagspräsidentin Mattei, LH Kompatscher mit der Ausstellungs-Arbeitsgruppe Fleckinger, Stocker, Di Micheli, Peterlini und Malfertheiner. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Landtagspräsidentin Mattei erwähnte, dass der Landtag den Beschlussantrag von 2018 einstimmig gefasst habe. „Die Umsetzung erlaubt nun einen Blick auf die Figur Magnago, die Entwicklung der Autonomie und den heute so besonderen Status der Selbstverwaltung“, sagte Mattei und kündigte an, dass der Landtag die Ausstellung im Rahmen der Schulbesuche nutzen werde, um das Bewusstsein der Jugendlichen für die Autonomie zu stärken.

Bozens Bürgermeister Caramaschi würdigte neben Silvius Magnago auch dessen Mitstreiter Alcide Berloffa: „Zur damaligen Zeit wollten die italienischen Parteien in erster Linie die italienische Identität in Südtirol verteidigen. Berloffa ging den beschwerlichen Weg der politischen Verhandlung, den friedlichen Weg.“ In Erinnerung an ihn hat die Gemeinde Bozen den Park gegenüber des Bahnhofs nach Alcide Berloffa. Dort wird das Wirken Berloffas mit einer Installation gewürdigt, die den Ausstellungsparcours komplettiert.

Erarbeitet wurde der Autonomie-Parcours unter Leitung des Betriebs Landesmuseen von einer fachlichen Arbeitsgruppe mit Andrea di Michele (Historiker, Freie Universität Bozen), Verena Malfertheiner (Kunsthistorikerin und Museumsvermittlerin, Betrieb Landesmuseen), Hans Karl Peterlini (Historiker, Universität Klagenfurt) Josef Rohrer (Autor, Journalist und Ausstellungsgestalter) sowie der ehrenamtlich mitarbeitenden Historikerin, Präsidentin der Silvius Magnago Stiftung und ehemaligen Landesrätin Martha Stocker.

Es sei gelungen, das Projekt in der kurzen Zeit von nur zwei Jahren umzusetzen, sagte Stocker: „Wir wollten das Wirken Magnagos und seiner Mitstreiter, aber auch kritische Stimmen darstellen.“ Die Mitglieder der Arbeitsgruppe hätten um jedes Wort gerungen, sagte Peterlini, auch weil das Publikum auf dem öffentlichen Platz ein sehr vielfältiges sein werde: Von älteren, die die Geschichte bestens kennen, über junge Menschen aus Südtirol bis zu Gästen, die zum ersten Mal auf das Thema stoßen.

Malfertheiner betonte, die Ausstellung sei ebenso in Entwicklung wie die Autonomie selbst. Geplant ist bereits in Kürze eine Beleuchtung der Stelen, später auch eine Lichtinstallationen an den Gebäuden des Magnago-Platzes.

Die Internetseite Autonomiea.bz.it gibt derzeit erste Informationen zum Parcours, soll künftig aber zu einer regelrechten Dialogplattform zur aktiven Auseinandersetzung mit der Autonomie ausgebaut werden. Schließlich wird der Betrieb Landesmuseen jetzt im Herbst und dann wieder ab Frühjahr 2022 Führungen anbieten. Informationen dazu gibt es ebenfalls auf der Internetseite.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (7)

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  • batman

    Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, und es ist mir gleichgültig, wer die Gesetze macht!

  • yannis

    Was Politiker zum Zwecke der Selbstbeweihräucherung so alles erfinden……….
    Natürlich auf Kosten des Steuerbugglers.

  • batman

    400.000€ kostet dieser Spaß?

  • hilti

    Ja scheibor isch so viel Geld, dass das , mit vollen Händen zum Fenster hinaus geschmissen wird.
    Nur die Nasenflügeltest muss man sich selbef bezahlen, weil dazu kein Geld mehr da ist.
    Schämt’s euch für ein solches Fehlverhalten.
    Ab mit solche unfähigen Menschen, die immer nur auf ihr Geldtasche schauen, dass diese immer prall voll sei

  • leser

    Ich freue mich für die stocker martha
    Denn dank dieser säulen weiss sie endluch wueder was sagen
    Beim letzten auftritt auf duesem platz , bei rentenvorauszahlungdemo wusste sie als damalige vorsitzende des pensplans nämlich nicht mehr was sagen, als sie mit tappeiner der überzeugung war , politiker leben länger und müssten mit der rente bevorschusst werden
    Aber nun ist sie stark daran einen orden für die autonomie zu bekommen
    Gell stocker auch das ist demokratie, wenns auch nicht so volksnah ist

  • artimar

    Es ist eine vertanene Chance den Platz vor dem Landhaus im Rahmen eines stadtplanerischen Gesamtkonzepts nachhaltig zu gestalten und zu einem Highlight für Bevölkerung und Gäste zu machen. Man hat sich für diese banale Performance samt teuren fragwürdigen Beratern entschieden. (Liebe Tageszeitung: HP. Peterlini ist Bildungswissenschaftler).
    Dennoch. 400.000 € an Steuergeldern.
    Pinkler, Biwakierer … werden diese teuren Info-Wände wohl zu nutzen wissen. Besser man hätte dort gleich mobile Toilettenkabinen mit Wikipedia-Infos zu Südtirol an den Wänden aufgestellt.
    Unsere Politik bevorzugt bekanntermaßen fragwürdige und teure Symbol- und Ersatzpolitik!
    Wäre es aber nicht zielführender, endlich mal die Ergebnisse des Automiekonvents umzusetzen u./oder den 5.09. zum allgemeinen Autonomie-Tag auszurufen mit Südtirol-Flagge an allen öffentlichen Gebäuden im Lande?

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