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Schnellere Rettung

Am Sitz des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren wurde eine Funkwerkstatt (im Bild) eingerichtet. (Foto: Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren)

Die Kommunikation im Rettungswesen in Südtirol wird digital und damit vereinheitlicht und schneller: Nun sind alle Freiwilligen Feuerwehren in Südtirol mit Digitalfunkgeräten ausgerüstet.

Die Freiwilligen Feuerwehren sind Südtirols größte Zivilschutzorganisation. Seit dem 25. August sind alle 306 Freiwilligen Feuerwehren in Südtirol mit Digitalfunkgeräten ausgerüstet. „Die Agentur für Bevölkerungsschutz hat jeder Freiwilligen Feuerwehr zwei Handfunkgeräte und eine Fixstation in der Feuerwehrhalle zur Verfügung gestellt, nun werden die restlichen Handfunkgeräte an die Freiwilligen Feuerwehren verteilt“, berichtet der Koordinator des Landesfunkdienstes in der Agentur für Bevölkerungsschutz Markus Rauch: „Die anderen Rettungsorganisationen wie Wasserrettung und Bergrettung sind ebenfalls beim Umsteigen auf Digitalfunk.“

„Bei den jüngsten Unwettern“, weist Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler hin, „konnten bereits einige Feuerwehren die Digitalfunkgeräte zu ihrer Zufriedenheit verwenden und haben dort die Vorteile des Digitalfunks nutzen können. Geplant ist, in den nächsten Jahren auch die Fahrzeugfunkgeräte bei den Feuerwehren auszutauschen und den Funkgerätebestand komplett auf Digitalfunk umzustellen. Demnächst werden wir auch mit den Gemeinden den entsprechenden Rahmen definieren, um sie mit der Technologie auszustatten.“

„Der Meilenstein ‚Tetra-Erstausstattung’“, betont der Präsident des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren Wolfram Gapp, „mit rund 1.000 digitalen Funkgeräten samt Einschulung für alle 306 Freiwilligen Feuerwehren konnte nun abgeschlossen werden. Der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren hat als Mitglied in einer landesweiten und zusätzlich auch in einer internen Arbeitsgruppe das Konzept für den Umstieg und zur Nutzung erarbeitet und damit die Grundlage für die Konfiguration der Geräte geschaffen.“ So wurde am Sitz des Verbandes eine Funkwerkstatt eingerichtet, damit in Zusammenarbeit mit dem Landesfunkdienst die große Anzahl an zu konfigurierenden Funkgeräten bewältigt werden kann. Derzeit wird bereits an der Auslieferung der Tetra-Folgeausstattung (Handfunkgeräte) gearbeitet und die Bezirke Bozen, Unterland und Obervinschgau haben diese bereits erhalten. „Wir bedanken uns bei allen Feuerwehren und Bezirksfunktionären für die positive Mitarbeit sowie beim Landesfunkdienst für die unkomplizierte Abwicklung und angenehme Zusammenarbeit“, unterstreicht Gapp.

Das Tetrafunknetz in Südtirol besteht mittlerweile aus 115 Basisstationen. Sobald alle Einsatzorganisationen dieses System nutzen, kann jeder Nutzer mit einem einzigen Funkgerät mit allen Rettungsorganisationen kommunizieren. Bis jetzt wurden verschiedene Geräte mit verschiedenen Frequenzen verwendet. Mit dem neuen System kann eine direkte Kommunikation zwischen den Einsatzkräften verschiedener Organisationen erfolgen: Feuerwehr, Sanität, Bergrettung können den Einsatz schneller und einfacher abstimmen, was besonders bei der Rettung von Menschen von grundlegender Bedeutung ist. Die Nutzung eines einheitlichen Tetra-Netzwerkes für alle Funkanwendungen senkt zudem erheblich die Wartungskosten.
Tetra (Terrestrial Trunked Radio) ist ein öffentlicher Standard für digitalen Bündelfunk und weltweit die meistverwendete Technologie für Funkkommunikation im Bereich Zivilschutz und Sicherheitsbehörden. Wie jedes Mobilfunknetz ist auch ein Tetra-Netz zusammengesetzt aus Vermittlungen, Basisstationen und Servern. Die Basisstationen kommunizieren mittels Radiosignalen in der Luft mit den Tetra-Funkgeräten. Im Gegensatz zu einem Mobilfunknetz wurde Tetra besonders für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben entwickelt. Das digitale System garantiert die landesweite Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und Vertraulichkeit durch Verschlüsselung. Die Sendeleistungen der Basisstationen wurden so gering wie möglich gehalten. Bei Antennenmasten ab 20 Metern Höhe ist die Strahlenbelastung der Tetra-Technologie am Fuße des Masts äußerst gering und bedeutend unter dem zulässigen Grenzwert.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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