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„Hauptsache wir können arbeiten“

Claudio Zorzi

Skilehrer-Präsident Claudio Zorzi rechnet mit einer Green-Pass-Pflicht sowohl für Skilehrer als auch für Skifahrer.

TAGESZEITUNG Online: Herr Zorzi, in Österreich wird eine Coronaschutzimpfung verpflichtend für die Skilehrerausbildung. Wird das auch in Südtirol angedacht?

Claudio Zorzi (Präsident der Landesberufskammer für Skilehrer)Auf jeden Fall wird eine Impfpflicht oder die Verpflichtung zum Green Pass für Skilehrer angedacht. Nachdem in den Schulen eine Passpflicht eingeführt wird und wir zu einem Ausbildungsprogramm gehören, ist das eine Voraussetzung in der Ausbildung. Im letzten Jahr haben wir uns bereits an die Testregeln gehalten und bei den Ausbildungen Tests durchgeführt.

Wer wird darüber entscheiden, ob es zu einer Impf- oder Passpflicht für diese Berufsgruppe kommt?

Wir werden das für unsere Skilehrer intern entscheiden. Es kann aber auch dazu kommen, dass die Politik eine solche Pflicht einführt. In der Ausbildung muss es auf jeden Fall mit dem Land abgesprochen werden, da die Zuständigkeiten für die Ausbildungsdekrete bei der Landesregierung liegen.

Und wird es auch für Skifahrer eine Green-Pass-Pflicht geben?

Ich denke ja. Es wurde noch nicht entschieden, aber man diskutiert bereits auf nationaler und auch auf Landesebene darüber.

Die Corona-Pandemie hat die Skilehrer besonders hart getroffen. Gab es genügend finanzielle Entschädigungen?

Finanzielle Entschädigungen können kaum hoch genug sein, wenn eineinhalb Saisonen total ausfallen. Wir begnügen uns mit dem, was wir bekommen haben und noch bekommen werden. Gott sei Dank haben wir nach langen Verhandlungen Entschädigungen zugesagt bekommen – sowohl vom Staat als auch von der Landesregierung. Wir hoffen, dass wir in der kommenden Saison arbeiten können. Das wäre die beste Entschädigung, die wir bekommen könnten.

Wie sehen Sie der kommenden Wintersaison entgegen?

Im Herzen möchte ich ihr positiv entgegensehen. Mein Wunsch ist, dass es eine gute Saison wird. Es wird natürlich weiterhin Einschränkungen und Auflagen geben. Wir hoffen aber auf jeden Fall, dass wir arbeiten können. Noch eine ausfallende Saison wäre sicherlich der Todesschlag für den gesamten Wintertourismus.

Kann man den Betrieb der Skischulen bereits planen?

Wir planen, dass wir arbeiten können. Es hängt natürlich auch davon ab, wie der Betrieb der Seilbahnen organisiert wird und wie viele Menschen transportiert werden können. Das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Planung. Ohne Liftanlagen können wir unseren Beruf nicht ausüben. Positivität muss auf jeden Fall da sein. Es wird einen Aufbruch in neue Zeiten geben mit neuen Leitplanken.

Werden die Gruppen der Skikurse aufgrund der Corona-Maßnahmen verkleinert?

Die Gruppen sind immer schon klein gewesen. Wir haben zwischen sechs und maximal zehn Kursteilnehmer in einer Gruppe. Hier wird es wahrscheinlich keine Einschränkungen geben. Die Leute werden geimpft oder getestet sein müssen. Zudem ist man im Freien und nicht in einem Raum. Der einzige Raum ist der Lift. Wir werden es sicherlich schaffen, alles gut und gemäß den Corona-Maßnahmen zu organisieren.

Rechnen Sie mit einer großen Nachfrage für Skikurse?

Ja, ich denke schon und es ist natürlich auch mein Wunsch im Namen aller Skilehrer. Die Leute haben Lust auf Freizeit und wieder Ski zu fahren. Die Leute wollen das nachholen, was sie letztes Jahr verpasst haben.

Wie viele neue Skilehrer werden heuer ausgebildet?

Wir werden für diese Saison 190 neue Skilehrer ausbilden. Ein Teil der Ausbildung ist bereits abgeschlossen. Der zweite Teil findet im Herbst statt. Ist dieser beendet, dann werden wir in der Wintersaison 2021 ungefähr 190 neue Skilehrerassistenten im Einsatz haben.

Interview: Bettina Gatterer

 

 

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