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Bambola

Juroren beim „Miss Italia“-Casting suchen nach Newcomerinnen für Film- und Werbeproduktionen.

Die Fotografin Franziska Gilli zeigt im Kunstraum Café Mitterhofer in Innichen eine Auswahl aus ihrer Serie „Bambola“ über Showgirls im italienischen Unterhaltungsfernsehen.

Das italienische Unterhaltungsfernsehen verbreitet ein Frauenbild, das von einer Vielzahl an Showgirls geprägt ist. Mithilfe von freizügigen Kostümen, starkem Make-up und schönheitsmedizinischen Eingriffen entstehen puppenhafte Stereotype, an denen sich junge Italienerinnen orientieren. Für manche ist es ein Kindheitstraum, im Fernsehen als Showgirl aufzutreten. Als allgemeine Bezeichnung für diese weiblichen Figuren ohne tragende inhaltliche Funktion hat sich der Begriff „Velina“ durchgesetzt. Er entstammt der Nachrichten-Satire-Show „Striscia la notizia“, die seit über 30 Jahren ausgestrahlt wird und Einschaltquoten von über 4,5 Millionen erzielt.

Nach einer Karriere als Showgirl steigen manche der Frauen zur (Co-)Moderatorin auf. Auch dann sind sie mit der Herausforderung konfrontiert, Inhalte und den eigenen Körper gleichermaßen zu präsentieren. Ein alternatives Frauenbild gibt es kaum, vor allem nicht zu Hauptsendezeiten.

Die Serie „Bambola“ (dt. Puppe) ist kürzlich im Buch „Hure oder Heilige – Frau sein in Italien“ bei Edition Raetia erschienen. Gemeinsam mit der Reporterin Barbara Bachmann begibt sich Franziska Gilli darin auf die Suche nach dem Frauenbild im heutigen Italien. In sieben Kapiteln, inspiriert von den Todsünden und ihren Antithesen, erzählen sie in Bild und Text von Völlerei und Disziplin, Trägheit und Eifer, Zorn und Liebe.

Franziska Gilli (geboren 1987 in Bozen) lebt als freie Fotografin in Hannover. Ihre fotografische Arbeit umspannt Themen im gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich, denen sie sich in freien journalistischen Projekten genauso wie in Auftragsarbeiten widmet.  Sie erarbeitet ihre Themen auf Basis fundierter Recherchen und interessiert sich leidenschaftlich für den Menschen als Teil und Repräsentant sozialer Systeme. Dabei versteht sie ihre Fotokamera als politisches und kulturelles Instrument, mit welchem sie Anreize für ein neues inhaltliches Erleben und Verstehen ermöglicht.

Ihre Arbeit ist grundlegend dem offenen Fragen verpflichtet und dem genauen Hinschauen. In welchen Kontexten leben Menschen, was treibt sie an, wie verhalten sie sich als Kollektiv, und welche sind ihre Werte. So stellt sie Lebenswelten und Arbeitsbedingungen in einen übergeordneten Kontext von gesellschaftlicher Relevanz.

Termin: Bis 16. Oktober im Kunstraum Café Mitterhofer in Innichen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

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  • watschi

    es ist halt so, dass manche frau eher schön als intelligent sind und deswegen damit ihr geld verdienen wollen. es zwingt sie ja niemand dazu, im gegenteil, sie reissen sich um diese arbeitsplätze, die ruhm, geld und so manchen berühmten fussballer nach sich ziehen. es kommt vor, dass sich darunter auch intelligente frauen befinden, die hinterher eine steile karriere machten

  • treter

    Und dann wundern bzw. empören sich gewisse Femministinnen auch hierzulande wenn man als Mann oft gewisse Bemerkungen macht! Da musst du heutzutage ja fast noch Angst haben nachher eine Anzeige zu erhalten bzw. so weit sind wir gekommen….
    PS. Das Titelbild dieses Berichtes sagt eigentlich alles bzw. da erscheint eine Frau wie als Ware….

  • na12

    Interessant! Die Arbeit von Frau Gilli sicher wichtig und das Buch lesenswert.

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