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„Friday for Nature“

Foto: Umweltschutzgruppe Vinschgau/Thomas Wilhalm

17 junge, saisonale Schutzgebietsbetreuende sind derzeit in Südtirols Naturparks im Einsatz – auch beim Aktionstag „Friday for Nature“ im Biotop Schgumser Möser.

„Was man kennt und schätzt, schützt man auch.“ Unter diesem Motto stehen viele Aktivitäten, die in diesem Sommer Südtirols Naturparke beleben. Kinder und Jugendliche sind dabei besonders eingebunden. So sind in den sieben Naturparks in Südtirol in diesem Sommer 17 junge, naturkundlich versierte Schutzgebietsbetreuer und -betreuerinnen im Einsatz, zumal während der Hochsaison ein konstanter Informationsdienst in den Naturparks unerlässlich ist. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Besucherinnen und Besucher der Naturparks auf die Ziele der Schutzgebiete aufmerksam zu machen und zu mehr Verständnis für Natur und Umwelt anzuregen. Nach der Devise „informieren und selbst aktiv werden“ arbeiten sie als Bedienstete des Landes drei beziehungsweise sechs Monate lang in Vollzeit für das Landesamt für Natur. Nach einer mehrtägigen Ausbildung sind sie neben der Besucherlenkung und Informationstätigkeit vermehrt auch für die Umweltbildung zuständig. Ihre Einsatzorte sind das Schutzgebiet selbst und natürlich auch die Naturparkhäuser. Dort übernehmen sie Führungen und Veranstaltungen. Sie betreuen die Daksy‘s-Kinderwerkstatt, führen Projekte mit den Jugenddiensten durch, gestalten Ranger- oder Naturerlebnistage. Mit Know-how, Eigeninitiative und Begeisterung planen und feilen sie teils selbst an den Programmen mit dem Ziel, möglichst alle Altersgruppen, besonders aber auch Jugendliche anzusprechen.

Das Ansinnen, besonders Jugendliche in Naturschutzaktivitäten einzubinden, stand kürzlich auch beim Aktionstag „Friday for Nature“ am 30. Juli im Mittelpunkt. Die Idee dazu kam von der Umweltschutzgruppe Vinschgau, die das Projekt in der Folge auch koordinierte. Mitgetragen wurde das Projekt auch vom Jugenddienst Vinschgau und der Bezirksgemeinschaft Vinschgau. Gemeinsam mit dem Forstinspektorat Schlanders, Mitarbeitenden des Amtes für Natur und den so genannten Biotoppaten (Privatpersonen, die Biotope und Naturdenkmäler in regelmäßigen Abständen besuchen und ihren Zustand überprüfen) wurde das Projekt im Biotop Schgumser Möser bei Tschengls umgesetzt. Dabei duften Jugendliche den Experten bei der Pflege seltener Lebensräume nicht nur über die Schulter schauen, sondern nach Erhalt der nötigen Informationen selbst Hand anlegen: Eine Feuchtwiese wurde gemäht, eine Weide entstraucht und das drüsige Springkraut (ein Neophyt, der sich massiv in der Au ausbreitet und andere Arten verdrängt) ausgerissen. All dies sind wichtige Arbeiten, damit Pflanzen und Tiere auch weiterhin gute Lebensbedingungen vorfinden. Auch das Gemeinschaftserleben kam an diesem Aktionstag nicht zu kurz, da gemeinsamer Naturschutz mehr Spaß macht.

Um schützenswerte Lebensräume langfristig zu erhalten, wurden in Südtirol sieben Naturparks ausgewiesen und weitere Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler und Biotope eingerichtet. Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer betont in diesem Zusammenhang, dass Schutz und Pflege der Natur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellten und spricht sich daher für eine ständige Bewusstseinsbildung mit besonderem Augenmerk auf Kinder und Jugendliche aus: „Das Motto der Initiative ‚Was man kennt und schätzt, schützt man auch‘ könnte nicht treffender sein. Es freut mich sehr, wenn Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, sich aktiv im Naturschutz einzubringen, da unsere Jugend in der Zukunft für unsere Landschaft verantwortlich sein wird.“ Und Leo Hilpold, der Direktor im Landesamt für Natur betont, dass „Jugendliche als saisonale Schutzgebietsbetreuer oder mit der Teilnahme an Aktionstagen wie am Biotop Schgumser Moos selbst zu Akteuren im Naturschutz werden und lernen, dass Naturschutz nicht etwas Abstraktes ist, sondern, dass es im Naturschutz viele Möglichkeiten gibt, sich persönlich einzubringen“.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

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  • na12

    Wichtige Initiative! Weiter so!!

  • treter

    Auch der Brixner Auwald ist ein schützenswerter Lebensraum und darf nicht einem Industriegebäude für 3D-Betondrucker der Firma Progress geopfert werden. Ersuche daher die zuständige Landesrätin Kuenzer diesen Auwald zu schützen und als Biotop auszuweisen!
    Danke im Voraus!

  • spo

    @Treter
    Wie immer , deiner Meinung und für den Schutz des Auwaldes in BX!!!

    Weil meine Kinder spielen sem!!! und es bricht mir es Herz dron zu denken dass des wunderscheane fleckl Natur mitten in BX für die Progress weichen soll.
    In einige Johre verstean mir , wiso des ned passieren terf….. wenns lei ned zu spät isch

    • treter

      Herzlichen Dank „spo“ für deine Unterstützung!!
      PS. Wir kämpfen weiter für den Erhalt der einzigen grünen Lunge der Brixner Industriezone….Und die Politik bzw. unsere Landesregierung soll bei dieser anstehenden Bauleitplanänderung auch nachhaltig handeln bzw. diese klar ablehnen und nicht nur plappern wie kürzlich bei der Vorstellung ihrers neuen Strategiepapiers „Everyday for Future“!!!

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