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Der Invalsi-Report

Foto: LPA

Das staatliche Institut Invalsi hat den Bericht über die diesjährigen Testergebnisse des Jahres 2020/21 vorgelegt. Die Daten spiegeln auch die Auswirkungen des Fernunterrichts wider.

Das Invalsi (Istituto Nazionale per la Valutazione del Sistema Educativo di Istruzione e di Formazione) ist auf staatlicher Ebene die zuständige Institution für zentrale Lernstandserhebungen.

Alljährlich präsentiert Invalsi bereits kurz nach Schulschluss erste Daten der Lernstandserhebungen, die auf gesamtstaatlicher Ebene in den Fächern Italienisch, Mathematik und Englisch an den Grundschulen (2. und 5. Klasse), den Mittelschulen (3. Klasse) und in der letzten Oberschulklasse vorgenommen werden.

Auswirkungen des Fernunterrichts auf Lernniveau

Zumal die diesjährigen Tests in die Zeit der Corona-Pandemie fallen, könnten sie aufzeigen, ob und inwieweit längere Unterbrechungen des Präsenzunterrichts sich auf das Lernniveau auswirkten, sagt Bildungsdirektor Vincenzo Gullotta, der auch darauf hinweist, dass die Invalsi-Ergebnisse „die Stärken der italienischsprachigen Schule in Südtirol aufzeigen, die wir weiter unterstützen wollen, zum Beispiel das Erlernen der englischen Sprache“.

Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht

An Südtirols Schulen fanden im Schuljahr 2019/20 38 Prozent der Unterrichtstage im Fernunterricht statt, während im Schuljahr 2020/21 die Fernunterrichtstage in den Mittelschulen 36 und in den Gymnasien 22 Prozent ausmachten.

Südtirols italienische Grundschule Spitzenreiter in Englisch

Wie bereits in den Vorjahren liegt die italienische Schule in Südtirol im gesamtstaatlichen Vergleich beim Leseverständnis (Italienisch) an den Grundschulen unter dem Durchschnitt. Dabei unterscheiden sich die Ergebnisse der Jahre 2019 und 2021 nicht signifikant voneinander. Ähnlich sind die Ergebnisse in Mathematik, während Südtirols Grundschüler im Englischen, sowohl im Lese- als auch im Hörverständnis italienweit an der Spitze stehen.

Schlechtere Ergebnisse für Mittelschulen 

Schlechter ausgefallen als in der Vor-Pandemie-Zeit, in den Jahren 2019 oder auch 2018, sind heuer italienweit die Ergebnisse in Italienisch und Mathematik an den Mittelschulen. Diese sind auch in Südtirol rückläufig, besonders im Italienischen, im Unterschied zu den Ergebnissen in Englisch, wo 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler mindestens das A2-Ziel des europäischen Referenzrahmens erreichen.

Oberschüler gut in Englisch, weniger in Italienisch

Mit sehr guten Englischkenntnissen punkten auch die Oberschüler. Rund 64 Prozent erreichen ein B2-Niveau im Lesen und fast 60 Prozent im Hören. Diese Ergebnisse gehören zu den besten in Italien, obwohl sie einige Punkte unter den Ergebnissen von 2019 liegen. Von 26 (2019) auf 42 Prozent (2021) angestiegen sind die Schüler mit Schwierigkeiten in Italienisch. Auf gesamtstaatlicher Ebene beträgt dieser Anstieg neun Prozentpunkte. Nicht so stark wie auf gesamtstaatlicher Ebene haben sich die Ergebnisse in Mathematik verschlechtert: Der Anteil der Schüler mit Schwierigkeiten steigt von 37 (2019) auf 44 Prozent (2021).

Keine Aussagekraft für deutsche und ladinische Schule

„Für den deutschen und ladinischen Schulbereich haben die nun präsentierten Daten keine Aussagekraft“, betont der Leiter der Evaluationsstelle für das deutsche Bildungssystem, Martin Holzner. Die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler der deutschsprachigen und ladinsichen Schulen werden die Evaluationsstellen der beiden Bildungsdirektionen im Laufe des Jahres vorstellen. Sobald sie Zugriff auf die vollständigen Invalsi-Daten erhalten, werden sie den Landesbericht zu den Lernstandserhebungen 2021 erstellen und veröffentlichen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • franz02

    „Für den deutschen und ladinischen Schulbereich haben die nun präsentierten Daten keine Aussagekraft“, logisch nicht! Da muss die deutsche Evaluationsstelle erst warten, bis ihnen Rom die Ergebnisse ausrechnet. Selber können sie es anscheinend nicht, obwohl doch inzwischen einige Zeit vergangen ist, um es ein wenig lernen zu können. Dabei wäre die neue Evaluationsstelle personell gut und teuer ausgestattet. Wie dem auch sei, warten wir mit weihnachtlicher Vorfreude auf die schönen deutschen Ergebnisse und darauf, dass uns die Evaluationsstelle das präsentiert, was der Landesrat und der Bildungsdirektor präsentiert haben möchte.

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