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„Grüne Wende“

Foto: lpa

Südtirol ist eines der Gebiete in Italien, das die nationale grüne Wende anführt: Das zeigen zwei italienische Nachhaltigkeits-Reports.

Die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung erfährt auf gesamtstaatlicher und lokaler Ebene einen Schub durch die Corona-Krise. „Wir möchten die grüne Wende vorantreiben und den eingeschlagenen Weg entschlossen fortsetzen, der in die richtige Richtung geht, wie die Expertenanalysen zeigen“, unterstreicht Landeshauptmann Arno Kompatscher.

In gleich zwei gesamtstaatlichen Rankings zur Nachhaltigkeit schneidet Südtirol gut ab: Sowohl der Bericht der ASvis (Alleanza italiana per lo sviluppo sostenibile – Italienische Vereinigung für nachhaltige Entwicklung), erschienen im Dezember 2020, als auch jener der CERVED-Gruppe vom Februar 2021 kommen zum Ergebnis, dass das Land Südtirol in verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit ausgezeichnet abschneidet.

ASvis-Report

Mit dem Regionen Report, der Teil des ASvis-Jahresberichts 2020 ist, stellt die Italienische Vereinigung für nachhaltige Entwicklung den politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern einen detaillierten Überblick über die Situation der Regionen, Provinzen, Hauptstädte, Städte und Gemeinden in Bezug auf die 17 Entwicklungsziele der Agenda 2030 und des Green New Deal zur Verfügung. Die Vereinigung ASvis, die auf Initiative der Stiftung Unipolis und der Universität „Tor Vergata“ in Rom entstanden ist, zielt darauf ab, in der italienischen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik das Bewusstsein für die Bedeutung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu schärfen und für die Erreichung der Entwicklungsziele zu mobilisieren. Mit über 290 beteiligten Organisationen und über 600 Experten in den Arbeitsgruppen zu den Nachhaltigkeitszielen und themenübergreifenden Anliegen ist die ASvis die bisher größte zivilgesellschaftliche Vereinigung in Italien.

Laut ASvis-Bericht hat Südtirol – im Vergleich zu 2010 – die größten Fortschritte im Lebensmittel-Bereich erzielt: Dies ist zurückzuführen auf einen bedeutenden Rückgang der Ausbringung von Düngemitteln (-52,3 Prozent) und von Pestiziden (-2,1 Prozent), aber auch auf einen nachhaltigeren Konsum, der sich in einem Anstieg der Mülltrennung (+14,8 Prozent) und einem Rückgang des zu lagernden Abfalls (-17,3 Prozent) ausdrückt. Verbesserungen sind auch im Bildungswesen zu verzeichnen: So ist der Anteil der Personen mit einem Schul- (+13,5 Prozent) und Universitätsabschluss (+8,4 Prozent) gestiegen, jener der Schulabbrecher (-11 Prozent) hingegen gesunken. Alle Informationen im Detail können im ASvis-Bericht zu den Regionen (in italienischer Sprache) nachgelesen werden.

Arno Kompatscher

CERVED-Bericht

Der Bericht der CERVED-Gruppe „Nachhaltiges Italien 2021“ berücksichtigt die drei Faktoren der Nachhaltigkeit, Umwelt, Soziales und Ökonomie, und arbeitet 280 Indikatoren aus. Cerved, eine der wichtigsten Rating-Agenturen in Europa mit Sitz in Mailand, wendet sich damit an all jene, die sich um die Wiederbelebung und nachhaltige Entwicklung Italiens bemühen.

Der Bericht analysiert das Niveau der Nachhaltigkeit aus wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Sicht. In der diesjährigen Ausgabe setzt der Report Trentino-Südtirol auf regionaler Ebene an die Spitze der Liste in punkto Gesamtnachhaltigkeit. Es folgen die Lombardei, Emilia Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Piemont und Venetien.

Während Südtirol bei der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit den ersten Platz belegt, liegt es bei der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit auf dem 7. Platz. Gut abgeschnitten haben bei der sozialen Nachhaltigkeit die Verteilung des Wohlstands, die Familienförderung, die Situation der älteren Personen. Im Umweltbereich ist Südtirol beim Landschaftsschutz und dem Gefahrenmanagement führend. Was die wirschaftliche Nachhaltigkeit betrifft, liegt Südtirol im Bereich Investitions- und Innovationsbereitschaft, Finanzkraft und Beschäftigungsdynamik an ausgezeichneter Position.

Auch der Index für Umweltbelastung und Ressourcennutzung ist gut. Der Bericht zeigt auch einige Bereiche auf, die verbesserungsfähig sind.

Alle Details können im CERVED-Bericht Nachhaltiges Italien 2021 (in italienischer Sprache) nachgelesen werden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (7)

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  • treter

    „Wir möchten die grüne Wende vorantreiben“ sagt der Landeshauptmann. Wie bitte! Darf daran erinnern dass die SVP inklusive Mehrheit im Frühjahr 2020 im Landtag einen Beschlussantrag zur Rettung des Brixner Auwaldes niedergestimmt hat!!
    Dieser soll bekanntlich für ein Industriegebäude für 3D-Betondrucker der Firma Progress gerodet werden. Dieses Vorhaben hat mit Nachhaltigkeit rein gar nix zu tun bzw. ist genau das Gegenteil davon! Man zerstört damit ein Habitat von 64 im Auwald gezählten Vogelarten, darunter sogar 7 der Roten Liste! Fordere daher die Gemeinde Brixen bzw. die Landesregierung auf, von diesem Vorhaben sofort Abstand zu nehmen.
    NB. Derzeit wird der bereits dritte Beschluss des Brixner Stadtrates zu dieser Bauleitplanänderung vorbereitet….

    • yannis

      Tja,
      diese „grüne Wende“ haben nur die normal sterblichen zu schultern, die Industrie und Tourismus kann weiter machen wie bisher.
      Siehe die Tesla Schweinerei in Brandenburg……..

      • treter

        Braaaavo Yannis!!!
        Genauso ist es. Was ich mich schon lange frage: wird es gewissen Politikern nicht langsam zu blöd dieses ganze Gequassle von Nachhaltigkeit, Biodiversität, Artenschutz usw. wenn sie doch wissen, dass sie im politischen Handeln dann genau das Gegenteil tun?! Ich an ihrer Stelle könnte nicht mehr in den Spiegel schauen vor Scham…
        Was ich allerdings fast noch weniger verstehe: dass das Volk sie dann doch immer wieder wählt??
        Vielleicht kann mir das bitte mal jemand erklären?

        • treter

          Apropo Wahlvolk:
          In Brixen wettert ein Großteil der Bevölkerung gegen das Heller-Projekt für den Hofburggarten von Bürgermeister Brunner. Und was ist bei den letzten Gemeinderatswahlen passiert: Die SVP gewinnt zwei Sitze dazu und auch der Bürgermeister kann deutlich an Stimmen zulegen…
          Frage: leidet ein Großteil der Brixner/innen an Gedächtnisschwund? Anders ist das Ganze nicht zu erklären!

  • zeit

    Na do a schun wiedo die bestn

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