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„Verschwendete Millionen“


Franz Ploner fragt sich, was das Land nun mit den übriggebliebenen Nasenflügeltests machen will, für das es viel Geld ausgegeben hat.

Von Matthias Kofler

Schon Ende Mai hat Franz Ploner, Ex-Primar und nunmehriger Landtagsabgeordneter des Team K, darauf hingewiesen, dass die Landesregierung viele Millionen Euro für Nasenflügeltests ausgegeben hatte. Die jüngste Ankündigung von Landeshauptmann Arno Kompatscher, die Nasenflügeltests nicht mehr verwenden zu wollen – vor allem, weil diese für den Europäischen Green Pass nicht anerkannt werden – bestätigt nun Ploners Befürchtungen: „Hier wurden Millionen Tests angekauft, aber die Strategie wurde nicht angepasst“, lautet seine Kritik.

Kompatscher und Sanitätslandesrat Thomas Widmann hatten auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung angekündigt, dass es künftig ein einheitliches Nachweissystem geben und der Corona-Pass Südtirol ab 1. Juli vom Europäischen Green-Pass ersetzt werde. Im Vergleich zu den anderen Tests (PCR-Test oder Antigenschnelltest) wird der Nasenflügeltest als solcher auf EU-Ebene nicht anerkannt.

„Wir werden noch festlegen, für welche Situationen wir ad hoc Nasenflügeltests ermöglichen, z. B. wenn jemand tatsächlich den Nachweis vergessen oder nicht verfügbar hat, oder das Handy kein Akku mehr hat“, erklärte Kompatscher. Diese Worte sprechen laut Ploner „für sich selbst“.

Bereits vor einem Monat hatte der Ex-Primar auf den unverhältnismäßigen Ankauf von Nasenflügeltests von Seiten des Sanitätsbetriebes hingewiesen. „Die Einführung des Corona-Passes, der gleichzeitig rasche Fortschritt der Impfkampagne, sowie das Ende des Schuljahres werden die Nachfrage nach diesen Tests verringern. Es macht  absolut keinen Sinn, derart große Summen für weitere Tests zu investieren, wenn es gleichzeitig in anderen wichtigen Bereichen, angefangen bei der Schule, zwangsläufig zu Kürzungen kommt“, sagt Ploner.

Tests seien ein wichtiges Mittel, um die Infektionsherde unter Kontrolle zu halten, nichtsdestotrotz müsse eine wissenschaftlich fundierte Teststrategie erarbeitet und kontinuierlich angepasst werden. „Die Tatsache, dass das digitale Covid-Zertifikat der EU ab Sommeranfang den Südtiroler Corona-Pass ersetzt hätte, war der Landesregierung schon lange bekannt. Daher sind Ausgaben für den Ankauf von weiteren Nasenflügeltests völlig unverhältnismäßig. Wir haben eine Anfrage eingereicht, um zu erfahren, wie die angekauften Tests noch verwendet werden”, so Ploner.

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