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Freilichtmuseum im Don Bosco Viertel

Ein „Freilichtmuseum“, um Bozen mit neuen Augen zu sehen. Die neue Ausgabe des Bolzanism Museums eröffnet am 18. Juni und lädt zu einem „Perspektivwechsel“ auf die Stadtviertel Don Bosco und Europa-Neustift ein. Die Protagonisten sind die Gebäude und ihre Bewohner, erzählt von jungen Geschichtenerzähler*innen entlang verschiedener Routen durch die Straßen der Stadt, auf Italienisch und Deutsch. Es handelt sich um ein kollektives Projekt, das vom Teatro Cristallo mit Corto Circuito, Cooperativa 19 und Campomarzio konzipiert wurde.

ind Sie schon einmal richtig durch die sogenannten “Randbe- zirke” von Bozen spaziert? Haben Sie hoch geschaut, um die Ge- bäude zu betrachten, denen Sie begegnen? Wissen Sie, wer das Haus entworfen hat – in dem Sie tagtäglich leben – und warum es so gebaut wurde? Wissen Sie, dass der Komplex, in dem Sie wohnen, Teil eines viel größeren Plans ist, der die Erweiterung der Stadt Bozen vorsah und international renommierten Architekten anvertraut wurde? Um all dies und noch viel mehr auf eine neue und aufregende Art und Weise zu entdecken, ist das Bolzanism Museum zurück!

Bolzanism Museum ist die Weiterentwicklung eines Experi- ments der urbanen Mediation zwischen dem sozialen Woh- nungsbau von Bozen West und seinen Bewohnern, das von Cooperativa 19 und Campomarzio im Jahr 2017 dank ei- nes vom Amt für Jugendpolitik der Abteilung für italieni- sche Kultur der Autonomen Provinz Bozen geförderten Wettbewerbs gestartet wurde.

In Zusammenarbeit mit dem Teatro Cristallo und CortoCircuito, den kulturellen Tre punkten des Stadtteils Bo- zen West, wurde 2019 die Idee geboren, das Projekt zu systematisieren und das Bolzanism Museum zu grün- den, das erste Experiment in Italien in Form eines Mu-seums über Social Housing und sozialen Wohnungsbau, das 2021 nun seine zweite Au age erlebt.

Das Bolzanism Museum wird mit dem Beitrag des Amtes für Jugendpolitik und des Amtes für Zweisprachigkeit und Fremdsprachen der Abteilung für italienische Kultur der Autonomen Provinz Bozen realisiert und wird von der Stadt Bozen und unter der Schirmherrschaft der Freien Universität Bozen – Fakultät für Design und Künste unterstützt. Sponsoren des Projekts sind das Verkehrsamt derStadt Bozen, Confesercenti Südtirol und Ipes-Wobi.

Es ist das erste Freilichtmuseum in Bozen und das ersteitalienische Museum zum Thema Social Housing, des- sen Protagonisten auch in diesem Jahr wieder der soziale Wohnungsbau und die Menschen, die in ihm leben, sind. Bozen und seine Randbezirke können als ein großes Laboratorium gelesen werden, in dem das ganze 20. Jahr- hundert hindurch mit verschiedenen Arten der urbanen und sozialen Gestaltung experimentiert wurde. Eine fundamen- tale Rolle in diesem Prozess spielten die Sozialbaukomplexe, die die Grundzelle beim Aufbau der neuen Stadtteile und das Hauptelement der Identität der neu angesiedelten Gemein- schaften darstellten.

Giuliano Vettorato, Landesrat für Italienische Bildung und Kultur der Autonomen Provinz Bozen, unterstreicht: „Die zweite Saison des Bolzanism Museums ist die logische Fortsetzung einer großen kulturellen Reise, die sehr gut angekommen ist und auf die ich sehr stolz bin. Nach einem schwierigen Jahr wieder die Möglichkeit zu haben, im Freien spazieren zu gehen und die neuen Geschichten und die Entwicklung der Architektur von Bozen West zu entdecken, ist ein starkes Signal des Neubeginns für die ganze Bevölkerung. Dieses wunderbare Wandermuseum in der Landeshauptstadt ist das einzige seiner Art in Italien, das der Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus gewidmet ist. Es zu erleben, ist eine einzigartige Erfahrung, die Spuren hinterlässt und in der die Geschichte, die Architektur und das Leben der Arbeiterviertel Bozens aufgewertet werden und ihre rechtmäßige Anerkennung finden“.

Das Bolzanism Museum – das ab heute seine Tätigkeit2021 erö net – ist ein richtiges Museum. Start ist derblaue Infopoint, der sowohl den Museumssitz als auchdie Kasse bildet. Er be ndet sich auf dem kleinen Platzdes Teatro Cristallo und ist von Juni bis Oktober dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags von 17.00 bis 19.00 Uhr, samstags von 9.30 bis 11.30 Uhr und von 17.00 bis 19.00 Uhrfür das Publikum geö net.

Es gibt viele Neuerungen für diese zweite Ausgabe, das Angebot des Museums ist in diesem Jahr noch breitergefächert: “Bolzanism Walk” sind zurück. Durch sie erschließt das Museum den Einwohnern, Besuchern und Tou- risten die Geschichte der Stadtviertel, Orte und Menschen mit einem Versprechen: Sie werden Bozen West nie wieder mit denselben Augen sehen. Es handelt sich dabei um be-sonders spannende Führungen: ein interaktiver Spa-ziergang durch die Stadtteile, irgendwo zwischen einer Theaterau ührung, einer Erzählung und einem Stadt- spaziergang. Diese besonderen “Erzähler*innen“, die die Besucher*innen begleiten werden, sind junge Storyteller*in- nen (Oscar Bettini, Elisa Galter, Fabian Kiener, Diletta La Rosa, Jon Mucogglava, Tracy Oberti, Chiara Sartori, Marco Serena, Felix Senoner, Andrea Zani e Samanta Zago), die von der Regisseurin Flora Sarrubbo, dem Re-gisseur Christian Mair und dem Schauspieler Lucas DaTos durch einen intensiven Workshop über Geschichtener- zählen und Theater ausgebildet wurden, der zusammen mit dem Jugendzentrum Corto Circuito organisiert wurde. In Be- gleitung dieser besonderen „Storytraveler“ entdeckt man die Geschichte der städtebaulichen und sozialen Entwicklung des Bozner Westens, erkundet den von bedeutenden Architekten des 20. Jahrhunderts entworfenen sozialen Wohnungsbau, lauscht den Geschichten der Menschen, die in diesem Stadtteil gelebt haben – und noch leben.

Das Neue an 2021 ist, dass es möglich sein wird, zwi-schen 2 verschiedenen Shows zu wählen. In der ers-ten mit dem Titel „Shanghai“ (jeden Freitag um 17:30Uhr) nehmen die jungen Geschichtenerzähler*innen das Publikum mit auf eine Entdeckungsreise durch das Don-Bosco-Viertel anhand derer die Supercondomini, die INA-Häu- ser der Mailandstraße, die ikonische Cagliari-Straße und die „überlebten“ Semirurali-Häuser erzählt werden. Die zweiteTour „Manhattan“ beginnt in der Sassari-Straße und ist eine Entdeckung der Europaallee mit Blick nach oben: vom ersten Wolkenkratzer des Viertels bis zu den ikonischen Pif- feri, durch die historischen und urbanistischen Ereignisse, die den Grundstein für das zeitgenössische Bozen gelegt haben(jeden Samstag um 10:00 Uhr oder 17:30 Uhr).

In diesem Jahr wird es auch möglich sein, am WalkShanghai an den Samstagen 19.06 – 17.07 – 21.08 – 25.09 – 02.10 um 10.00 Uhr in deutscher Sprache teilzunehmen.

Alle Termine können direkt online gebucht werden, in- dem man die Website www.bolzanism.com/walk aufruft und das gewünschte Datum und die Uhrzeit auswählt, oderindem man während der Ö nungszeiten zum Infopoint desBolzanism in der Dalmatienstraße 30 geht.

Eine weitere wichtige Neuheit sind die „Bolzanism Disco-ver“, kulturelle Führungen, die von einem Architektenund einer Kunsthistorikerin geleitet werden, um mehr über die Geschichte und die Stadtplanung der Viertel von Bozen West (und darüber hinaus) und die architektonischen Details zu erfahren, die in den Gebäuden verborgen sind, aufdie man während des Spaziergangs stößt. Sie nden an denSamstagen 31.07. – 4.09. – 25.09. jeweils um 10.30 Uhr statt.

In den kommenden Monaten werden die Aktivitäten des Museums auch mit denen von Organisationen und Ver- einen, die in der Nachbarschaft und darüber hinaus tätigsind, ver ochten, ebenso wie die Aktivierung von Work-shops, die für Schulen zu den Themen von Bolzanismerarbeitet wurden. Die Zusammenarbeit mit dem Museion und der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen im Rahmen von Bolzanism Atlas hat bereits begon- nen. Anhand eines Public Program von Open-Air-Talks und einem Workshop mit Studierenden wird über das Konzept des zeitgenössischen Mappings und die Möglichkeiten der Er- forschung des Themas der sprachlichen und sozialen Gemein- schaften in den Stadtvierteln mit Dozent*innen und Expert*in-nen re ektiert. (15., 18., 21. und 22. Juni um 18 Uhr im CuboGarutti und am Infopoint des Bolzanism Museums)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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