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Die Unwetter-Bilanz

Mit einem Bagger arbeiten die Mitarbeiter der Wildbachverbauung am Tanzbach. (Foto: LPA/Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord)

Gewitter mit Starkregen haben am Freitagfrüh zu Murenabgängen, Erdrutschen, Überschwemmungen und Straßensperren geführt. Die Bilanz. 

In den frühen Morgenstunden, berichtet Dieter Peterlin vom Landesamt für Meteorologie und Lawinenwarnung, hat sich zwischen Sarntal, unterem Eisacktal und dem Schlerngebiet ein schweres Gewitter zusammengebraut. Die Wetterstation Kollmann etwa verzeichnete knapp 70 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, was fast einem ganzen Monatsniederschlag entspricht, der etwa in zwei Stunden niederging. In den kommenden Tagen ist mit weiteren Gewittern zu rechnen.

Derzeit befinden sich drei Techniker der Wildbachverbauung vor Ort, um sich einen Überblick zu verschaffen, berichtet Philipp Walder, stellvertretender Direktor des Amtes für Wildbachverbauung Nord im Funktionsbereich Wildbachverbauung.  Mit einem Bagger wird am Tanzbach gearbeitet, der über die Ufer getreten ist und die Staatsstraße Sarntal überflutet hat. Im Bereich Halbweg hat der Breitebnerbach eine Hofzufahrt weggerissen; er ist voll mit Geschiebe, das ausgeräumt werden muss.

Am Ritten ist der Emmersbach in Oberinn durch massives Geschiebe ausgebrochen und hat landwirtschaftliche Flächen, Wiesen und Weiden überschwemmt. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde auch der Wangenerbach in der gleichnamigen Ortschaft. Dort sind mehrere Hofzufahrten, Brücken und Uferschutzmauern beschädigt worden. Der Bach hat sich stark eingetieft und hat auch große Mengen an Steinen und Geschiebe abgelagert.

Im Eisacktal südlich von Kollmann ist der Bach neben dem Schiedmannhof über die Ufer getreten und hat die Brennerstaatsstraße unterbrochen. Beim Pitscherbach in Waidbruck wurde ein Auto von einer Mure mitgerissen und teilweise verschüttet, eine Person konnte unverletzt in Sicherheit gebracht werden.

In der Sill hat die neue Wildholzsperre in der Talfer perfekt funktioniert, sie ist randvoll mit Material, da sie das ganze Holz aufgefangen hat, das vom Sarntal angeschwemmt wurde.

In der Gemeinde Jenesien wurden im Bereich Afing Rohre und Brücken in Mitleidenschaft gezogen, einige Hofzufahrten wurden weggespült und unterbrochen, die Höfe sind jedoch erreichbar.

20 Feuerwehren und Berufsfeuerwehr

Seit den Morgenstunden sind in der Landesnotrufzentrale  rund 50 Anrufe infolge der Unwetter eingegangen. 20 Freiwillige Feuerwehren und die Berufsfeuerwehr Bozen wurden ab etwa 4.30 Uhr zu Einsätzen gerufen. Die Berufsfeuerwehr war auf der Brennerautobahn wegen eines Murenabganges im Einsatz.

Am stärksten betroffen: die Landesstraße Waidbruck-Kastelruth (Foto: LPA/Landesstraßendienst)

Landesgeologen seit 6 Uhr im Einsatz

Die Geologen des Landesamtes für Geologie und Baustoffprüfung sind seit Freitagfrüh um 6 Uhr im Einsatz mit dabei, berichtet Amtsdirektor Volkmar Mair. Sie werden von freiberuflichen Geologen unterstützt, weil die Vielzahl der Vermurungen und Rutschungen nicht vom internen Personal allein bewältigt werden kann. Die wichtigsten Einsätze erfolgen in Atzwang und vor allem in Waidbruck und Kastelruth und in Wangen.

Die Landesstraße Waidbruck-Kastelruth ist an verschiedenen Stellen mit Materialmengen zwischen 100 und 500 Kubikmetern übermurt. Verschiedene steile Bachläufe sind von Murabgängen betroffen und haben die Materialmengen auf der Straße deponiert. Zum Glück sind nur Sachschäden zu verzeichnen, unterstreicht Landesgeologe Mair. Die Aufräumarbeiten auf diesen Straßen werden sicherlich mehrere Tage andauern.

Mehrere Straßen gesperrt

Mehrere Straßen wurden durch Muren und Abbrüche beschädigt und mussten gesperrt werden; am meisten in Mitleidenschaft gezogen wurde die Landesstraße Waidbruck-Kastelruth, berichtet der Direktor des Landesstraßendienstes Philipp Sicher.

Aus Sicherheitsgründen nicht befahrbar sind außerdem die Landesstraße zwischen der Wangener Kreuzung(Sarntal) und Klobenstein, wo unter anderem ein Teil der Straße abgebrochen ist, sowie die Staatsstraße im Sarntal bei Dickerwiesen. Das Dorf Wangen ist derzeit über die Straßenverbindungen nicht erreichbar.

Der Straßendienst ist mit rund 30 Straßenwärtern im Einsatz. Das Muren-Material wird mit Baggern und Radlagern beseitigt.

Die Brennerstaatsstraße bei Atzwang konnte wieder für den Verkehr geöffnet werden, ebenso die Straße ins Sarntal.

Den kontinuierlich aktualisierten Verkehrsmeldebericht der Landesverkehrsmeldezentrale in der Agentur für Bevölkerungsschutz gibt’s hier: www.verkehr.provinz.bz.it

Verspätung oder Ausfälle bei Bussen

Aufgrund der Straßensperren fallen einige Busse aus oder sind mit Verspätung unterwegs. Hauptsächlich betroffen sind die Busse der Linien 170 und 350. Die Busse, die sonst auf der Brennerstaatsstraße verkehren, wurden auf die Brennerautobahn A22 umgeleitet. Aktualisierte Informationen finden sich auf dem Mobilitätsportal: www.suedtirolmobil.info/de/meine-fahrt/aktuelle-meldungen

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