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Ohne Pass

Die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair weist in einer Aussendung auf eine neue Problematik rund um die Impfstrategie in der EU und den „Grünen Pass“ hin. Personen, die mit dem russischen Impfstoff Sputnik V oder dem chinesischen Totimpfstoff von Sinopharm gegen COVID-19 geimpft wurden, erhalten keinen „Grünen Pass“.

Das Problem hat die TAGESZEITUNG am Dienstag in der Print-Ausgabe aufgeworfen:

Arbeitskräfte und Touristen, die mit Sputnik V geimpft wurden, müssen mit erschwerten Einreisebedingungen rechnen, da die Impfung nicht anerkannt wird.

„In den beiden EU-Staaten Ungarn und Slowakei wird bereits der russische Impfstoff Sputnik V eingesetzt. Trotzdem wird diese Form der Immunisierung gegen das SARS-CoV-2-Virus hierzulande nicht anerkannt“, hält die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair in einer Aussendung einleitend fest und verweist auf ihre Anfrage, die sie im Landtag eingebracht hat.

„Nachdem bekannt wurde, dass sich italienische Staatsbürger in Serbien impfen lassen, war es von Interesse, ob die dort verabreichten Sputnik V-Impfungen neben jenen Stoffen von AstraZeneca und Pfizer-BioNTech als Impfnachweis anerkannt werden“, hält Mair fest.

Die Auskunft des zuständigen Landesrates war dazu deutlich: „Nein, Impfungen mit den oben genannten Impfstoffen [Sputnik V und dem Impfstoff von Sinopharm] werden nicht anerkannt. Es werden nur Impfnachweise mit Impfstoffen, welche in der EU zugelassen sind, berücksichtigt.“

„Hier eröffnet sich ein neues – eigentlich vermeidbares – Problem. In Südtirol gelten somit Erntehelfer und Gastarbeiter aus Osteuropa, die bereits geimpft wurden – aber mit einem Impfstoff, der von der EMA noch nicht zugelassen wurde – als nicht immunisiert. Der „Grüne Pass“ bliebe diesen Personen trotz Impfung verwehrt“, kritisiert Mair. „Es wird hier eine Absurdität deutlich, die nicht nachvollziehbar ist. In der EU ist Impfstoff nicht gleich Impfstoff. Nur jene, von der EMA zugelassenen Impfstoffe werden für den „Grünen Pass“ anerkannt, während jene Impfungen, die vorerst „nur“ eine nationale Zulassung erhalten haben, nicht als gleichwertig betrachtet werden“, gibt Mair zu bedenken.

„Dies ist nicht nur innerhalb der EU ein Armutszeugnis, sondern schafft erneut Hürden, die es aus wirtschaftlicher Sicht nach den schwierigen Monaten überhaupt nicht brauchen würde. So sage noch einer, dass dahinter nicht politische Gründe stecken, die sich gegen Russland richten“, hält Ulli Mair abschließend fest.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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