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Tatwaffe Hupe

Foto: 123rf

In Bozen spielt eine kuriose Posse: Ein Handwerker wurde von der Stadtpolizei gefilzt, weil er angeblich ohne Grund auf die Hupe gedrückt hat.

von Artur Oberhofer

Martin O. ist, wie er selbst sagt, „aus allen Wolken gefallen“, als er das Kuvert öffnete und das Vorhaltungsprotokoll der Stadtpolizei studierte.

Er sah ganz unten den Betrag, den er zu bezahlen hat: 57,50 Euro.

Und er las mit großer Verwunderung, welcher Untat er von der Bozner Stadtpolizei beschuldigt wird: Er habe ohne Grund auf die Hupe gedrückt.

Die Fakten: Der Leiferer Handwerker Martin O. hat vor wenigen Tagen ein Übertretungsprotokoll der Stadtpolizei Bozen zugestellt bekommen. Darin wurde der Mann belehrt, dass er gegen den Artikel 156/1-5 der Straßenverkehrsordnung verstoßen habe, indem er – Zitat – „ohne Grund übermäßig und ungerechtfertigt die Schallsignalanlage“ seines Lieferwagens betätigt habe.

Das macht 42 Euro Strafe!

Hinzu kommen 9,50 Euro Postspesen und 6 Euro Feststellungsspesen. Macht summa summarum 57,50 Euro. Im Falle einer Bezahlung der Strafe innerhalb von fünf Tagen ab der Zustellung würde sich der Betrag auf 44,90 Euro verringern, heißt es in dem Protokoll.

Laut den beiden Polizeibeamten, die das Übertretungsprotokoll unterschrieben haben, soll Martin O. – Zitat – „am 15. April dieses Jahres um 12.05 Uhr am Siegesplatz Nr. 4/G in Bozen das akustische Signalgerät seines Fahrzeuges benutzt haben“, und zwar „ohne einen triftigen Grund, was mit der Verkehrssicherheit oder den Transport von Verletzten zu tun hätte“.

Übersetzt aus dem Amtsdeutsch: Martin O. habe ohne Grund auf die Hupe gedrückt.

Martin O. war an jenem Mittag tatsächlich mit einem Mitarbeiter im Lieferwagen in Bozen unterwegs.

Zur TAGESZEITUNG sagt der Handwerker aus Leifers: „Ich kann auch nicht ausschließen, dass ich an jenem Tag gehupt habe, aber wenn dies der Fall war, dann bestimmt nur, um jemanden zu grüßen.“ Und polemisch fügt er hinzu: „Mit war nicht bekannt, dass der Gruß mit einem Hupton ein Verbrechen ist, und wenn dem so ist, dann müssten die Stadtpolizisten jeden Tag hunderte Autofahrer strafen.“

Martin O. kommt die ganze Geschichte eigenartig vor: „Wie“, so fragt er sich, „konnten die Beamten wissen, dass wir ohne triftigen Grund gehupt haben, wenn sie uns gar nicht angehalten, geschweige denn dazu befragt haben?“

Außerdem gibt der Handwerker zu bedenken, dass die AutofahrerInnen bei einer derartigen Auslegung der Bestimmungen ja gar keine Chance hätten, sich zu wehren. „Wie kann sich ein Autofahrer gegen die Vorhaltung, bei der es – im Unterschied zu einer Geschwindigkeitsübertretung – keinen fotografischen oder akustischen Beweis gibt, zur Wehr setzen? Es steht am Ende Aussage gegen Aussage – und jene der Polizeibeamten zählen doppelt.“

Für den Leiferer Handwerker bleibt in jedem Fall ein fahler Beigeschmack: „Diese Methoden der Geldeintreibung durch Polizeiorgane finde ich einfach nicht fair, erst recht nicht in Corona-Zeiten, wo wir eh schon alle finanziell auf dem Zahnfleisch sind.“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (19)

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  • andi182

    Martin kennt die Verkehrsregeln nicht. Grüssen kann er jemand mit der Hand aber nicht mit der Hupe.

  • hilti

    Nur mehr ein Wahnsinn, welche Nafre freiheit diese Typen haben..
    Die suchen nur mehr die Nadel im Heuhaufen, um an das Geld der Bürger zu kommen.
    Warum bestrafen sie nicht, wenn nach Fußballevends, die Stadt zum Hexenkessel wird, wo Autokorssos hupend durch die nächtichen Straßen fahren???
    Morgen wird dann wohl auch noch jemand bestraft werden wenn mann in der Stadt mal einen “ FURZ“ fahren lässt

    • zusagen

      Wenn die Autofahrer alle Strafen bezahlen müssten welche sie sich verdient hätten, dann würde der Verkehr sehr viel leiser und vor allem sicherer ablaufen. Die Bürgergemeinde hätte endlich Geld für schönere Dinge in ihrer Stadt. Wovor wir uns tagtäglich am meisten fürchten müssen sind, so traurig es klingt, motorisierte Bürger.

      • keinpolitiker

        @zusagen

        was bist denn du für ein Vollidiot?
        Wie soll dieser Handwerker von Leifers nach Bozen zur Arbeit kommen?
        Wenn du zu blöd bist Auto zu fahren, können wir ja alle nichts dafür.
        Und zudem, wegen einer Hupe ist noch niemand gestorben, im Gegenteil, oftmals ist so eine Hupe wichtig um Fußgänger und Fahrradfahrer aufzuwecken, denn meistens halten die sich nicht an die Verkehrsregeln in der Stadt.

        • zusagen

          Deiner verzweifelten Reaktion nach bist du ein noch schlechterer Fahrzeuglenker wie Kommentarschreiber. Solch aggressiven Leute wie du gehören erst einmal erzogen bevor sie hinterm Lenkrad auch noch Leute bedrohen

        • hoihoi

          Die Hupe zu benutzen in Notfällen ist auch erlaubt , früher waren deshalb an jeden Ortseinfahrtsschild das Hupen Verboten Schild angebracht , da das Hupen nicht nur so als Gruß oder aus Jux in Ortschaften erlaubt , ist leider wenn man erwischt wird , die Strafe gerechtfertigt , jeder der einen Führerschein besitzt müßte das wissen oder durch eine Wiederholung der theoretischen Prüfung belegen daß er im Stande ist sich im Straßenverkehr auszukennen , Revisonsprüfung !! Sollte diese mit null Fehlern abgeschlossen werden , solllte man die Strafe als nichtig erklären !!

  • wollpertinger

    Der Artikel ist interessant und hoffentlich abschreckend für alle Autofahrer, die gerne grundlos hupen. Allerdings ist der Artikel fehlerhaft. Der Autofahrer konnte ja gar nicht gefilzt, also durchsucht werden, weil man ihn nicht angehalten hat. Wenn es die Redaktion mit den Tatsachen nicht so genau nimmt, dann muss man auch am Rest des Artikels zweifeln.

  • sukram

    Es ist in der Stadt so. Offensichtlich kennt der Journalist auch nicht die Regeln. Sonst würde er den Artikel nicht so schreiben.

  • huggy

    Dann müßten ja in Neapel oder Palermo zum Beispiel die Hälfte aller Autofahrer bestraft werden (wenn’s reicht)

  • watschi

    die hupe ist nicht zum grüssen da. sie darf nur bei gefahr oder ganz kurz betätigt werden um autofahrer vor einer ampel „aufzuwecken“ falls sie bei grün immer noch auf ihr handy starren und nicht losfahren. die strafe ist also gerechtfertigt.

    • george

      Zudem, wozu bringt die NTZ so eine Bagatelle in dieser Art und Weise hier in dieses Forum? Und wenn schon, dann sollte sie doch eher das Straßengesetz korrekt zitieren, anstatt so einen brei drumherum zu fabulieren.

  • kirchhoff

    Die STAPOS sollten ihr Augenmerk und die damit verbundenen Aktivitäten auf die Region um Bahnhof und Park richten, doch dort treffen sie nur Afrikaner, denen der Auftritt dieser Amtspersonen nur ein müdes Grinsen abringt !

    • zusagen

      Garantiert ist es weniger riskant den Bahnbhofspark zu überqueren als so manchen Zebrastreifen, wo einige erst richtig aufs Gasbedal drücken um ja nicht einen Fussgänger drüber zu lassen

  • batman

    …und wenn nicht gehupt wurde?

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