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Langes Warten


Trotz einer geringen Auslastung der Krankenhausbetten: Warum das Viel-Testen den Wechsel Südtirols in die weiße Zone erschwert.

Weiß ist die Farbe der Hoffnung – auch im Kampf gegen Corona: Friaul-Julisch Venetien, Molise und Sardinien wechseln Anfang Juni in die Zone mit den wenigsten Einschränkungen. Eine Woche später folgen das Veneto, Ligurien und die Abruzzen. In der weißen Zone gelten nur die AHA-Regeln; die Einschränkungen in der Wirtschaft und die nächtliche Ausgangssperre fallen weg.

Nächste Woche ist ganz Italien gelb, das heißt: Für Reisen innerhalb des Stiefelstaates braucht es keinen Corona-Pass mehr. Südtirol wird voraussichtlich erst am 14. oder am 21. Juni weiß, obwohl der Druck auf die Spitäler gering ist.

Grund für das Verharren in der gelben Zone ist die 7-Tage-Inzidenz, die für einen Wechsel in die weiße Zone drei Wochen lang weniger als 50 betragen muss. In Südtirol liegt die Inzidenz aktuell bei 60.

Die Teststrategie des Landes ist insofern ein Handicap, weil durch das viele Testen automatisch auch mehr Infektionen nachgewiesen werden. Am Donnerstag wurden in Südtirol 6.000 Personen getestet, fast genauso viele wie in Ligurien, wo aber drei Mal so viele Einwohner leben. In der Nachbarprovinz Trient wurden nur 2.000 Abstriche untersucht, obwohl der Druck auf die Spitäler höher ist.

Südtirol hält dennoch an den Screenings fest: „Wir wollen die Infektionsketten im Keim ersticken. Je mehr es Infizierte gibt, desto mehr werden auch herausgefischt und isoliert“, sagt Sanitätslandesrat Thomas Widmann. Weniger testen könne man dann, wenn genügend Menschen geimpft sind. LH Arno Kompatscher ist zuversichtlich, dass Südtirols Inzidenz trotz des vielen Testens in ein bis zwei Wochen unter 50 liegt. (mat)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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