Du befindest dich hier: Home » Südtirol » Unmut bei den Lehrern

Unmut bei den Lehrern

Foto: 123RF.com

Der Südtiroler Lehrerverband klagt über die Vertragsverhandlungen, den Druck in Bezug auf die Schlussbewertungen und die Unsicherheit bei den Nasenflügeltests.

Im Rahmen der auch in diesem Jahr nur online durchgeführten Delegiertenversammlung konnte der Vorsitzende des Arbeitskreis Südtiroler Mittel-, Ober- und Berufsschullehrer/innen (ASM), Christoph Buratti, von einem besonderen Vereinsjahr berichten. Dem Lehrerverband sei die Anpassung an die neue Situation in kürzester Zeit gelungen.

Hervorzuheben sei, dass auch die Lehrerschaft sich in kürzester Zeit auf den Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht eingestellt habe. Es habe sich gezeigt, dass die Südtiroler Lehrerinnen und Lehrer trotz fehlender finanzieller Zuwendungen vonseiten der öffentlichen Hand hard- und softwaremäßig die neuen Herausforderungen meistern und damit den Schulbetrieb in schwierigen Zeiten anstandslos aufrechterhalten konnten. Das oberste Ziel, niemanden zu vernachlässigen, sei erreicht worden.

„Hingegen wurde in den immer wieder verschobenen Verhandlungen zum überfälligen Arbeitsvertrag für die Lehrerinnen und Lehrer das versprochene Ziel der einkommensmäßigen Gleichstellung aller Lehrerinnen und Lehrer in unserem Lande nicht erreicht. Diese Haltung vonseiten des Arbeitgebers führt zu verständlichem Unmut in der Lehrerschaft“, betont Christoph Buratti.

Weitere Themen, die den ASM-Delegierten derzeit unter den Nägeln brennen, sind der große Druck vonseiten verschiedener Eltern und Schulführungskräfte in Bezug auf die anstehenden Schlussbewertungen und die allgemeine Unsicherheit, wie mit Schülerinnen und Schülern umzugehen ist, die Nasenflügeltests und damit den Schulbesuch verweigern.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (13)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • noando

    „in kürzester zeit gelungen“ … „trotz fehlender finanzieller zuwendungen … anstandslos aufrechterhalten konnten“ … „oberste ziel, niemanden zu vernachlässigen, sei erreicht worden“

    klingt ja super – war das auch so? für mich doch etwas verblümt.

    „einkommensmäßigen gleichstellung aller lehrerinnen und lehrer in unserem lande nicht erreicht.“ gleichstellung? also alle anheben oder alle abrunden? wie sieht es eigentlich mit der abschaffung der stammrollen aus, oder mit der arbeitsbewertung bei lehrkräften aus?

    eine gerechte entlohnung (für sie und ihn) ist richtig. privilegien erkämpfen bzw. verteidigen ist momentan nicht der richtige zeitpunkt.

    • drago

      Das Prinzip ist recht einfach: alles, was man hat, ist geschuldet, alles, was man noch nicht hat, wird eingefordert. Und aus diesem Grund gibt es auch keine Privilegien, da, wie gesagt, alles, was man hat, geschuldet ist .

  • keinpolitiker

    Ich gönne jedem ein gutes Gehalt, damit er auch mit diesem Geld auskommen kann, aber bei den Lehrern muss man da schon etwas vorsichtig sein.

    Offiziell 9 Monate im Jahr arbeiten, Ferien um Weihnachten, Ostern, Fasching, Herbstferien und dann dürfen sie auch noch in den Sommermonaten etwas dazu verdienen. Auch das gönne ich den Lehrern.

    Nur, in einer Zeit, wo viele keine Arbeit haben, viele Betriebe ums nackte überleben kämpfen, sollte man schon etwas solidarisch sein, denn auch wenn der Lehrerjob nicht einfach ist, denke ich mir schon, dass sie gegenüber der Privatwirtschaft sehr viele Privilegien genießen können (z.B. Mutterschaft – Vaterschaft usw.)

  • na12

    Die Bezahlung muss angepasst werden und zwar an Österreich und Deutschland. Kein Wunder dass man in Südtirol keine Lehrer findet und stattdessen häufig Maturanten anstellt, bei so einem Taschengeld.
    Wenn man schon so lange studiert, dann muss das Gehalt stimmen. In Österreich und Deutschland würde man Leute mit bloßer Matura nie unterrichten lassen, hier aber schon, weil sich studierte Leute nicht mit diesen Almosen abspeisen lassen. Der Aufwand ist zu groß, da gibt es besser bezahlte Jobs. Der Bildungspolitik in Südtirol ist nicht klar, welchen Schaden sie damit für die Jugend anrichtet.

    • olle3xgscheid

      Südtirol ist ein Lehrerparadies, wo sonst gibt es auf der Schüleranzahl so viele Lehrer?
      Klar Kasse muss passen aber zu welchem Einsatz, wer noch hat solche Privilegien bei einem Beruf?

      • enfo

        Dass das so ist, ist aber nicht die Schuld der Lehrer, sondern der Bildungsdirektion. Die da oben ( sorry phipsi achhammer und co.) entscheiden halt über Sachverhalte, wovon sie keinen Plan haben.

  • sorgenfrei

    Allen, die hier lehrerbasching betreiben, empfehle ich das buch bullshitjobs vons david graeber. Er weist dort unter anderem nach, dass zb die lehrer, pfleger, müllabfuhr etc. pro dollar verdienst bis zu 11 dollar der gesellschaft bringen, während jobs in der firebranche (finanz, versicherung, immobilien) der gesellschaft bis zu 7 €/pro dollar kosten (zb durch bankenrettung auf kosten des steuerzahlers, verursacht durch die finanzzocker)… die löhne der lehrer sind mit jenen in der privatwirtschaft mit vergleichbarem studientitel bei weitem nicht vergleichbar… wo da privilegien sind? Und im sommer dazuverdienen dürfen sie auch nur, wenn sie in der landwirtschaft sind…

    • olle3xgscheid

      Interessanterweise wechselt fast niemand in die Privatwirtschaft, wird schon seinen Grund haben….

      • ronvale

        Sie haben wohl nie unterrichtet, sonst würden Sie nicht diese Behauptung aufstellen.

        Es gibt sehr wohl Lehrer in technischen Fächern, welche selbständig sind und zusätzlich an Berufschulen oder Oberschulen unterrichten, oder welche, falls wider Erwarten eine attraktives Stellenangebot erscheint, sich dort bewerben.

        Bei zwei Jobs wird die Auslastung oft zu hoch, dann lasst man das Unterrichten eben eine Zeit lang sein.

        Die Forderung nach Angleichung der Löhne ans Niveau in Deutschland berücksichtigt nicht, dass auch die restlichen Gehälter unter jenen liegen.

  • na12

    Es gibt immer Stänkerer, meist mit Mittel- oder Berufsschulabschluss oder Matura, die meinen Ärzte, Kindergärtnerinnen, Lehrer verdienten zu viel. Diese Neunmalklugen sitzen in einem Büro, fangen dort Staub und trinken den ganzen Tag Kaffee. Diese Menschen verdienen gleich viel wie Lehrer, Kindergärtnerinnen, dabei sollte man ihnen einen Tritt in den Hintern verpassen. Haben nix im Kopf, können nichts und auf ihre Kinder passen sie auch nicht auf. Die sind den ganzen Tag in Kita, Kiga U Schule bis sie heiraten. Diese Neunmalklugen wollen den Urlaub von den Leuten, die sich in Stücke reißen tagtäglich für das Wohl der Gesellschaft. Es gibt Berufe, die psychophysisch riskant sind und zwar der Beruf des Arztes, des Lehrers, der Kindergärtnerin. Diese Leute brauchen Pausen und nicht wer im Büro Staub fängt und online Poker spielt. Man muss aber sagen, dass der Großteil der Menschen doch sehr zufrieden sind mit Lehrern, Kindergärtnerinnen und Ärzten, das sind die wichtigsten Berufe der Gesellschaft. Man muss den frustrierten Würstchen verzeihen, die nichts können und sich wünschen als dass andere die 1000mal mehr tun als sie, hoffentlich wenig Geld kriegen. Leute die viel für ihre Bildung ausgegeben haben und immer noch da reininvestieren. Ein Lob den Ärzten, Lehrern und Kindergärtnerinnen, die sich und Menschen kümmern, mit viel Einsatz und Herz trotz negativer Menschen, die nichts beitragen für die Gesellschaft. Nieder mit den Wirtschaftshaien, den Tippsen, den Leuten, die nichts für andere tun, nur für sich und wo Nachbars Garten immer grüner ist. Politiker, investiert in Bildung und Sanität, zählt die Leute. Die Pandemie hat uns gezeigt, dass darauf die Gesellschaft basiert. Südtirol muss wegkommen vom Tourismus. Pandemien wird es zunehmend häufiger geben. Wenn ein Land nur auf Tourismus baut, dann ist es bereit für den wirtschaftlichen Untergang.

    • olle3xgscheid

      Ein sehr abwertender Kommentar!

    • fbbf1990fbfb

      Sehr guter Kommentar, ich hoffe immer öfter solche Kommentare zu lesen. Damit auch endlich das Lehrer Bashing weniger wird. Das Arbeitsklima in der Schule ist ja Dank gesellschaftlich anerkanntem Lehrer Mobbing zum Kotzen. Coronabedingt liegen die Nerven sowieso bei Schülern und Lehrern blank. Herr Landesamt sollte jetzt die Klassengrösse für 5 Jahre verkleinern auf 15-18 Schülern damit anständig gearbeitet werden kann und die Defizite, man spricht von min 50% aufgeholt werden können die Pandemie hat hier grösen und hoffentlich nicht bleibenden Schaden angerichtet.

  • george

    Viele, die hier über die Lehrer herziehen, zeigen sich als Ungebildete. Gerade sie bräuchten mehr Lehre und Bildung in qualifizierter Form und müssten dafür sein, dass der Lehrerberuf weiter aufgewertet wird.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen