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Die Betten-Diskussion

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Ob und inwiefern Südtirols Beherbergungsbetriebe ihre Bettenanzahl in Zukunft weiter aufstocken dürfen, bleibt weiter offen. Warum die SVP einen (harmlosen) Beschlussantrag der Grünen versenkt hat.

von Heinrich Schwarz

Wird es in Südtirols Tourismus langfristig einen Bettenstopp geben oder nicht? In welchen Gemeinden dürfen Beherbergungsbetriebe ihre Bettenanzahl noch erhöhen? Die Grünen haben diese umstrittenen Fragen gestern im Landtag zur Diskussion gebracht. Sie werfen der Landesregierung widersprüchliche Aussagen vor und befürchten einen weiteren unkontrollierten Betten-Boom.

Anlass zur Sorge gibt ein Beschluss der Landesregierung, der die Kriterien für das auszuarbeitende „Landestourismusentwicklungskonzept“ festlegt. Jenes Konzept, das nach dem derzeitigen temporären Bettenstopp die weitere touristische Marschrichtung für Südtirol vorgeben soll. In diesem Beschluss sind die Südtiroler Gemeinden in drei unterschiedliche Entwicklungsstufen (touristisch stark entwickelt, touristisch entwickelt oder strukturschwach) eingeteilt, was relevant für den maximal möglichen Bettenausbau ist. Allerdings stammt diese Zoneneinstufung aus dem Jahr 2007.

„Diese Einstufung darf nicht die Grundlage für wichtige Zukunftsentscheidungen sein, so als ob in den letzten 14 Jahren nichts passiert wäre. Es ist sehr viel passiert – viele Gemeinden haben einen Betten-Boom erlebt“, sagte gestern der Grüne Abgeordnete Riccardo Dello Sbarba. Südtirols Dörfer hätten 2007 völlig anders ausgesehen, Gewichtungen im Tourismus hätten sich verschoben, betonte auch seine Fraktionskollegin Brigitte Foppa.

In einem Beschlussantrag forderten die Grünen, die Klassifizierung der Gemeinden vor der Erstellung des Landestourismusentwicklungskonzeptes zu aktualisieren. „Um besser, wahrhaftiger, zielgerichteter und gerechter planen zu können – und das hoffentlich auch der Umwelt zuliebe“, erklärte Foppa.

Von anderen Oppositionsparteien kam teilweise Zustimmung, von der SVP allerdings nicht.

MEHR DAZU LESEN SIE IN DER DONNERSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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Kommentare (19)

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  • andreas

    Für sich im Landtag Privilegien in Anspruch nehmen und dem Volk erklären wollen, was es zu tun hat.
    Anscheinend finden Grüne ihre Erfüllung in schikanieren, verbieten und belehren.

    • wichtigmacher

      Ja zumindest sind die Grünen vielleicht die Partei, hinter der die eigenen Wähler immer noch stehen, davon können andere Parteien inzwischen wohl nur träumen, die nächsten Wahlen werden´s zeigen….
      Einfach mal über den Tellerrand (Brenner) gucken

      • andreas

        Du meinst die Heuchler in Wien, welche spätestens seit der Falschaussage vom Wastl sich hätten distanzieren müssen, aber an der Macht bleiben wollen oder den Kobold aus Berlin, welcher sich um Kopf und Kragen redet, da wenn es konkret wird, Baerböck nicht wirklich Argumente hat?

    • besserwisser

      ja der zuständige landesrat für tourismus ist ja auch der meinung dass wir zu viele gäste haben?

    • leser

      Anderle
      Welchen schorrn redest du?
      Du hast wohl recht, dass die grünen ihre aufgabe darin sehen möchten, alle und alles zu belehren, aber schikanieten ist wohl weit hergegriffen
      Und wie wollen sie das volk bevormunden und sagen was es zu tun hat, wenn sie nicht den kleinsten funken zu sagen haben
      Dank solche dilettanten hat die letzte bastion der SVP granaten das sagen im lande
      Aber foppa und co wollen gar nicht mitregieren sondern lediglich ihre landtagssessel gesichert haben

      • besserwisser

        @leser: das problem der grünen ist ihre politik. sie verlassen zu sehr und zu oft ihre kernkompetenz (siehe eppan: betonitis statt alternativer vorschläge für eine nachhaltige umwelt, mit der ausrede dass das land baupreise für das bauland verlangt, deswegen müssen sie es verbauen …).
        leider fehlt ihnen meiner meinung nach der intelektuelle blickwinkel eines hans heiss der auch für bürgerliche wählbar war …

        • leser

          Besserwisser
          Hans heiss hat vor allem einen inteleqtuellen blickwi kel für politikerprivilegien auf der höhe der SVPgranaten
          Das hat er am besten bewiesen mit welcher kollektiven und überparteilichen geschlossenheit er den vertrag für die rentenvorauszahlung hinter verschlossenen türen brav mitunterschrieben hat
          Ich werde nicht vergessen, wie steif er an diesem demorag am silvius magnagoplatz gestanden ist und herumgestottert hat und sein ziehkind foppa tränen gedrückt hat
          Was ich sagen will, dass diese politiker nicht das rückgrad haben sich zurückzustellen und jungen und vielleicht integrern bzw. Geradlinigeren nachwuchspolitikern den weg freimachen
          Oder ich vergesse auch nicht wie foppa seinerzeit parteikorrespondenz über den pc und netz vom land gemacht hat
          Was tun sie, sie wenden das system der SVP an und sitzen vergehen einfach aus mit der hoffnung es wird vergessen
          Deshalb haben wir auch keinen politischen fortschritt

  • wichtigmacher

    Die groaskopfeten Hoteliers sollen einfach Stockbetten in die Zimmer stellen, dann ist aufgestockt….

  • freitag

    Nicht nur ein Bettenstopp, langsamer Rückbau wäre sinnvoll.
    Langsam aber stetig. Ich denke es verhungert niemand. vielleicht gibt es ein paar Billigjobs weniger, dafür kann man die Preise halten.
    Die Betriebe müssen Familienbetreibe bleiben, sonst werden sie früher oder später nur von Investoren übernommen.

    Immer mehr, schneller, höher ist auf keinem Fall nachhaltig.

  • marting.

    mehr Intensiv-Station Betten (und Personal) brauchen wir, nicht mehr Hotel Betten

  • olle3xgscheid

    Mal zuerst noch Mitarbeiter finden…… das erledigt sich von selbst

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