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Urzì schert aus


Der Oppositionelle Alessandro Urzì unterstützt die Lega-Politikerin Rita Mattei bei der Wahl zur Landtagspräsidentin, um seine Fratelli d’Italia in die Regierung zu hieven.

Auf Betreiben von Alessandro Urzì haben sich am gestrigen Vormittag die acht italienischsprachigen Landtagsabgeordneten getroffen, um sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für die am Freitag anstehende Wahl des neuen Präsidenten zu verständigen.

„Es geht bei dieser Wahl nicht um Opposition gegen Mehrheit, sondern darum, einen Vertreter der italienischen Sprachgruppe zu ernennen“, erklärt der Frontmann von Fratelli d’Italia. Ziel der Aussprache sei es gewesen, gemeinsam zu eruieren, welcher der acht Mandatare den größten Zuspruch bei den Italienern genieße. So wolle man verhindern, dass die SVP „gegen den Willen der italienischen Sprachgruppe“ den Präsidenten aussuche, wie es etwa bei Mauro Minniti der Fall gewesen sei.

Zur Überraschung der anderen drei Oppositionellen Riccardo Dello Sbarba, Diego Nicolini und Sandro Repetto gab Urzì bekannt, die Lega-Kandidatin Rita Mattei zu unterstützen. Diese verfüge mit fünf Stimmen (drei von der Lega, eine von Forza Italia und seine eigene) über eine Mehrheit unter den Italienern. An weiteren Aussprachen der Opposition werde er daher nicht teilnehmen.

Dello Sbarba und Co. vermuten, dass sich Urzì mit dem geschickten Schachzug für einen Eintritt in die Mehrheit in Stellung bringen will. Mattei soll mit den Stimmen des Mitterechtslagers aus Lega, FI und FDI und der SVP zur Präsidentin gekürt werden. Dabei hat Urzì auch die im Herbst geplanten Gemeindewahlen in Meran im Blick. „Er will unbedingt in die Regierung“, sagt ein Minderheitenvertreter.

Die restliche Opposition will sich in den kommenden Tagen zu einer Strategiebesprechung treffen. Als Gegenkandidat wird Sandro Reppeto vom langjährigen SVP-Bündnispartner PD gehandelt. Ihm werden die größten Chancen eingeräumt, Mattei-kritische Abweichler aus dem Edelweiß zu gewinnen. Ungewiss ist, ob die Minderheit einen Kandidaten für die Vizepräsidenten-Wahl aufstellt. Sepp Noggler genießt für seinen überparteilichen Führungsstil auch in den Reihen der Minderheit großen Zuspruch. (mat)

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