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Die Überdrüber-Tage

Im Rahmen weltweiter Kampagnen gegen den Überkonsum ruft die OEW-Organisation für Eine solidarische Welt deshalb auch hierzulande vom 10. bis zum 15. Mai die Überdrüber-Aktionstage aus.

Der Countdown läuft. Diese Woche erreichen wir auch in Südtirol den Tag, an dem wir unsere natürlichen Ressourcen fürs ganze Jahr aufgebraucht haben: den Erdüberlastungstag.

Im Rahmen weltweiter Kampagnen gegen den Überkonsum ruft die OEW-Organisation für Eine solidarische Welt deshalb auch hierzulande vom 10. bis zum 15. Mai die Überdrüber-Aktionstage aus. Vereine, Schulen, Jugendzentren und Gruppen machen in diesem Zeitraum mit mehr als 20 Aktionen, einsehbar unter www.oew.org/ueberdrueber, auf die Folgen der Erdüberlastung aufmerksam – bis es am 13. Mai, dem offiziellen Erdüberlastungstag in Italien, zum Höhepunkt der Kampagnenwoche in Form eines Flashmobs mit der Jugend-Tanzgruppe Shabba Crew kommt, der auf den ökologischen und sozialen Aspekt des Ressourcenverbrauchs aufmerksam macht. Denn: Die Folgen des Überkonsums tragen derzeit zumeist nicht wir, sondern die Länder des Globalen Südens.  

Der Erdüberlastungstag fällt in Italien heuer auf den 13. Mai: Würden alle Menschen so leben wie wir in Italien, hätten wir an diesem Tag bereits alle global verfügbaren Ressourcen verbraucht, die innerhalb eines Jahres erneuert werden könnten. In den letzten 40 Jahren hat sich der weltweite Verbrauch dessen, was uns die Natur liefert, schlichtweg verdreifacht. Der Lebensstandard in Italien und somit der nationale Ressourcenverbrauch ist sogar so hoch, dass es 2,76 Planeten bräuchte, um unseren ökologischen Fußabdruck auszugleichen und der Umwelt die nötige Schonzeit zu verschaffen, sich von Ausbeutung und Verschmutzung zu erholen. Die Zahlen zeigen: Wir sind schon lange „überdrüber“!

Ein anderer Aspekt ist die Ressourcenverteilung. Vor allem die Menschen in den Ländern des Globalen Südens, in denen die meisten Rohstoffe wie fossile Brennstoffe, Metalle, Holz, Lebensmittel, Futtermittel und Textilprodukte angebaut oder gefördert werden, gehören zu den direkten Verlierern des vermeintlichen Ressourcengewinns. Aktuell liegt der Pro-Kopf-Konsum an Rohstoffen in Ländern des Globalen Nordens, also auch bei uns, schätzungsweise viermal höher als in Ländern des Globalen Südens. Die Menschen dort konsumieren aber nicht nur weniger, sondern sind auch am heftigsten von den Folgen des Überkonsums betroffen. So ist beispielsweise der Klimawandel eine direkte Folge der weltweiten Umweltbelastung – und führt derzeit vor allem in Ländern mit unzureichender Infrastruktur und in südlichen Klimazonen zu fatalen Extremwetter-Ereignissen; zu Überschwemmung ganzer Inselgruppen, zur Ausbreitung der Wüste und zu plötzlicher Wasserknappheit.

OEW-Geschäftsführer Matthäus Kircher betont: “Unsere Generation steht vor einer historisch beispiellosen Aufgabe und es ist an der Zeit, dass wir uns einen Lebensstil aneignen, der zukünftigen Generationen und weniger privilegierten Menschen ein gutes Leben auf diesem einzigartigen und wundervollen Planeten ermöglicht. Diese Entscheidung kann und muss jeder Mensch individuell treffen. ”

Die Aktionstage mit den über 20 Sensibilisierungsaktionen setzen dort an. Mit von der Partie sind der Jugenddienst Bozen-Land, die Umweltschutzgruppe Vinschgau, die Umweltgruppe Jenesien, der Umweltring Pustertal, das Forstinspektorat Welsberg, die youngCaritas Südtirol – Alto Adige, die Kolpingjugend Südtirol, Regala Zukunft, Mava Seggo, die Shabba Crew, der Südtiroler Pfadfinderstamm Brixen, die Bildungsausschüsse Karneid, Tiers, Karneid Dorf, Gummer, Blumau, Kardaun, Steinegg, Olang und Moos sowie die Bibliothek Olang, die Mittelschule Egger-Lienz in Bozen, die Mittelschule Jenesien, und mehrere Grundschulen, die von der OEW mit Unterrichtsmaterial und Medienpaketen zum Thema beliefert werden.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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