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Der verhinderte Pius

Der ehemalige F-Chef Pius Leitner bewirbt sich nicht um das Amt des Landeskommandanten der Schützen. Die Hintergründe.

von Artur Oberhofer

Das Gerücht wurde in den letzten Tagen insbesondere in SVP-Kreisen mit einer bestimmten Insistenz herumgereicht: Pius Leitner, so hieß es hinter vorgehaltener Hand, wolle für das Amt des Landeskommandanten der Schützen kandidieren.

Der ehemalige Freiheitlichen-Chef und Langzeit-Abgeordnete – er saß von 1993 bis 2017 im Südtiroler Landesparlament – war bereits von 1989 bis 1992 Landeskommandant.

Doch aus dem Comeback nach vielen Jahren wird nun doch nichts.

Wie Pius Leitner, der im Juni 67 wird, gegenüber der TAGESZEITUNG bestätigte, habe ihn der Bezirk Brixen gebeten, für das Amt des Landeskommandanten zu kandidieren. Er sei einstimmig vorgeschlagen worden. „Da es so ausgesehen hat, dass niemand zur Verfügung steht, habe ich meine Bereitschaft erklärt“, erklärt Leitner, „aber eben nur unter der Voraussetzung, dass sich wirklich niemand findet.“

Er, so Leitner weiter, wäre bereit gewesen, dem Schützenbund „in einer heiklen Phase zu helfen“. Das nun aber der Stellvertreter, Renato des Dorides, für das Amt des Landeskommandanten kandidiert, sei seine Zusage hinfällig, so der Ex-Volkstumspolitiker.

Der 81-jährige Renato des Dorides, der nach dem Rücktritt von Jürgen Wirth Anderlan im Jänner dieses Jahres dem Bund interimistisch vorsteht, hat sich nun (für viele im Bund überraschend) bereiterklärt, ein Jahr lang den Landeskommandanten zu machen – „aber nur für ein Jahr“, bis zur Ordentlichen Jahresversammlung 2022.

Renato des Dorides wird am 19. Juni dieses Jahres auf der Landesversammlung für das Amt des Landeskommandanten kandidieren.

Aus gut unterrichteten Kreisen im SSB heißt es, Renato des Dorides sei insbesondere von der SVP-Fraktion im Schützenbund zur Kandidatur gedrängt worden. Einerseits sei es darum gegangen, einen Landeskommandanten Pius Leitner zu verhindern, andererseits sei die Personaldecke im Schützenbund so dünn, dass sich kein anderer Kandidat gefunden habe, heißt es.

Die Frage, ob er nach der Übergangsphase mit des Dorides im nächsten Jahr für das Amt des Landeskommandanten zu kandidieren gedenke, sagte Pius Leitner: „Oh je, bis dahin rinnt viel Wasser die Etsch hinunter, und ich gehe davon aus, dass neue Bewerber gefunden werden.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • derrick

    Gute Entscheidung. Mit diesem Schritt wird den Schützen große Schmach erspart. Nicht jeder will von einem Renten-Millionär angeführt werden, welcher einen Vergleich mit der Justiz betreffend Veruntreuung von Fraktionsgeldern ausgehandelt hat und deshalb seinerzeit als Landtagsabgeordneter zurückgetreten ist.

  • nochasupergscheiter

    Jaja wenn man den bärtigen rapper nicht haben will, weil er unangenehm ist und langsam wagt aufzumupfen…
    Das System svp bestand eben immer aus einer Horde von günstlingen die sich ihr zuckerle am. Morgen in bozen oder bei privilegierte Behandlung bei der Gemeinde abholen konnten und dafür die geige vor Ort gespielt haben…
    Gleich in den verbänden auch dort sind die aufmupfer unangenehm die die Fehler und Privilegien sehen und werden Mitläufer gesucht…

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