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Wilde Abfälle

Am Montagmorgen, bereits gegen 06.00 Uhr in der Früh, hat die Bozner Umweltstadträtin Chiara Rabini gemeinsam mit dem SEAB-Präsidenten Kilian Bedin, einigen Ökoinseln in der Stadt einen Besuch abgestattet.

Der Lokalaugenschein diente dazu, sich ein Bild von dem immer stärker ausgeprägten Problem der wilden Abfälle rund um die Ökoinseln zu machen und die Handhabung dieser Situationen seitens der Stadtwerke und der Umweltwachen besser kennenzulernen.

Nicht zufällig wurde ein Montag ausgewählt: Gerade montags sind viele der etwa 400 Ökoinseln der Stadt sehr stark verunreinigt und vermüllt – manchmal so stark dass kein Durchkommen auf dem Gehsteig möglich ist. „Das Meiste kriegen die Bozner gar nicht mit, da wir es schon vor 7 Uhr wegräumen. Vor allem montags sind wir auf alles vorbereitet und nichts kann uns mehr überraschen. Von Kleiderbügeln über Autoreifen bis hin zur Waschmaschine – wir haben schon alles gesehen. Aber das schlimmste sind die Säcke voll mit verschiedenen Abfällen, die einfach schnell in irgendeiner Wertstoffglocke verschwinden, dabei wäre es so einfach die Sachen zu differenzieren, wenn man schon an einer Ökoinsel steht“, sagt Ettore Trolla, Koordinator der SEAB-Frühschicht.

Tatsächlich fand man auch heute Morgen, zum Beispiel an den Ökoinsel in der Claudia-de-Medici- und in der Eisackstraße, große Mengen an wilden Abfällen. Das SEAB-Team entfernte einen Teil der Abfälle sofort und dann, so wie es in diesen Fällen üblich ist, hat der SEAB-Koordinator Kontakt mit den Umweltwachen aufgenommen und um ihren Einsatz gebeten. „Wir überprüfen alles auf eventuelle Hinweise, mit dem Ziel, den Täter zu identifizieren und ihn zu bestrafen. Es ist sicherlich nicht einfach, aber oft schaffen wir es, Strafen auszustellen dank der guten Zusammenarbeit, die wir mit der SEAB haben“, erklären die Umweltwachen.

„Ich wollte mir selbst ein Bild von diesem Phänomen machen. Wie jede andere Bürgerin bin ich selbst oft an den Ökoinseln und sehe manchmal auch wilde Abfälle rund um die Glocken. Aber das hier ist eine andere Dimension, die Mengen sind ziemlich beeindruckend. Ich bin den SEAB-Mitarbeiter/inne/n und den Umweltwachen für diese Initiative dankbar. Wir suchen bereits nach Lösungen, um die Bürger/innen zu ihren bürgerlichen Pflichten zu sensibilisieren, denn das Problem kann nur dann gelöst werden wenn auch sie dazu beitragen und die Arbeit der SEAB unterstützen“, erklärt die Stadträtin.

Täglich ist die SEAB im Einsatz, um neben der regulären Behälterentleerungen auch die wilden Abfälle einzusammeln. An den Arbeitstagen sind es sogar fünf Teams (1 Team in der Nachtschicht und 4 Teams in der Tagesschicht), die sich nur den wilden Abfällen widmen. Die Jahreskosten belaufen sich auf etwa 1.2 Millionen Euro.

„Wir wissen dass fast alle Städte mit diesem Phänomen zu kämpfen haben – nicht nur in Südtirol oder im Restitalien, auch im Norden Europas sind wilde Abfälle immer wieder ein leidiges Thema. Die Kosten für das regelmäßige Entfernen solcher Abfälle, die oft nur aus Faulheit einzelner Personen entstehen, sind aber enorm. Sie fressen praktisch unsere Einnahmen auf, die wir aus dem Recycling der von den Bürgern vorbildlich getrennt gesammelten Materialien erzielen. Schlussendlich tragen wir alle diese Kosten als Gemeinschaft und gerade deshalb werden wir als SEAB bzw. müssen wir auch als BürgerInnen unser Möglichstes tun, um dem Phänomen Einhalt zu gebieten“, erklärt SEAB-Präsident Kilian Bedin.

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, planen das Umweltamt der Gemeinde und die SEAB AG eine Sensibilisierungsaktion an den Ökoinseln. „Die Stadt und die SEAB investieren laufend, um den Bürger/innen ein ansprechendes und der Stadt würdiges Abfallsystem zu bieten. So wurden heuer bereits 40 Ökoinseln mit neuen und besseren Wertstoffglocken ausgestattet, weitere werden folgen. Und bald beginnen auch die Arbeiten an der ersten unterirdischen Ökoinsel in der Claudia-de-Medici-Straße, die das Stadtbild weiter verschönern sollte. Aber wir sind auf die Mitarbeit aller Bürger/innen angewiesen, damit das System auch wirklich funktioniert“, erklärt die Stadträtin abschließend.

 

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