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Der große Datenklau

Facebook-Datenklau: Auch Telefonnummern wurden verbreitet. Worauf VerbraucherInnen jetzt achten sollten.

Die Daten von 533 Millionen Personen, darunter mehr als 35 Millionen ItalienerInnen, wurden heuer online zum Verkauf angeboten. Die Daten wurden zwar anscheinend schon 2019 gesammelt, und das „Datenleck“ sei versiegelt, sagt Facebook – dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden, so die Verbraucherzentrale Südtirol.

Welche Daten wurden verbreitet?

Man geht davon aus, dass Namen, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen, Informationen aus der Facebook-Biografie sowie die Telefonnummern verbreitet wurden (auch jene, die als „uneinsehbar“ in Facebook eingetragen waren). Wirklich gravierend sind die Telefonnummern, denn vielfach werden die Sicherheitsabfragen für Online-Zahlungs- oder -Bankdienste per SMS verschickt, und die geklauten Telefonnummern könnten für Telefonbetrug oder Smishing verwendet werden.

Bin ich betroffen?

Auf der Website https://haveibeenpwned.com/ kann man kontrollieren, ob die eigenen Daten zu den geklauten gehören. Man gibt die E-Mail-Adresse ein, oder die Handynummer mit der internationalen Vorwahl, aber ohne die 2 führenden Nullen (also 39 gefolgt von den 10 Stellen der Handynummer, ohne Leerzeichen).

Was tun, um sich zu schützen?

Grundsätzlich gilt, auch abseits vom aktuellen Datenklau: die Kreditkarten- und Kontoauszüge sollten regelmäßig kontrolliert werden, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können. Sollten Daten geklaut worden sein, sind diese „unsicher“ zu betrachten, daher dürfen Sie nicht mehr für eine Zwei-Faktor-Identifizierung verwendet werden. Besser: direkt die Apps verwenden, auch wenn zu sagen ist, dass sich in vielen solcher Banking- oder Kreditkarten-Apps auch Sofwareteile finden, die datenschutz-technisch nicht ganz einwandfrei sind. Doch in der Not, weiß der Volksmund, frisst der Teufel Fliegen …

Im Ernstfall

Sollte tatsächlich Geld von Karte oder Konto verschwinden, verlieren Sie keine Zeit: lassen Sie alles sperren, erstatten Sie Anzeige und fordern Sie die Beträge vom Finanzdienstleister zurück. Rat und Hilfe gibt es beim Beratungsdienst der VZS.

„Seit Einführung der zweiten Zahlungsdienstrichtlinie gibt es die Pflicht zur „starken“ Authentifizierung bei den Online-Zahlungen. Viele Finanzdienstleister haben – wohl aus Kostengründen oder Marketingüberlegungen – das Handy der NutzerInnen als zweiten Faktor gewählt. Nicht nur VerbraucherschützerInnen, auch die europäischen Bankenaufsicht EBA sind nicht angetan von der Authentifizierung via SMS, denn zu leicht können diese abgefangen werden. Jedoch können wir auch die Verwendung von Apps anstelle der SMS zur Erstellung von Einmal-Passwörtern nicht befürworten: zu viele von ihnen scheinen zu sehr an den Daten der NutzerInnen interessiert. Die beste Lösung wäre ein „Token“, allein Passwörter generiert, und ansonsten nicht mit der Außenwelt kommuniziert, wie ihn auch einige lokale Banken bereits anbieten“ fasst die Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Südtirol, Gunde Bauhofer, zusammen.

Gänzlich ungeklärt sind derzeit eventuelle rechtliche Folgen, die dieser Datenklau für Facebook haben könnte: aus den Aussagen des Konzerns, die nur auf Beschwichtigung abzuzielen scheinen, lässt sich wenig Bereitschaft für eine Übernahme der Verantwortung ablesen.

Die sichersten Daten sind immer noch jene, die nirgendwo veröffentlicht sind, so die VZS.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (10)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • owl

    Uns Europäer schützt ja die Datenschutzgrundverordnung. LOL
    Sorry, aber dieser Witz musste sein.

    Die DSGVO hat von heute auf morgen alle europäischen Betriebe (vor allem kleine) in die Illegalität gedrängt. Es ist defacto unmöglich alles korrekt einzuhalten. Noch nicht mal öffentliche Institutionen sind imstande alles einzuhalten.

    Facebook, Whatsapp und Co. lachen aber darüber, und freuen sich, dass wir blind alles zustimmen. Z.B. dass jederzeit Mikrofon und Kamera eingeschaltet werden darf.

    Meine Empfehlung:
    am besten mal im Schlafzimmer und im Bad (vielleicht auf der Kloschüssel sitzend) darüber nachdenken.

  • batman

    SARAH WAGENKNECHT:

    „Wir müssen die Macht großer Digitalkonzerne einschränken!“, meint Sahra Wagenknecht, die erhebliche Probleme beim Datenschutz der Konsumenten und Kunden sieht. Ihrer Meinung nach solle eine striktere Kontrolle und Regulierungen mithilfe von Gesetzen veranlasst werden.“

  • n.g.

    Einige hier haben nicht verstanden worin das Problem liegt.
    Ich bin kein Freund von Facebook und habs auch nir genutzt abet in dem Fall war nicht Facebook derjenuge der Daten gesammelt hat. Sie wurden von Nutzern eingegeben und Facebook wurde gehackt.
    Und wrnn schon, die Gesellschaft SELBST macht sie zu Datenkraken! Es liegt am Nutzer!

    • andreas

      Facebook ist dafür verantwortlich, dass sie nicht gehackt werden.
      Wenn ich Geld in ein Bankschließfach gebe und die Bank ausgeraubt wird, bin doch nicht ich verantwortlich, wenn die Sicherheitsmaßnahmen der Bank zu lasch waren.

      • n.g.

        Natürlich sind sue dafür verantworzlich. Abet alles, absolut allrs was nucht dezentral gespeichert wird jann gehackt werden. Selbst das Pentagon war schon Opfer.
        Da es Dezentralisierung erst seit 15 Jahren gibt und erst seit ca. 5 Jahren ausgereift ist hätte Facebook die Möglichkeit aber hat wie due mristen, sagrn wir fast alle, noch nichts gemacht.
        Am Ende bun ich als User selbst un der Pflicht wem und wieviel ich was anvertraue!

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