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Hausärzte gegen Impfzwang

Foto: LPA/ 123RF.com

Die Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin stellt sich gegen den staatlichen de-facto-Impfzwang für das Gesundheitspersonal.

Der Vorstand der Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SÜGAM) lehnt den Impfzwang für das Gesundheitspersonal ab.

Dies teilt die SÜGAM-Vorsitzende Doris Gatterer am Montag in einer Aussendung mit.

In der Aussendung, die von der Mehrheit des Vorstandes mitgetragen wird, heißt es:

„Vorausgeschickt sei, dass die Wirksamkeit der drei hierzulande verwendeten Impfstoffe wissenschaftlich gesichert ist. Dies legten nicht nur die Daten der jeweiligen Zulassungsstudien nahe, sondern zeigt sich auch deutlich am Rückgang von an COVID-19 erkrankten, hospitalisierten und verstorbenen Personen in Ländern mit hoher Durchimpfungsrate.

Gemeinsam mit der natürlich erworbenen Immunität nach durchgemachter COVID-19-Infektion können Impfungen zum raschen Erreichen der Herdenimmunität beitragen. Als Vorstandsmitglieder einer wissenschaftlichen Gesellschaft befürworten wir daher ausdrücklich die Anstrengungen der National- und Lokalpolitik, weiteren Impfstoff zu erwerben und zeitnah an verbliebene Risikogruppen und andere Interessierte zu verimpfen.

Da Impfungen als vorbeugende Maßnahme aber gesunden bzw. relativ gesunden Personen verabreicht werden, hat die Sicherheit von Impfstoffen einen besonders hohen Stellenwert.

Wie die Kontroverse um den AstraZeneca-Impfstoff gezeigt hat, ist es unabdingbar, dass die aktuell nur bedingt zugelassenen Impfstoffe weiterhin auf ihre Sicherheit hin beobachtet werden

. Da einzelne COVID-19-Impfstoffe in sehr seltenen Fällen auch schwere Nebenwirkungen zu verursachen scheinen, können wir den staatlichen de-facto-Impfzwang für das Gesundheitspersonal nicht gutheißen. Die medizinethischen Prinzipien der Non-Malefizienz (= den Patienten nicht schädigen) und der Autonomiewahrung (= Selbstbestimmungsrecht des Patienten respektieren) verbieten in unseren Augen einen Impfzwang mit den zurzeit erhältlichen Vakzinen.

So sehr wir die aktuelle Impfkampagne befürworten und durch unsere aktive Beteiligung unterstützen, deren Erfolg uneingeschränkt anerkennen und eine rasche Ausweitung auf alle informiert- interessierten Bürger wünschen, kann die Impfung gegen COVID-19 mit den aktuell erhältlichen, nur bedingt zugelassenen Vakzinen ausschließlich bei echter Freiwilligkeit erfolgen.“

 

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Kommentare (36)

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  • unglaublich

    Bravo Hausärzte!
    Ich hoffe sehr, dass die Impfstoffe helfen die Pandemie zu beenden. Aber gesunde Menschen mit Impfstoffen versehen, wo endgültige Daten zur Wirkung und Sicherheit noch ausstehen, ist unannehmbar. Der Impfzwang ist unter dieser Ausgangslage nicht akzeptabel.

  • robby

    Da wird sich Draghi aber in die Hose machen. Hahaha

  • novo

    „Vorausgeschickt sei, dass die Wirksamkeit der drei hierzulande verwendeten Impfstoffe wissenschaftlich gesichert ist. Dies legten nicht nur die Daten der jeweiligen Zulassungsstudien nahe, sondern zeigt sich auch deutlich am Rückgang von an COVID-19 erkrankten, hospitalisierten und verstorbenen Personen in Ländern mit hoher Durchimpfungsrate.

    Und dann:

    „Die medizinethischen Prinzipien der Non-Malefizienz (= den Patienten nicht schädigen) und der Autonomiewahrung (= Selbstbestimmungsrecht des Patienten respektieren) verbieten in unseren Augen einen Impfzwang mit den zurzeit erhältlichen Vakzinen.“

    Darf man da einen Widerspruch vermuten?

  • pfendtpeter

    Und auch die Vorschrift einer Narkose vor einer Operation würde ich nicht als zwingend wollen…..

  • owl

    Dass ein komplexes Thema so nüchtern, vernünftig und basierend auf fundierten Sachverstand und einem demokratischen Verständnis dargelegt wird, ist in Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich. Politiker sollten sich ein Beispiel daran nehmen.

    Insofern ein großes Kompliment an den Vorstand der Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin!

  • ralf

    Bravo – keine Impferpressung !!!

  • kritiker

    Erstens wird das Gesundheitspersonal mit dem mRNA Impfstoff geimpft, der bisher fast null Probleme gemacht hat. Deshalb besteht eine minimale Gefahr von Malefizienz (Schädigung)
    Zweitens sind wir in einer bisher in unseren Zeiten noch nie gekannten Pandemie mit den bekannten schlimmen Folgen und hier gibt das demokratisch verabschiedete Infektionsschutzgesetz die Möglichkeit der der Einführung der Impfpflicht für das Sanitätspersonal.
    Drittens müsste der Vorstand der Sügam konsequenterweise auch gegen die anderen Pflichtimpfungen wie gegen Difterie, Tetanus und Masern sein. Hier sehe ich eine gewisse Inkonsequenz
    Viertens ist anzunehmen, der Vorstand der Sügam meint es zwar gut mit ihrer Aussendung und würde es vorziehen, wenn die Leute zur Vernunft kommen und sich freiwillig impfen lassen. Einer verantwortungsbewusste Regierung bleiben aber oft nur harte Maßnahmen, wohlgemerkt demokratisch legitimiert.
    Manche Leute (nicht die SÜGAM) halten Maßnahmen und Gesetze, die ihnen nicht gefallen, fälschlicherweise für undemokratisch.
    Fünftens, ich bin nicht der Gänsbacher, nur weil ich erstens, zweitens und drittens sage.

    • george

      Ein Kopliment an den ‚kritiker‘ für die klare und konsequente Stellungnahme.

    • ralf

      1. wieso erklärt man es nicht immer und immer wieder (OK 5% kann man nicht überzeugen – aber mit 95 % sollte die Herdenimmunität wohl ausreichen)

      2. OK – aber welche nächste Ausnahmesituation erfordert dann wiederum außer gewöhnliche Maßnahmen (man kann vieles als Ausnahmesituation deklarieren – da gibt es um die Jahre 1933 – 1945 viele gute Beispiele)

      3. dies sind meiner Meinung nach alles Impfungen wo auch Langzeit Folgen untersucht sind

      4. verantwortungsbewusste Regierungen in Italien ?! man wird es sehen, nach ein paar Wochen im Amt halte ich diese Aussage wohl etwas verfrüht // demokratisch legitimiert ? wurde diese Regierung jemals vom Volk gewählt ?

      Jeder sollte Erpressungs- und Zwangsgesetze gut hinterfragen, denn bald wird er der nächste sein, den ein Zwang oder Erpressung über den Weg läuft.

      • yannis

        Ein Kompliment an den ‚ralf‘ für die noch klarere und konsequentere Stellungnahme !

      • andreas

        Helm und Sicherheitsgurt sind anerkannte „Einschränkungen“, welche einen nur selbst schützen, nicht mal die Mitmenschen.
        Trotz dieser Maßnahmen wurde nach deren Einführung keine Diktatur ausgerufen, das Risiko dass dies jetzt passiert, ist also überschaubar.

        • waldhexe

          Wie kann man einen Sicherheitsgurt mir einer Impfung vergleichen? Corona hat da komplett ganze Arbeit geleistet.

        • yannis

          Helm und Sicherheitsgurt haben bekanntlich keine Neben/Wechselwirkungen, was bei einen im Eiltempo durch gepeitschten Impfstoff alles andere als geklärt ist……..

          • klum

            Aber hallo! Natürlich hat ein Sicherheitsgurt oder der Helm auch „Nebenwirkungen“. Aber der Nutzen überwiegt bei weitem. In nur sehr wenigen Fällen (Unfällen) wäre es überlebenstechnisch sinnvoller nicht angeschnallt oder sogar ohne Helm unterwegs gewesen zu sein. Risk – Benefit

      • mannik

        Keine Regierung ist jemals vom Volk gewählt worden. Das sieht die Verfassung auch gar nicht vor. Das Volk wählt die Vertreter der beiden Kammern, die dann – stellvertretend für das Volk (deshalb stellvertretende Demokratie) – der Regierung das Vertrauen ausspricht und im Idealfall mit einer Mehrheit ausstattet. Den Regierungsauftrag vergibt der Staatspräsident an einen von der Mehrheitskoalition namhaft gemachten Vertreter.

        Der Vergleich mit dem Dritten Reich ist ein Griff in die Kloschüssel.

  • tirolersepp

    Wen würden die Hausärzte überhaupt impfen ???

    Alle Freiwilligen, ja nur die eigene Zunft nicht – ist doch so oder ?

  • hallihallo

    ja was wollen diese ärzte nun? erst müssen wir uns einsperren ( wir dürfen seit oktober nicht arbeiten) , damit sie weniger arbeit haben und nicht gefährdet werden und jetzt wo sie an der reihe sind, etwas gegen die pandemie zu machen, drücken sie sich?
    sind sie dann für den impfzwang mit pfizer und moderna und johnson?
    probleme gibt es ja nachweislich nur bei astrazenica.

    • cicero

      Dass da differenziert wird, kann man wohl verlangen. Es ist ein Unterschied ob Menschen höheren Alters sich impfen lassen, indem sie abwägen ob es schlimmer ist schwer an Covid zu erkranken oder die Impfnebenwirkungen in Kauf zu nehmen oder ob es JUNGE Ärzte oder Pfleger trifft sich zu impfen, wenn sie selber kaum ein Risiko haben schwer zu erkranken, nicht wissen ob die das Virus nicht dennoch weitergeben und die Auswirkungen auf Schwangerschaften ungeklärt sind.
      Und Probleme gibt es bei allen genbasierten Impfstoffen, weil alle nicht genügend erforscht und nur vorläufig zugelassen sind. Die Aussagen der Hausärzte, die zunehmend Frauen sind, sind nachvollziehbar.
      Da geht es sowieso nur darum, dass die Ärzte und Pfleger nicht an Corona erkranken und vom Dienst ausfallen und nicht um den Schutz der Patienten, das ist doch völlig klar.

      • klum

        Cicero! Was ist nicht verstehe? Ärztinnen wissen sehr genau (sollten es zumindest) was sie tun sollten um irgendwelche Nebenwirkungen und Schäden zu minimieren oder zu vermeiden. Sie wissen z.B., dass das Risiko für eine Hirnthrombose durch die Einnahme der Pille (V-Generation) 100 mal höher ist als durch AstraZeneca. Sie wissen, dass unglaublich viele Medikamente Nebenwirkungen haben und zwar statistisch in viel höherem Ausmaß als durch eine Covid-Impfung. Zudem: in diversen Berufen gibt es eine Pflichtimpfung und zwar nicht nur bei Auslandseinsätzen.

        • cicero

          Beim Einsatz von Medikamenten geht es um die Bekämpfung einer KRANKHEIT wo man um gesund zu werden halt auch ggf. Nebenwirkungen hinnimmt. Eine Impfung aber ist kein Medikament, sondern eine Präventivmaßnahme wo das Nutzen Schaden Risiko erwogen werden muss und wie gesagt im Fall Corona-Impfung beträchtlich vom Alter der Menschen abhängt. Bei junge Menschen, in diesem Fall Ärzten und Pflegern schaut das Nutzen-Risiko Verhältnis anders aus, als unter den älteren (Ärzten). Deshalb ist eine Impfpflicht hier alle über den gleichen Kamm zu scheren, ethisch nicht vertretbar. Die Pflichtimpfungen bei Auslandeinsätzen sind jahrelang erprobt und der Einsatz der Pille nur EIN Mittel zur Verhütung und nicht für die Massen gedacht und schon gar nicht als Pflicht vorgeschlagen, wobei der wesentliche Faktor der Nebenwirkungen der Pille das Rauchen ist.
          Nach Abschluss der klinischen Studienphasen in einigen Jahren (ohne die es bisher keine Zulassung einer Impfung gab) wissen alle mehr. Bis dahin muss Skepsis erlaubt sein.

  • ralf

    Impft doch mal die wollen und schon lange warten – viel zu wenig Impfstoff aber Erpressung und Zwang einführen – typisch Italien

    Nix auf die Reihe kriegen, aber den Bürger terrorisieren.

    Niedrige Inzidenz, aber bloß keine gelben Zonen, warum keine gelben Zonen „einfach nur mal so“; weil den Bürokraten in Rom danach ist.

  • alsobi

    @ralf. Vortrefflich geschrieben.

  • ralf

    – Pflegepersonal Impfzwang – muss sein es führt kein Weg vorbei
    – alle anderen Sektoren wöchentliche Testpflicht – nicht durchsetzbar, nicht zumutbar

  • hoihoi

    …ich denke es geht nicht ausschließlich ums erkranken und den dazu gehörenden Krankenausfall , es geht mehr darum den Patienten zu schützen durch Sanitätspersonal welches sich infiziert hat.

  • klum

    Liebe TZ … es fehlt die Angabe oder der Hinweis WER die Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SÜGAM) ist! Ist es die Vertretung der Hausärzte? Spricht der Vorstand der Sügam im Namen aller Hausärzte? Ist diese „Gesellschaft“ relevant oder aussagekräftig? Wenn Nein ist diese Meldung für den Müll!

  • kritiker

    An cicero Bei der sog. „Pille“ geht es nicht um die Bekämpfung einer Krankheit, sondern um die Prävention einer ungewollten Schwangerschaft., die auch nicht ohne ist. Insofern ist ein Vergleich mit einer Impfung und ihren Risiken im weiteren Sinne zulässig.

    • cicero

      Beim Vergleich der Nebenwirkungen ging ich auf den Hinweis zu Medikamenten ein, die eine Krankheit bekämpfen und wo die Abwägung eine andere ist. Ja die Pille ist mit Prävention vergleichbar, aber um eine solche zu erreichen ist nicht unbedingt ein Eingriff in den Hormonhaushalt notwendig, da es auch andere Möglichkeiten gibt. Und die Pille ist auch umstritten und lange nicht jede Frau will sie nehmen, also wäre hier ein Zwang genausowenig gerechtfertigt, was natürlich niemand andenkt. Aber vielleicht kommt das auch noch. Wundern braucht man sich über gar nichts mehr, wie hier mit den Grundrechten der Bürger umgegangen wird. Von Einsperren bis Arbeit verbieten, Erpressungen mit Recht auf Unterricht und Teilnahmen an der Gesellschaft geknüpft an die Preisgabe von persönlichen Gesundheitsdaten, ist alles dabei. China hat mit der Erfindung des Lockdowns ganze Arbeit geleistet. Und wenn der Punkt einmal überschritten ist, dann passiert das immer wieder, denn irgendwelche Bedrohungen wird es immer geben. Alle einsperren ist dann kein Tabu mehr.

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