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„Ich dachte, es ist vorbei“

Der bekannte ehemalige Profi-Fußballer Arnold Schwellensattl aus Algund über seinen schweren Verkehrsunfall vom vergangenen 11. März, den langwierigen Heilungsprozess und wann er wieder als Trainer arbeiten kann.

Tageszeitung: Herr Schwellensattl, vor einem Monat sind Sie in Algund unter einen Lkw geraten. Wie geht es Ihnen mittlerweile?

Arnold Schwellensattl: Es geht langsam besser. Die Heilung der Verletzungen scheint einen positiven Verlauf zu nehmen und wenn es nicht noch zu Komplikationen kommt, dann werde ich wieder hoffentlich ganz gesund. Genauere Einschätzungen kann man erst zu einem späteren Zeitpunkt machen. Mit Sicherheit kann man das jetzt also noch nicht sagen.

Den Bildern vom Unfall nach zu urteilen, war die Situation sehr ernst?

Als ich unter dem Lkw lag, dachte ich, dass es vorbei ist. Es war eine krasse Situation, ich hatte Todesangst. Ich bin jetzt einfach nur glücklich, dass ich am Leben und bei meiner Frau und meinen Kindern bin.

Welche Verletzungen haben Sie sich zugezogen?

Es sind mehrere Verletzungen. U.a. habe ich am rechten Bein eine Trümmerfraktur am großen Zeh sowie einen Riss der Quadrizepssehne. Die schwersten Verletzungen betreffen das linke Bein, wo der Unterschenkel beim Unfall verdreht wurde, was linksseitig zu einem Beckenbruch geführt hat. Ich wurde drei Mal am Unterschenkel operiert. Das Ganze war sehr schmerzhaft.

Werden Sie wieder Sport betreiben und als Fußballtrainer an der Sportoberschule Mals arbeiten können?

Das hoffe ich inständig, kann es aber noch nicht sicher sagen. Ich hoffe es natürlich sehr, weil es für mich sehr wichtig wäre. 

Wirkt der Unfall auch psychisch nach?

In den ersten zwei Wochen nach dem Unfall waren die Bilder permanent da. Es ist ein sehr starkes, abgründiges Gefühl, das nur zögerlich verschwindet. Ich muss das Ganze erst verarbeiten. 

Sind Sie noch immer im Krankenhaus Meran?

Nein, seit einer Woche bin ich wieder zuhause. Ins Krankenhaus muss ich noch zur Physiotherapie und zum Verbandswechsel. 

Wann werden Sie Ihre sportlichen Tätigkeiten wieder aufnehmen können?

Das ist noch nicht absehbar. Es gilt meine Mobilität zurückgewinnen und wieder Kraft aufzubauen. Aufgrund meiner schweren Verletzungen muss ich mich damit noch gedulden.

Der 11. März wird künftig Ihr zweiter Geburtstag sein?

Ja, ich bin wirklich sehr glücklich, dass ich noch bei meiner Familie sein kann. Ich möchte mich auch bei den Einsatzkräften für die perfekt funktionierende Rettungskette bedanken. Auch im Krankenhaus werde ich gut betreut. Sehr gefreut habe ich mich über die große Anteilnahme von Freunden und Bekannten und der Sportwelt. Es war überwältigend und das gibt viel Kraft. Es ist schön, dass die Gesellschaft in schweren Momenten so zusammenhält.

Interview: Karin Gamper

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • hoihoi

    … dem Herrn Schwellensattl ein gute Besserung , ich weiß zwar nicht genau wie dieser Unfall passiert isch , ober meischt isch nit der Lkwfohrer alleine schuld bei Unfällen solcher Art. Rechtlich vielleicht jo , ober a die Sturheit moncher Radffohrer , i hon Vorfohrt , der muß mi jo sehen , do kim i schon nu vorbei , läßt sehrvoft solche Unfälle geschehen , anstatt stehen zubleiben und zu dem Lkw einen gewissen Sicherheitsabstand zu halten !!

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