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HC Bozen im Finale

Foto: Antonello Vanna

Der HCB Südtirol steht im Finale gegen den KAC. Die Foxes gewinnen Hockey-Krimi in Wien mit 3:2.

Wenn es darauf ankommt, schlägt das weißrote Kämpferherz immer einen Tick höher als jenes des Gegners.

Mit unbändigem Willen, allerletztem Einsatz und mit nur drei Sturmlinien holte sich der HCB Südtirol Alperia in einem wahren Hockeykrimi Halbfinaspiel sechs gegen die spusu Vienna Capitals in der Verlängerung mit 3:2 und steht im Finale der ICE Hockey League gegen den KAC. Matchwinner war Angelo Miceli, der nach 73 Minuten den entscheidenden Treffer erzielte, Lob gebührt aber dem gesamten Team, das bis zum Umfallen kämpfte und bereits mit 0:2 im Hintertreffen lag, bis neun Sekunden vor dem Schlusspfiff mit dem sechsten Feldspieler der Ausgleich durch Bardaro gelang.

Die Foxes haben nun drei Tage zur Verfügung, die leeren Batterien wieder aufzuladen, bis am Sonntag, 11. April, das erste Finalspiel in der Eiswelle gegen den KAC stattfindet.

Das Match. Coach Greg Ireland musste die verletzten Alberga, Gazley und Stollery vorgeben, dazu gesellte sich der von den DOPS gesperrte Halmo, back bei Wien Campbell und Fischer. Hochklassiges erstes Drittel zwischen zwei Top Teams mit hohem Tempo, dauernden Szenenwechseln und kaum Unterbrechungen.

Chancen gab es auf beiden Seiten, die vielleicht besseren erspielten sich die Foxes, den einzigen Treffer erzielten jedoch die Capitals und dies aus heiterem Himmel: Nissner gewann das Bully, die Scheibe kam zu Lonely, der sofort abzog und diese in der kurzen Ecke versenkte, wobei Irving durch mehrere Spieler die Sicht verstellt war. Die beste Chance im ersten Drittel hatte Plastino mit einem Blueliner, der von der Innenstange zurückprallte und die gesamte Torlinie querte. Pech für Bozen!

Match auf Augenhöhe auch in Drittel zwei, das spiegelte sich auch im Torverhältnis von 23 (Vienna) zu 24 (Foxes) wider, allerdings mit dem Unterschied, dass die Hausherren im Abschluss effektvoller waren und mit Taylor Vause auf 2:0 erhöhten: Campbell spielte diesen im hohen Slot an und der ex-Bozner lenkte unhaltbar in die Maschen ab. Bozen hielt bei einem Wiener Powerplay gut dagegen und Frank hatte sogar den Anschlusstreffer auf dem Schläger: er eroberte sich die Scheibe im eigenen Drittel, startete allein auf Starkbaum zu, konnte diesen aber nicht ausspielen.

Besser machte es Findlay in der letzten Spielminute des Drittels und es war ein Klassetor erster Sahne: der Kanadier startete von der Mittellinie, ließ Johnson mit einem Haken einfach stehen, spielte auch Starkbaum eiskalt aus und brachte sein Team wieder ins Spiel zurück.

Nach drei Minuten des Schlussabschnittes wurde das Spiel unterbrochen, da Besse nach einem Zusammenprall mit Robertson verletzt liegen blieb und das Feld verlassen musste. Dann begann eine starke Druckphase der Weißroten, die für eine Minute doppelte Überzahl zur Verfügung hatten, die Scheibe auch gut laufen ließen, es fehlte jedoch der letzte Nachdruck beim Abschluss. Natürlich riskierten die Foxes den einen oder anderen Konter, doch Irving war von Loney und Großlercher nicht zu überwinden, auf Bozner Seite vergaben Frank, Bardaro und Miceli.

Siebzehn Sekunden vor Spielende spielte sich die entscheidende Szene ab: Coach Ireland nahm ein Timeout und gab die letzten Anweisungen an seine Cracks. Dies mit Erfolg, denn Bardaro ließ Starkbaum mit einem Haken aussteigen und netzte neun Sekunden vor dem Schlusspfiff zum mehr als verdienten Ausgleich ein. Da das Wiener Gehäuse zeitgleich verschoben wurde, schauten sich die Referees die Szene nochmals an und bestätigten den Treffer, denn das Tor hatte der Wiener Goalie selbst aus den Angeln gehoben.

In der Verlängerung gingen beide Mannschaften auf Nummer sicher, das Geschehen spielte sich vorwiegend in der neutralen Zone ab, bis die Hausherren nach zehn Minuten ein Powerplay zur Verfügung hatten. Bozens Penaltykilling hielt dem Wiener Druck statt und nach dreizehn Minuten fiel die Entscheidung zugunsten der Foxes: Robertson zog von der blauen Linie ab, Miceli gab der Scheibe den entscheidenden Richtungswechsel und Starkbaum hatte das Nachsehen. Die Korrektheit des Treffers wurde von den Schiedsrichtern nochmals per Videobeweis überprüft und bestätigt.

spusu Vienna CapitalsHCB Südtirol Alperia 2:3 OT (1:0 – 1:1 – 0:1 – 0:1) Serie 2:4

Die Tore: 13:55 Ty Loney (1:0) – 32:47 Taylor Vause (2:0) – 39:03 Brett Findlay (2:1) – 59:51 Anthony Bardaro (2:2) – 73:11 Angelo Miceli (2:3)

Schiedsrichter: Siegel/Smetana – Seewald/Zgonc
Zuschauer: hinter verschlossenen Türen

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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