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Verkürztes Verfahren

Die Verteidigung von Lorys Daniel Caciula setzt weiterhin auf Körperverletzung mit Todesfolge.

von Thomas Vikoler

Im (Mord)Fall Nicoleta Caciula ist offenbar nicht alles gesagt. Auch nicht mit dem Spruch der Kassation, mit dem im vergangenen Jahr ein gerichtlicher Vergleich über vier Jahre und zehn Monate Haft aufgehoben worden ist. Für die Höchstrichter hat Lorys Daniel Caciula seine Tante am 17. Juli 2018 in deren Wohnung in Bruneck vorsätzlich getötet. Am Bozner Landesgericht war die Tat 2019 als Körperverletzung mit Todesfolge eingestuft worden.

Darauf beharrt die Verteidigung des 24-Jährigen auch weiterhin. Am Dienstag hätte die Vorverhandlung zur zweiten Anklage der Staatsanwaltschaft stattfinden sollen. Wegen Abwesenheit eines Sachverständigen der Verteidigung wurde sie auf 3. Mai vertagt.

An diesem Termin wird ein Antrag auf ein bedingtes verkürztes Verfahren gestellt werden, um Caciula ein Drittel Strafnachlass zu garantieren. Weiters werden die Verteidiger Angelo Polo und Andreas Stacul die Anhörung eines von ihnen benannten Rechtsmediziners und des Paduaner Psychiatrie-Professors Giuseppe Sartori beantragen, um die These von der Körperverletzung mit Todesfolge bzw. die in einem Beweissicherungsverfahren festgestellte teilweise Zurechnungsfähigkeit Caciulas zu untermauern. Laut den Verteidigern hat die Kassation eine Einstufung der Tat unter anderen Voraussetzungen vorgenommen als die heutigen, womit ein Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung nicht automatisch sei.

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