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Die Einkommen unserer Abgeordneten

Mit einem Jahreseinkommen von 214.450 Euro ist Franz Ploner der Bestverdiener im Landtag. Acht Abgeordnete haben mehr verdient als der LH. Die Ärmste unter den Reichen ist Maria Rieder. 

Von Matthias Kofler

Franz Ploner hat es wieder geschafft: Der ehemalige Primar am Krankenhaus Sterzing und nunmehrige Team-K-Politiker ist mit einem (beneidenswerten) Jahreseinkommen von 214.450 Euro zum zweiten Mal in Folge der Bestverdiener im Südtiroler Landtag. Zum Vergleich: Seine Fraktionskollegin Maria Elisabeth Rieder verdiente mit 104.865 Euro weniger als die Hälfte – und bildet damit das Schlusslicht im Ranking der Reichen und Schönen.

Dies geht aus den Einkommens- und Vermögenserklärungen der Mandatare für das Jahr 2019 hervor, die nun auf der Homepage des Hohen Hauses veröffentlicht wurden.

Die Zahlen und Fakten: Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte im Jahr 2019 – also im Vor-Corona-Jahr – ein Jahreseinkommen von guten, aber nicht berauschenden 137.706 Euro (alle Angaben sind brutto). Das ist für Landtagsverhältnisse oberes Mittelfeld. Bemerkenswert ist dabei: Sage und schreibe acht Abgeordnete haben mehr verdient als der Regierungschef. Neben Franz Ploner sind das Landtagsvizepräsidentin Rita Mattei (190.551 Euro), der Hotelier und SVP-Politiker Helmut Tauber (189.170), der Langzeitpolitiker Alessandro Urzì (160.431), die Grüne Brigitte Foppa (148.098 Euro), der Arbeitnehmer Helmuth Renzler (142.669 Euro), LH-Stellvertreterin Waltraud Deeg (143.247 Euro) und der ehemalige Spitzenbeamte Hanspeter Staffler (140.742 Euro).

Man muss jedoch wissen: Der LH und die anderen Regierungsmitglieder erhalten einen beachtlichen Teil ihres Politiker-Gehalts als steuerfreie Spesenpauschale: 4.600 Euro im Monat bekommt der Landeshauptmann zusätzlich zum Abgeordneten-Gehalt von 10.500 Euro brutto im Monat, 4.100 Euro seine drei Vizes, ein Landesrat darf sich über weitere 3.600 Euro im Monat freuen. Diese Netto-Beträge scheinen nicht in den Jahreseinkommen auf, wodurch der Gesamteindruck ordentlich verfälscht wird. Es sieht so aus, als würden die Abgeordneten Sven Knoll, Myriam Atz-Tammerle und Ulli Mair auf den Euro genau gleich viel verdienen wie Landesrat Philipp Achammer, nämlich 137.158 Euro. Was aber nicht der Fall ist.

Gehaltstechnisch noch Luft nach oben haben die Landesräte Daniel Alfreider (110.131 Euro) und Massimo Bessone (109.008 Euro). Sie bilden gemeinsam mit dem Grillino Diego Nicolini (109.810 Euro), dem Unternehmer Josef Unterholzner (109.227 Euro), der Jungpolitikerin Jasmin Ladurner (108.192 Euro) sowie mit Freiheitlichen-Obmann Andreas Leiter Reber (108.192 Euro) das Ende der Einkommens-Pyramide.

Arm wie eine Kirchenmaus sind sie dennoch nicht. Für Leiter Reber beispielsweise hat sich der Einstieg in die Politik mehr als gelohnt: 2018 hatte der Landwirt aus Marling noch ein Einkommen von mageren 14.125 Euro erklärt. Ein Jahr zuvor war dem Freiheitlichen sogar das Kunststück geglückt, auf der Steuererklärung ein Einkommen von 0 (!) Euro anzugeben.

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