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„Verärgert und ratlos“

Foto: LPA/ 123rf

Der Dachverband für Soziales und Gesundheit bemängelt, dass Menschen mit Behinderung Schwierigkeiten haben, sich für die Corona-Impfungen anzumelden

Menschen mit Behinderung warten bereits seit langem auf die Corona-Schutzimpfung. Viele von ihnen haben aufgrund der gesundheitlichen Risiken nur dadurch die Chance auf ein normales Leben.

Seit einigen Tagen können sich für die Impfung anmelden, doch in einigen Fällen scheitert es bereits an der Anmeldung. Das berichtet der Dachverband für Soziales und Gesundheit.

Dem Dachverband zu Folge häufen sich „verärgerte bis ratlose“ Rückmeldungen von Impfwilligen, die offensichtlich auf Probleme bei der Anmeldung stoßen.

„Menschen mit Behinderung wollen sich impfen lassen. Aber der Dienst funktioniert nicht so wie angekündigt. Einige erhielten die Rückmeldung, dass derzeit doch keine Vormerkungen über den eigens eingerichteten Online-Kanal vorgenommen werden können“, berichtet Dachverband-Präsident Wolfgang Obwexer.

Am Dienstag hat der Dachverband außerdem in Erfahrung gebracht, dass viele Personen, die eigentlich Anrecht auf die Impfung haben, gar nicht in den Listen des Sanitätsbetriebes aufscheinen, die zur Vormerkung herangezogen werden.

Zur Erinnerung: Personen die vom Gesetz 104/1992, Art. 3, Komma 3 betroffen sind, erhalten die Möglichkeit sich impfen zu lassen.

Woran das Problem liegt, kann zwar nicht eindeutig gesagt werden, wahrscheinlich liegt es aber daran, dass die Daten noch nicht digitalisiert wurden. Bis 2002 mussten die Gesuche zur Anerkennung für schwere Behinderungen nämlich noch in Papierform gemacht werden. Die Daten der betreffenden Personen scheinen daher noch nicht im System auf. Das hat zur Folge, dass viele Impfwillige bei der Anmeldung abgewiesen werden, obwohl sie eigentlich Anrecht auf die Schutzimpfung hätten.

Der Dachverband hat das Problem in der Corona-Task-Force vorgebracht und auch die Invalidenkommissionen sowie den Sanitätsbetrieb aufgefordert, so rasch wie möglich eine Lösung für die Betroffenen zu finden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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