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„Frauen werden untergebuttert“

Vier Männer an der Spitze der Südtiroler Gemeinden. Nach der Wahl der drei Vizepräsidenten kündigen die Frauen einen Rekurs an. 

von Silke Hinterwaldner 

Keine Sekunde lang hat Rosmarie Pamer gezweifelt. Für die Bürgermeisterin von St. Martin in Passeier war immer klar, dass sie ihre Arbeit im Rat der Gemeinden erledigen wird. Zur Erinnerung: Der Bezirk Pustertal hatte ihr einen Rücktritt nahegelegt, um das Amt der Vizepräsidentin durch eine Frau aus dem Pustertal zu besetzen.

Nun aber sind drei Männer zu Vizepräsidenten im Rat der Gemeinden ernannt worden: Roland Demetz für die Ladiner, Renzo Caramaschi für die Italiener und Dominik Oberstaller für die Deutschen, mit Hauptaugenmerk auf den unterbesetzten Bezirk Pustertal. „Das Bild, das wir damit abgeben, ist schon erschreckend“, sagt Rosmarie Pamer. Erschreckend deshalb, weil das höchste Gemeindegremium im Land von vier Männern geführt wird, beinahe so als würde es die Frauen im Land nicht geben. „Die Frauen werden untergebuttert. Dieses gesellschaftliche Problem ist in der Diskussion im Rat der Gemeinden wieder einmal offen zutage getreten“, sagt die Bürgermeisterin aus dem Passeiertal. Sie will jetzt ihren Job im Rat der Gemeinden machen und zu wichtigen Themen Stellung beziehen.

Auf anderer Ebene ist das letzte Wort aber wohl nicht gesprochen.

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Kommentare (8)

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  • criticus

    Ganz schön ausgebootet, da gebe ich Ihnen Frau Pamer recht. Doch erklären Sie mir mal, warum Frauen nicht Frauen wählen. Lt. Statistik gibt es ja mehr Frauen in Südtirol. liegt es an der „Qualität“ der momentanen Landespolitikerinnen? Fühlen Frauen, dass diese Politikerinnen sich nicht richtig für die Probleme der Frauen einsetzen? Warum wurde eine Kämpferin wie Julia Unterberger nicht wieder im Landtag hineingewählt?
    Eine Umfrage unter Frauen wäre sicherlich interessant und würde auch zum Ausdruck bringen, dass solche Politikerinnen die am Anfang einer Pandemie Urlaubswünsche kundtun überhaupt nicht erwünscht sind!

  • nochasupergscheiter

    Mich würde interessieren was es da zu verdienen gibt klingt ja wie ein Dienst am Volke aber wenn man sich derart darum balgt nach bozen fahren zu können kann es nicht für lau sein…

  • stanislaus

    Wäre es möglich zu erahren wieso sich Mann und Frau so um diese Posten bemühen, obwohl ja jede/r selbst genug in der eigenen Gemeinde zu tun hat… und: Frauen wählt Frauen, vielleicht bräuchte es da eine Quote oder gar Verpflichtung

  • bernhart

    Soll ich jetzt lachen oder weinen.
    Wer gestern die Nachrichten auf Rai Bozen geschaut hat ,kann sich ein Bild dazu machen.
    Die scheinheiligen Aussagen vom Präsidenten waren lachhaft und nicht akzetabel.
    Mann muß eine Quote festlegen, wieso hat der Präsident keine anderen Vorschläge gemacht oder gebracht??? was sollen diese Ausreden auf soche Vereine wie der Gemeindenverband können wir verzichten.
    Zu den Frauen, alles ist nicht Gold was glänzt, liebe Frauen von den 13 Bürgermeisterinen sind 2 im Gemeindenverband,ich fine das ist ausreichend, laut Wahlergebnis.
    Quoten sollten komplett abgeschafft werden ,denn gute fähige Leute werden auch ohne Quoten gewählt.
    Ich persönlich wähle nicht Geschlechter sondern vertrauenswürdige Personen.

  • zusagen

    Kann mir eine sagen warum sich hier augenscheinlich nur Männer zu Wort melden?
    Schade, denn ansonsten könnte über dieses Thema auch etwas fairer diskutiert werden. Vielleicht liegt es aber auch an uns Männern und unserer besserwissenderen Art ohne Angst auf Verluste auf unsere „eigene hohe Meinung“ zu bestehen

  • batman

    ES LEBE DAS PATRIARCHAT!

  • rainerzufall

    Wozu darüber diskutieren? Die kompetenten sollen gewählt werden.. und die anderen sollen sich um einen anderen Posten bemühen und nicht rumheulen. Diese idiotischen Quoten sind unnütz und unfair gegenüber kompetenten Leuten. Gleich ob männlein oder weiblein, ob weiß, schwarz oder bunt. Am Ende sollen fähige Leute die Posten besetzen.

  • [email protected]

    Ich bin dieser Diskussionen auch überdrüssig. Die Türen stehen heute de facto für alle gleichweit offen, ob Mann oder Frau. Viele Männer würden gerne selbst die Kinder gebären, wenn sie könnten. Leider sind diese Türen nicht offen.

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