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Falsche Masken?

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In den vergangenen Wochen berichteten Medien vermehrt über falsche FFP2-Masken. Was damit gemeint ist und was man bei einem Kauf beachten muss. 

von Markus Rufin

Mehrere italienische Medien haben in den vergangenen Tagen darüber berichtet, dass in Italien vermehrt FFP2-Masken ohne beziehungsweise mit falschem Zertifikat angeboten werden.

Unter anderem gibt es auch Berichte darüber, dass eine der Stellen, die für die Zertifizierung zuständig sei, nicht zuverlässig ist. Das sorgt für viel Unsicherheit bei den Bürgern.

In Südtirol gilt derzeit in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP2-Maskenpflicht. Viele haben daher bereits Masken angekauft, weil diese aber nicht einfach gewaschen werden können, müssen immer wieder welche nachgekauft werden.

Es stellt sich also die Frage, wie man richtige von falschen FFP2-Masken unterscheiden kann. Auch die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) hat sich damit bereits beschäftigt und kommt zum Schluss, dass dies für Laien durchaus schwer sein kann. „Es ist nur schwer abschätzbar, wie weit verbreitet diese falschen Masken sind“, erklärt Geschäftsführerin Gunde Bauhofer.

Im Falle der Zertifizierungszelle, die angeblich nicht zuverlässig sei, wisse man, dass dieser bei den zuständigen Kontrollorganen auf den Tisch liegt. Offizielle Rückmeldungen gibt es bis dato aber nicht. Die Verbraucherzentrale informiert sich aber ständig bei der zuständigen Behörde.

Weshalb es noch keine offizielle Reaktion zu den Meldungen gibt, weiß Bauhofer nicht: „Entweder es gibt zu wenig Elemente, oder es wird nach wie vor noch geprüft. Eigentlich gibt es ein Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte, die dann zurückgerufen werden. Italienweit kam es bislang aber zu keinen solchen Aktionen.“

Sollte es so weit kommen, werde die Nachricht wahrscheinlich schnell bekannt gemacht. Das Produkt kann dann dort zurückgegeben werden, wo man es gekauft hat, im Optimalfall erhalten die Kunden sogar ihr Geld zurück.

Dass die Berichte in den italienischen Medien von falschen FFP2-Masken zu Verunsicherungen führen, ist auch Bauhofer klar. Für den Verbraucher gebe es dafür eine Beschriftung auf den Masken: „Die FFP2-Masken sind nach dem Standard für persönliche Schutzausrüstung zertifiziert. Das ist der Standard EN 149:2001. Meistens steht dazu noch: +A1:2009. Vor allem ist aber wichtig, dass ein CE-Zeichen und eine vierstellige Nummer dabei steht. Sind diese Zeichen auf einer Maske oben, kann man davon ausgehen, dass es eine richtige ist.“

Das Risiko eine falsch zertifizierte Maske, also eine Maske, die nicht richtig schützt, zu finden, sei im Internet größer, sagt Bauhofer. Insbesondere bei zu niederen Preisen sei ein „gutes Maß an Misstrauen“ nicht unangebracht, auch wenn die Angebote im Internet meist billiger sind: „Gerade bei Schutzmaterialien hat niemand etwas einfach so zu verschenken, wenn man sich aber an bekannte Verkäufer hält, sollte man auch im Internet sicher unterwegs sein.“

Bei Zweifel zur Zertifizierung sei es am besten, sich beim Händler darüber zu informieren. Wenn klar aufgezeigt werde, um welches Zertifikat sich handle, dann sei man auf der sicheren Seite.

Jedoch: Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es gerade zu Beginn der Pandemie vorgekommen ist, dass auf dem Bestellfoto ein Produkt abgebildet wurde, das den Kriterien entspricht, beim Kauf erhielten Kunden dann aber ein völlig anderes. Solche Betrugsmaschen seien aber spätestens beim Kauf einfach zu erkennen und man könne dagegn auch vorgehen. Schwieriger ist es da schon, die richtige Zertifizierung zu erkennen.

Noch problematischer wird es, wenn man erkennen will, ob die FFP2-Maske auch wirklich gut gegen die Übertragung von Viren schützt. Denn selbst wenn diese einem zertifizierten Standard entsprechen, gibt es gute und weniger gute.

VZS-Geschäftsführerin Gunde Bauhofer verweist dazu auf einen Test von Stiftung Warentest Anfang Februar: „Dabei wurde nur eine von zehn Masken als wirklich gut befunden. Es handelt sich dabei um eine Maske von 3M, die eigentlich zur medizinischen Schutzausrüstung zählt.“

Der Grund weshalb nur diese Maske gut abgeschnitten hat, liege darin, dass es bei FFP2-Masken vor allem darauf ankomme, dass diese gut schützt, meint Bauhofer: „Die beste Maske nützt mir nichts, wenn ich sie falsch aufsetze. Vor allem Bartträger sind daher oft benachteiligt.“

Für Konsumenten gebe es einen kleinen Mini-Test: Wenn sich die Maske beim Einatmen nach innen wölbt und beim Ausatmen wieder nachlässt, ist diese passend.

Eine gute Maske von einer schlechten Maske zu unterscheiden sei dennoch schwierig, sagt Bauhofer. Sie erinnert aber daran, dass die Produkte ständig getestet werden, man müsse also darauf hoffen, dass die Kontrollmechanismen greifen.

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