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Teure Pizza

Foto: 123rf

Zwei junge Frauen, die auf einer Parkbank in Bozen ihr Mittagessen verzehrten, wurden mit Verwaltungsstrafen von 280 Euro belegt. Sie haben gute Gründe, sich zu beklagen.

Herr Kompatscher, bitte erklären Sie uns, wieso wir dem Coronavirus Vorschub leisten, wenn wir unsere Pizzetta im Freien essen?“

Das ist die Frage an den Landeshauptmann, die Barbara Unterhofer und Sadbhavana Pfaffstaller nicht ohne Berechtigung stellen.

Die beiden Frauen hatten am Donnerstag in Bozen ein Erlebnis der besonderen Art: Sie wurden von der Bozner Stadtpolizei beim Essen ihrer Mittagspizza erwischt.

Aus der Ferne wurden wir ungefragt fotografiert, es folgte die Belehrung, dass man im Freien nicht essen dürfe – weder allein noch mit anderen –, gefolgt von der Ausstellung einer Verwaltungsstrafe: 280 Euro. Pro Kopf“, berichten sie in einem bitterbösen Brief an den Landeshauptmann.

Sadbhavana Pfaffstaller

Dort schreiben sie, das Mittagessen auf „unserer“ Bank sei der „soziale Höhepunkt unserer Woche“:

Wir zehren lange davon und freuen uns genauso lange darauf. Nebenbei gesagt, sind wir beide nicht ganz so allein: Halb Bozen isst, wie Sie sicherlich wissen, im Freien. Ob auf den Talferwiesen oder auf dem Waltherplatz, es wird sich getroffen und meistens in vernünftigem Abstand zueinander gegessen. Weil der Mensch das braucht“, betonen die beiden Frauen. Sadbhavana Pfaffstaller ist Exponentin der jungen Grünen und Gemeinderätin in Neumarkt.

Die Autorinnen des Briefes erklären sich als „Fans von Regeln“, die sich an die Corona-Bestimmungen penibel hielten. Das Ess-Verbot im öffentlichen Raum können sie hingegen nicht nachvollziehen. „Ist es besser, wenn wir unser Mittagessen im Büro zu uns nehmen? Zu zweit in einem engen Raum?“, fragen sie.

Und schließlich richten sie eine Warnung an den LH: „Herr Kompatscher, Sie verlieren uns. Und das will heißen, Sie verlieren diejenigen, die mitmachen und die Sache ernst nehmen“. (tom)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (29)

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  • yannis

    Gestapo-Methoden ! und dann wundert sich der Führer immer noch über den Hass……

  • criticus

    Ja ja, unsere Sicherheitsorgane! Szenen wie beim Villacher Fasching seit einem Jahr. Liebe Damen, zu eurer Information, der Landeshauptmann hat den Bezug zu seinen Volk längst schon verloren. Aber vielleicht setzt sich Frau Oberhammer für euch ein? Da war doch der Tag der Frau mit großen Worten. Ja ja eben, mit großen Worten geht das Theater schon ein Jahr!

  • derweissehelge

    Natürlich darf unser Führer, Landesvater das!

    Er hat uns Alles gegeben.
    Masken und Verbote.
    Und er geizte nie.
    Wo er ist, ist das Leben.
    Was wir sind, sind wir durch ihn.
    Er hat uns niemals verlassen.
    Fror auch die Welt, uns war warm.
    Uns schützt der Arno der Provinz.
    Uns trägt sein mächtiger Arm.

    Der Arno,
    Der Arno, der hat immer recht.
    Und, Ihr Schafe, es bleibe dabei.
    Denn wer kämpft
    Für das Virus, der hat immer recht
    Gegen Verschwörungstheoretiker und Aluhüte.
    Wer den Arno beleidigt,
    Ist dumm oder schlecht.
    Wer Corona verteidigt,
    Hat immer recht.
    So, aus Achammers Geist,
    Wächst vom Landeshauptmann geschweißt,
    Das Corona, das Corona, das Corona!
    https://youtu.be/TRGIQAUHqhM

  • emma

    das ist inszeniert, so ist die schòne frau in die zeitung gekommen, findet sicher einige die die pinats zahlen

  • rota

    Nach Corona die Sündflut, das Credo der Politik. Dies wird für die meisten Politiker wohl so sein.

  • bernhart

    Wir sind im Außnahmezustand unser Land wird kontrolliert wie zu Stasi Zeiten, die Ordnungsorgane werden auf die Bürger gehetzt ,kann den ganze Hokus-Pokus nicht mehr verstehen. Es ist schon traurig wenn Persone bestraft werden , wenn sie im Park auf einer Bank eine Mahlzeit zu sich nehmen.
    Liebe Politiker eure Arbeit wäre es die Bürger finanziel und moralisch zu unterstützen und nicht zu schikanieren.

  • batman

    Der Staat darf nicht bankrott gehen, also….

  • batman

    Die einen zahlen die anderen kassieren.

  • batman

    Es wird immer extremer.

    • gorgo

      Nein. Es wird immer dämlicher.
      Warum diese Regel installiert wurde, wissen wir.
      Und wenn es solche Regeln gibt, schreien dann alle nach Kontrolle.
      Und dann glauben welche, sie sind davon ausgenommen, weil sie gute Menschen sind, oder sich eh nur einmal die Woche mit der Freundin auf der Parkbank treffen bla bla

      Die Strafe ist auf jeden Fall überzogen. Tun mir leid, die Damen.

  • batman

    Pierre-Joseph Proudhon – Regiert sein…

    Regiert sein, das heißt unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, spioniert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingefpercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden durch Leute, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Kraft dazu haben…

    Regiert sein heißt, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung versteuert, patentiert, notiert, registriert, erfasst, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, lizensiert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden.

    Es heißt, unter dem Vorwand der Öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepresst, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, mißhandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral.

  • nostradamus

    Wer nicht lesen kann, soll halt zahlen.
    Gesetze gibt es, damit sie befolgt werden.

    Gerade diese Dummheiten einiger sind es, die im geliebten Südtirol die Zahlen so hoch halten.

    Jene, die sich NICHT an die Regeln halten,
    sind für die Verlängerungen des Lockdowns VERANTWORTLICH !!!

  • zusagen

    die Situation ist teilweise schon sehr krass. Ist es eigentlich auch erlaubt Fotos von Ordnungshütern und deren Auftraggebern zu schießen die sich nicht an die Regeln halten. Ich denke da gibt es endlich jede Menge Arbeit und gute Hoffnung unsere leeren Kassen zu füllen. 😉

  • prof

    Eine bitte an die TZ, versuchen sie heraus zu finden ob der Kommandant der Bozner Stadtpolizei die Strafe annulieren wird.

    • franz

      Falls Caramaschi de Strafe nicht zurücknimmt, würde ich den betroffenen Frauen, zu einen Rekurs raten,
      Vorausgeschickt, dass die Veroronung von LH Kompatscher mit Verweis auf das dpcm von Conte bezüglich Verbot auf einen öffentlichen Platz vor einen Lokal Speisen -Getränke zu konsumieren vermutlich rechtswidrig, ist,
      außerdem das Fotografieren von Personen nur aufgrund eines Verwaltungsvergehen rechtswidrig ist.( falls es sich um ein solches handeln würde. )

  • checker

    Ist definitiv hochgradig verfassungswidrig. Kein Volk sollte sowas zulassen – tut es dies doch, dann kann man nur sagen, wir haben nichts dazugelernt.

  • sepp

    jo moansch i zohlat sem lossat i mi einsperren wegen a poor toge ober af der gonzen welt mochat is public

  • wol

    Traurig, die Gemeindepolizisten bei uns in Südtirol sind nur zum Strafen da, leider.

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