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Abgewendeter Aufstand

Die „alten“ Sperrgemeinden im Westen des Landes begehren gegen die Ungleichbehandlung der neuen Mutationsgebiete auf. Doch LH Arno Kompatscher konnte die Bürgermeister besänftigen.

von Karin Gamper

Die Stimmung in den „südafrikanischen Sperrgemeinden“ war am Mittwoch Vormittag nicht die beste. Mehrere Bürgermeister kritisierten öffentlich die Ungleichbehandlung zwischen den „neuen“ Mutationsgemeinden Bozen, Laas und Naturns und den bisherigen Sperrgebieten, wo seit über zwei Wochen Kitas, Kindergärten und Grundschulen geschlossen sind.

„Wir werden von erbosten Elternanrufen überhäuft“, hieß es am Mittwoch unisono aus den betroffenen Ratsstuben. Dazu kam auch Kritik an der Kommunikationskette zwischen Land, Sanitätsbetrieb und Gemeinden, die nicht immer optimal abläuft.

In diesem Stimmungsbild fand am frühen Mittwochnachmittag eine Videokonferenz zwischen dem Landeshauptmann und den Bürgermeistern statt. „Es herrscht sicherlich Erklärungsbedarf“, sagte beispielsweise der Schlanderser Bürgermeister und Bezirkspräsident Dieter Pinggera vor der Sitzung.

Doch der Aufstand blieb aus. „Der Landeshauptmann hat uns die Hintergründe der Verordnungen erklärt und ich kann nur versichern, dass die Situation weit komplexer ist als sie nach außen hin wahrgenommen wird“, erklärte Dieter Pinggera nach der rund zweistündigen Aussprache.

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Kommentare (22)

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  • criticus

    Liebe Bürgermeister der Sperrgemeinden, ihr werdet doch nicht gedacht haben, dass sich die Politiker, die euch eingesperrt und mit unsinnigen Regeln bedacht haben, alle 3 Tage testen lassen und dann noch Stunden lang anstehen müssen um zu ihren Arbeitsplatz nach Bozen zu fahren? Hahahahaha…

    • martasophia

      Es ist alles eine Frage welche Wert man für den höchsten hält: den Menschen und seine Gesundheit oder das Geld!

    • goggile

      criticus, bin absolut gleicher meinung. eine schande unsere landespolitiker

    • winter

      @Criticus: seit wann sind Bürgermeister keine Politiker?
      Apropos eingesperrt: das ganze Bundesland Nordtirol (!) hatte über Wochen Testpflicht bei der Ausreise, und jetzt haben dasselbe ein paar Osttiroler Gemeinden. Oft hilft es, etwas entspannter zu sein.

      • drago

        @winter
        In diesem Fall ist das Problem die Ungleichbehandlung. Bei den burggräfler und vinschger Gemeinden wurden die Gemeinde, auch bei nur einem Infektionsfall, abgeriegelt und zugesperrt, während bei Bozen jetzt die „Situation viel komplexer ist“ und keine Abriegelung bzw. Sperrung der Bildungseinrichtungen notwendig ist.
        Nach 14 Tagen wurde plötzlich die Testpflicht für Ausreise aus Gemeinden abgeschafft, obwohl sich nichts geändert hat.
        Wer in all dem noch eine Logik (und nicht nur Lobbyeinflüsse) erkennt, kann sich glücklich schätzen. Für alle anderen gilt: ein Schelm, wer Böses denkt.

      • diplomat

        @winter ich denke da hast du etwas nicht geschnallt! Eines ist es eine ganze Provinz einzusperren, was bei uns ja schon seit geraumer Zeit so ist und etwas anderes ist es einzelne Dörfer zu isolieren. In Nordtirol wurden nicht einzelne Dörfer isoliert, sondern das ganze Bundesland, so hatten die Bewohner doch die Möglichkeit sich innerhalb des Landes zu bewegen. Die ungleiche Behandlung bei usn kommt noch dazu …

        • winter

          @diplomat: Danke für die Blumen. Ich habe sogar geschnallt, dass sehr wohl einzelne Gemeinden bzw. Dörfer abgeschottet wurden bzw. werden, z.B. Ischgl und St. Anton vor einem Jahr, aber auch derzeit Gemeinden/Dörfer im Bezirk Lienz, derzeit ja auch der ganze Bezirk Schwaz.

  • keinpolitiker

    Und schon wieder diesen unterwürfigen SVP Bürgermeister….

    Es sind ja nur die Bürgermeister besänftigt worden, aber das Volk?????

    Schwer zu erklären, wieso der eine Ort abgeriegelt wird und der andere nicht.

    Aber die Stadtler haben ja schon immer Vorteile genossen.

  • n.g.

    „Der Landeshauptmann hat uns die Hintergründe der Verordnungen erklärt und ich kann nur versichern, dass die Situation weit komplexer ist als sie nach außen hin wahrgenommen wird“

    Der Hauptmann erklärt selbst zum ersten Mal öffentlich seine Pandemiepolitik?

    Seit 12 Monaten Verordnungen schreiben, die die wenigsten verstehen, um dann zu sagen:“Leute, ihr versteht das nicht, es ist zu komplex“. Anstatt die Menschen mitzunehmen indem man es ihnen vorher OFFEN erklärt. Und sich dann noch über den Shitstorm im Netz aufregen!?

  • n.g.

    Arroganter gehts wohl kaum! Arni würd wohl am liebsten seine Verordnungen ala Trump medienwirksam unterschreiben!

  • corona

    Die Kommunikationsstrategie ist ein Desaster, nach wie vor… umfassende und transparente Information sieht anders aus und wäre der einzige Weg, den Zorn vieler Bürger verreuchen zu lassen. Aber das ist man in Südtirol einfach nicht gewöhnt und auch nicht geübt darin.
    Südtirol war bis zum Ende der Ära Durnwalder die letzte funktionelle Monarchie in Europa. Der König hat entschieden, wenn man was wissen wollte, musste man ihn fragen. Und wenn man gnädigerweise für würdig befunden wurde, bekam man Infos und ev. auch Unterstützung…
    Die SVP hat verschlafen, dass die Bevölkerung im 21. Jahrhundert angekommen ist und dieselben Ansprüche anmeldet wie in weltoffeneren Gebieten.

  • drago

    Welcher abgewendet Aufstand?
    Der LH will nur vermeiden, dass sogar Parteimitglieder öffentlich seine Kompetenzlosigkeit und Schlingerkurs kritisieren.

  • thefirestarter

    Stadtluft macht frei..

    wussten die Alten schon.

  • n.g.

    Im alten Ägypten waren Herrscher gottgleich, wenn nicht gar Gott. Davon sind wir nicht weit entfernt!
    Es gibt ja viele Gläubige, also, warum nicht.

  • batman

    Wie in der Volksschule

    „Der Landeshauptmann hat uns die Hintergründe der Verordnungen erklärt und ich kann nur versichern, dass die Situation weit komplexer ist als sie nach außen hin wahrgenommen wird“, erklärte Dieter Pinggera nach der rund zweistündigen Aussprache.

  • morgenstern

    Die Unterwürfigkeit ist ein Schleier, der die Gesichtszüge des Stolzes verbirgt.

  • checker

    Hat denn keiner verstanden, wieso der LH durch die Mutanten die Sperrgemeinden eingeführt hat? Weil er so eine Rechtfertigung für die harten Massnahmen hatte. Das ISS hat ja schon vor Wochen gesagt, dass man den Mutanten sowieso hinterherläuft. Auch Vaia, Direktor des Spalanzani hat selbige Aussage getätigt. Und gestern hat sich eben diese Rechtfertigungspolitik gezeigt, da ja Bozen nicht abgesperrt wurde. Wenn man kein Vertrauen mehr hat, muss man eben lügen. Und dann wundert er sich, wenn ihn die Leute angiften. Man kann nur hoffen, dass die Südtiroler Kriecher bei den nächsten Wahlen (besser wäre schon vorher) ein kräftiges Njet wählen…

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