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Hauptfaktor Qualität

Rund 600 Bäuerinnen und Bauern bieten in Südtirol hofeigene Produkte zum Verkauf an. Das Potential liegt aber deutlich höher.

David Frank, Absolvent der Universität für Bodenkultur in Wien, hat mit Unterstützung des Südtiroler Bauernbundes die wesentlichen Erfolgsfaktoren der Direktvermarktung in einer Masterarbeit untersucht.

Die Zahl der Bäuerinnen und Bauern, die ihre hofeigenen Produkte selbst weiterverarbeiten und vermarkten, steigt seit Jahren. Meist ist es der Wunsch, unabhängiger von Marktpreisen zu sein, ein höheres Einkommen zu erzielen oder die eigenen Rohstoffe selbst zu veredeln, der die bäuerlichen Familien zu dieser alternativen Absatzform führt.

Ob Bäuerinnen und Bauern mit der Direktvermarktung Erfolg haben, hängt von verschiedenen Faktoren ab, inneren und äußeren, hat BOKU-Absolvent David Frank aus Matsch im Rahmen seiner Masterarbeit analysiert.

„Vor allem die Produktqualität ist der Grundstein für eine erfolgreiche Vermarktung und für die Konkurrenzfähigkeit am Markt.“ Als sehr wichtig wurden von den befragten Experten auch die Faktoren Innovation und Diversifizierung sowie Leidenschaft und Freude eingeschätzt. Weitere Erfolgsfaktoren sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Organisationskultur und die Unternehmensphilosophie. Zudem brauche es auch Glück und landwirtschaftliche Beratungsorganisationen, die die Direktvermarkter unterstützen.

Wesentlich für einen erfolgreichen Verkauf der hofeigenen Produkte ist, sie so gut wie möglich am Markt zu positionieren. „Dafür ist eine professionelle Marketingstrategie nötig. Das heißt, Betriebe müssen professionelles Marketing betreiben, um am Markt konkurrenzfähig zu sein“, so Frank. Sich allein auf die Produktion zu konzentrieren genüge nicht mehr.

Klar wurde in der Masterarbeit von David Frank aber auch, dass der Einstieg in die Direktvermarktung gut überlegt und geplant sein will. Die größten Herausforderungen sind die hohen Investitionskosten, die Logistik und die Vermarktung. „Diese Herausforderungen lassen sich durch Kooperationen mit landwirtschaftlichen Betrieben und anderen Sektoren, wie etwa der Gastronomie, leichter bewältigen“, gibt Frank die Empfehlung.

Die Masterarbeit mit dem Titel „Erfolgsfaktorenforschung für die professionelle Direktvermarktung mittels qualitativer Expertinnen- und Experteninterviews am Beispiel Südtirols“, die von Univ.-Prof. Siegfried Pöchtrager betreut wurde, soll ein Leitfaden für eine erfolgreiche Direktvermarktung sein und gleichzeitig Interessierte ermutigen, in die Direktvermarktung einzusteigen.

David Frank ist nur einer von mehreren Studierenden, die der Südtiroler Bauernbund jedes Jahr bei Bachelor- und Masterarbeiten zu landwirtschaftlichen Aspekten unterstützt. Dazu haben die SBB-Fachabteilungen verschiedene Themen ausgewählt, die für den Verband von besonderem Interesse sind. Studierende aller Universitäten, die an landwirtschaftlichen Themen interessiert sind und Teilaspekte der Landwirtschaft im Rahmen einer Master- oder Bachelorarbeit untersuchen möchten, können sich an den Südtiroler Bauernbund wenden. Der SBB bietet neben fachlicher Beratung auch eine finanzielle Unterstützung.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • bernhart

    Viele Bauerhöfe sind zum Zwischenhändler geworden ,so sollte die Überschrift lauten.
    Denn alle sehen das schnell Geld und da liegt der Hund begraben.
    Kaufe gerne bei den Bauern, aber nur den ich persönlich kenne.
    Das nächste ist viel wollen Mitkassieren auf Kosten des Produzenten., schmälert den Gewinn.

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