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Wie gut sind die Lawinenwarndienste?

Foto: lpa

Unterschiedlich erfahrene Wintersportlerinnen und Wintersportler sollen in einer Studie zu ihrem Umgang mit den Diensten der Lawinenwarndienste der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino befragt werden.

Viel Schnee, starke Temperaturschwankungen und trügerische Altschneesituationen haben die Lawinenwarndienste in Innsbruck, Bozen und Trient in diesem Winter gefordert. Die Expertinnen und Experten der Europaregion analysieren jeden Tag die Lawinengefahr und kommunizieren ihre Einschätzung über den Euregio-Lawinenreport an ein breites Spektrum von unterschiedlichen Nutzern und Nutzerinnen.

Neues Forschungsprojekt mit kanadischer Universität

In einem neuen Forschungsvorhaben werden nun diese Nutzenden in den Mittelpunkt gerückt: Die Lawinenwarndienste Tirol, Südtirol und Trentino und die kanadische Simon Fraser Universität in Vancouver haben gemeinsam ein Projekt erarbeitet, mit dem die Produkte des Euregio-Lawinenreports www.lawinen.report auf ihren Nutzen und ihre Verständlichkeit für verschiedene Anwendergruppen hin untersucht werden sollen.

Feedback und Diskussion über Neuerungen erwünscht

„In einem ersten Schritt liegt das Ziel dieser Forschungsinitiative darin, ein möglichst großes Spektrum von Nutzenden und Entscheidungsträgern zu bilden, die Teil einer wachsenden Lawinen-Community sein wollen, mit der sich die Lawinenwarndienste beraten, Feedback zu ihren Produkten erhalten und über Neuerungen diskutieren können“, erklärt die Direktorin des Landesamtes für Meteorologie und Lawinenwarnung in der Agentur für Bevölkerungsschutz Michela Munari.

Für Lawinenwarndienste ist das Verständnis der Anforderungen von Nutzern an ihre Produkte von höchster Wichtigkeit, denn nur so können die Produkte verbessert und an die Wünsche und Ansprüche von Wintersportlern und Gemeinde-Lawinenkommissionen angepasst werden.

User mit unterschiedlichem Erfahrungsniveau gefragt

Die innovative einheitliche Lawinenvorhersage auf Euregio-Ebene ist seit dem Winter 2018-2019 online. Befragt werden soll nun im Rahmen dieser Studie eine möglichst breitgefächerte Community von Wintersportlerinnen und Wintersportlern mit unterschiedlichem Erfahrungsniveau zu ihrem Umgang mit den Produkten der Warndienste der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, berichtet Pascal Haegeli von der Simon Fraser Universität in Vancouver.

Der Forscher hat bereits in Zusammenarbeit mit dem Lawinenwarndienst in Kanada eine ähnliche Studie durchgeführt und sieht in den Alpen insbesondere im Hinblick auf die stark zunehmende Anzahl von Wintersportlern Untersuchungsbedarf: „Gerade bei Anfängerinnen und Anfängern, die sich bisher nur wenig mit der Lawinensituation und den Begrifflichkeiten im Euregio-Lawinenreport auseinandergesetzt haben, gilt es herauszufinden, ob sie die Grundessenzen der Warnungen ausreichend und einfach verständlich vermittelt bekommen“, unterstreicht Haegeli.

Dabei ist keine langjährige Erfahrung beim Skitourengehen notwendig. Vielmehr werden alle unterschiedlichen Blickwinkel gesucht, vor allem auch von Wintersportlerinnen und Wintersportlern, die gerade ihre ersten Erfahrungen im freien Gelände gesammelt haben oder nur gelegentlich Tourenski anschnallen, von der Freeriderin über den Schneeschuhgeher bis hin zum Eiskletterer.

Für die Teilnahme an diesem Umfrage-Projekt ist ein kurzer Fragebogen auszufüllen, der auf der Seite der Euregio-Lawinenwarndienste unter www.lawinen.report abrufbar ist.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • robby

    Ein Lawinenwarndienst – und ist er noch so innovativ – bleibt immer ein Zusatz zur eigenen Einschätzung vor Ort. Die Gefahr kann sich innerhalb weniger Meter total verändern. Eigene Erfahrung und ein geschultes Auge kann nie ersetzt werden. Im Gegenteil; es wird entweder falsche Sicherheit oder übertriebene Vorsicht vermittelt.

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