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Die Ape und Mohammed 

„Ape Maria“ und der Weg in die Freiheit

Bisher Deutsch, Italienisch, Sinto, ab Donnerstag auch Arabisch, jetzt grad Welschneafnerisch – die online-Reihe von Filmclub und ZeLIG ist vielsprachig unterwegs. 

von Renate Mumelter

„Atmosphärisch dichter Einblick in eine so nahe und doch so fremde Kultur… Wobei so fremd sind uns diese Mitmenschen mit ihren Träumen und Hoffnungen gar nicht… Eigentlich sind sie uns sehr sehr nah…Prädikat: Absolut sehenswert!“, schrieb Friedrich Augscheller auf Facebook zum Film über die Sinti-Familie Gabrielli. Dieser war letzte Woche beim Filmclub online zu sehen. 

„Ape Maria“

„Non molliamo. weiter geht’s“ setzt in diesen Tagen auf jugendliche Lebenslust. In Greta Mentzels „Ape Maria“ geht es um zwei 16Jährige aus Welschnofen. Andreas und Platzer suchen mit ihren Dreiradlern die persönliche Freiheit und den besonderen Kick. 

„Ape Maria“ zeigt die Jugendkultur vor 17 Jahren in einem realen aber auch poetischen Schlüssel. 

Für alle, die es nicht mehr wissen sollten: Die Ape von Piaggio war damals das autoähnlichste Fahrzeug, das man tunen und ab 14 ohne Führerschein fahren durfte. Heute sind eher andere Altersgruppen mit diesem Dreiradler unterwegs. Wer mit Welschneafnerisch Probleme hat: es gibt Untertitel. 

Der Talk

Im Talk zum Film spricht Xaver Hauss mit Regisseurin Greta Mentzel. Sie war während des Gesprächs gerade in Quarantäne – Corona eben. Corona ist ja auch der ausschlaggebende Grund dafür, dass es diese besondere Filmreihe gibt. Greta Mentzel erzählt wie sie auf das Thema gekommen ist, sie spricht von den Dreharbeiten und vom Heute. „Ape Maria“ bietet bis inklusive Mittwoch eine erholsame Auszeit. 

Mohammed AlMasmoudi

Mohammed ist der Protagonist von „Dalla testa al cielo“, der ab Donnerstag zu sehen ist. Als Debora Scaperrotta den Film drehte, kämpfte der junge Mann für seine Integration. Gar nicht so einfach für einen, der 2006 aus Marokko geflohen und zufällig in Bozen gelandet ist. Mohammed ist trotz seiner Statur ein großer Mann, das macht er im Film sehr deutlich. Zuhause konnte und wollte er nicht mehr leben, denn Mohammed ist nur 116 cm groß. Heute ist er glücklicher Vater von zwei Kindern und arbeitet erfolgreich in der Medien- und Videoproduktion G.News. Als der Film gedreht wurde, war er gerade dabei, die Genossenschaft gemeinsam mit zwei Kollegen zu gründen. 

Erwähnenswert ist das Filmteam von damals. Tonfrau Martine De Biasi  machte letzthin als Regisseurin von „Becoming Me“ von sich reden. In der online-Reihe wird ihr „Hotel Life“ zu sehen sein. Federico Campana ist inzwischen sehr gefragter Filmmusiker, und Mauro Randi ist als Gitarrist kein Unbekannter.

Der Talk

Im Talk zu „Dalla testa al cielo“ lässt Oscar La Rosa Debora Scaperrotta über den Film erzählen und darüber, was Mohammed heute macht. Und sie berichtet von ihrer Berufslaufbahn . Mohammed AlMasmoudi hätte auch dabei sein sollen, er war zum Zeitpunkt des Gesprächs leider erkrankt wie viele in diesen Tagen. 

Non molliamo – weiter geht’s

APE MARIA (2004), 28 Min., Regie Greta Mentzel, Kamera Jorge Yetano, Schnitt  Pia Profanter

DALLA TESTA AL CIELO (2010), 54 MIN., Regie: Debora Scaperrotta, Kamera: Harald Erschbaumer, Schnitt: Valentina Zaggia, Ton: Martine De Biasi, Ton: Eva Lageder, Musik: Federico Campana, Musik: Manuel Randi

www.filmclub.it

 

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