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„Bald mehr Impfstoffe“

Bernd Gänsbacher

In wenigen Monaten wird sich das Corona-Impfstoffangebot verdoppeln, sagt der Immunologe Bernd Gänsbacher. 

Tageszeitung: Herr Professor, der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt einer israelischen Studie zu Folge nicht nur vor einem schweren Verlauf, sondern zu 92 Prozent auch vor Infektionen. Ist dieser Wert realistisch?

Bernd Gänsbacher: Ja, die Studie stimmt. In der Wissenschaft muss man aber immer darauf warten, dass andere wissenschaftliche Gruppen diese Studien bestätigen. Die Israelis haben hier Daten produziert, die sehr wichtig sind. Die meisten Impfungen sind nicht sterilisierend.  Das heißt in diesem Falle, dass die meisten geimpften Personen nicht mehr infiziert und nur ein paar wenige geimpfte Personen das SARS-Corona-Virus weiter übertragen können. Dabei weiß man noch nicht genau, ob die ausgeschiedenen Virusmengen hoch genug sind, um andere Menschen zu infizieren.

Schützen auch die anderen Impfstoffe vor einer Infektion?

Nur was publiziert ist, zählt. Zu den anderen Impfstoffen gibt es keine Daten, daher gilt diese Aussage bisher nur für den Impfstoff von Biontech. Aber auch bei den Impfstoffen von Moderna und AstraZeneca erwartet man sich ähnliches. Bei Tier-Experimenten wurde nämlich ähnliches gezeigt. Die Tiere, die geimpft und dadurch geschützt waren, haben nur kurzzeitig in niedrigen Konzentrationen Virus ausgeschieden. Das Immun-System des Geimpften beseitigt das Virus schnell und effektiv aus dem Rachenraum.

Israel hat deshalb bereits eine Art Corona-Impfpass eingeführt, mit dem Geimpfte bestimmte Freiheiten erreichen. Macht dieser auch bei uns Sinn?

Ja schon und besonders dann, wenn mehr als genügend Impfstoffe auf dem Markt sind, Menschen die Gelegenheit hatten sich zu impfe, aber einige Gruppen sich nicht impfen lassen und so es dem Virus möglich machen, zu überleben und andere Menschen dadurch zu gefährden. Besonders dann ist es wichtig, dass jene Leute, die sich impfen lassen, die Freiheit haben, sich nach Gutdünken zu bewegen und zu reisen. Es darf nicht sein, dass ein paar Wenige diesem Virus eine Möglichkeit geben zu infizieren, zu mutieren und womöglich so eine Mutation zu finden, um den Impfschutz zu umgehen.

Gestern wurde der Impfstoff von Johnson & Johnson in den USA zugelassen. Dieser muss nur einmal verabreicht werden. Wird dieser den Impfprozess beschleunigen?

Ja, schon sehr. Besonders wenn man bedenkt, dass das Unternehmen anscheinend bereits 100 Millionen Dosen produziert und gelagert hat. Kurz nach der Zulassung werden sie auch mit der Verteilung beginnen. Außerdem kommt im nächsten Monat ein weiteres Unternehmen dazu, dass die Zulassung beantragen wird. Innerhalb von zwei Monaten wird sich das Impfangebot nahezu verdoppeln.

Lesen Sie das gesamte Interview in der Samstags-Ausgabe der Tageszeitung.

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